Nach Franken-Entkopplung
Starke Währung drückt die Kauflaune der Schweizer

Seit der Franken vom Euro-Mindestkurs abgekoppelt wurde, wollen die Schweizer nicht mehr kaufen. Sie fürchten um die Sicherheit ihrer Arbeitsplätze, da Schweizer Exporte durch die Maßnahme unattraktiv werden.
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ZürichDie starke Aufwertung des Frankens nach der Abschaffung des Euro-Mindestkurses hat den Schweizer Verbrauchern die Laune verdorben. Zwar verbesserte sich der Index der Konsumentenstimmung im Januar auf minus sechs Punkte von minus elf Zählern im Oktober, wie das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco) am Donnerstag mitteilte. Doch nur ein Viertel der Befragten reichte die Antworten nach der Mindestkurs-Abschaffung am 15. Januar ein. Berechnet auf der Basis dieses kleineren Teils sank der Index auf minus 17 Punkte. Die Kennzahl wird vierteljährlich durch eine Umfrage bei 1200 Haushalten erhoben.

Durch die Aufwertung des Frankens werden importierte Waren ebenso wie Einkäufe im Ausland billiger, doch die Verbraucher sorgen sich um die Sicherheit der Arbeitsplätze und die zukünftigen Wirtschaftsaussichten. Die eigene finanzielle Lage schätzten die Haushalte weiterhin als gut ein. Ebenso gingen sie davon aus, dass sie in den nächsten zwölf Monaten weiterhin Geld sparen können.

Nach der Aufhebung des Euro-Kuruntergrenze von 1,20 Franken durch die Schweizer Notenbank sackte die Gemeinschaftswährung ab und notierte zuletzt bei 1,05 Franken. Das führt dazu, dass die Exportindustrie belastet wird, da ihre Produkte im Ausland teurer werden. Erste Firmen reagieren bereits auf die Franken-Stärke - Löhne sollen in Euro bezahlt, Boni gekürzt und Arbeitszeiten verlängert werden.

Wie unübersichtlich die Lage ist, zeigt auch, dass die Wirtschaftsexperten des Bundes derzeit auf eine Konjunkturprognose verzichten. Die bisherige Wachstumsprognose sei durch die Aufhebung der Euro-Kursuntergrenze hinfällig geworden, wie die beim Seco angesiedelte Expertengruppe des Bundes am Donnerstag mitteilte. Bei einer andauernden starken Höherbewertung des Frankens sei mit einer schlechteren Wirtschaftsentwicklung als in der bisherigen Prognose angenommen zu rechnen, das Ausmaß einer Konjunkturabkühlung sei derzeit aber noch schwierig abzuschätzen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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