Nach Kritik an EZB: Weidmann warnt vor „irrationalen Inflationsängsten“

Nach Kritik an EZB
Weidmann warnt vor „irrationalen Inflationsängsten“

EZB-Präsident Draghi erhält Rückendeckung aus Deutschland. Bundesbank-Chef Weidmann verteidigt die Geldpolitik des Italieners. Die EZB sieht zwar eine Konjunkturerholung in Europa, der Leitzins wird aber niedrig bleiben.
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FrankfurtBundesbank-Präsident Jens Weidmann hat die Geldpolitik der EZB gegen Kritik vor allem aus Deutschland in Schutz genommen. Derzeit gebe es keinen Grund von einer steigenden Teuerung auszugehen, weshalb die lockere Geldpolitik der Euro-Notenbank gerechtfertigt sei, sagte Weidmann am Donnerstag in Berlin. „Mit meinem Kollegen Mario Draghi stimme ich vollkommen darin überein, dass es keinen Grund gibt, irrationale Inflationsängste zu pflegen.“

Allerdings bleibe der Kampf gegen Inflation stets ein Thema für die Geldpolitik und dürfe nicht vernachlässigt werden: „Ich plädiere dafür, die Dinge nüchtern zu analysieren und auch langfristige Gefahren für die Preisstabilität im Blick zu behalten“, sagte Weidmann.

Genauso wenig wie ein Anstieg der Preise zu erwarten sei, scheine ein Abrutschen der Preise auf breiter Front gegenwärtig wahrscheinlich, sagte Weidmann. Angesichts der konjunkturellen Lage sei damit das Risiko einer deflationären Entwicklung in der gesamten Euro-Zone „begrenzt“. „Auch dieses Gespenst löst sich bei nüchterner Betrachtung in Luft auf.“

So wie es aussieht, wird sich Weidmann länger mit der Euro-Politik auseinandersetzen dürfen. Jedenfalls will er noch lange an der Spitze der Bundesbank ausharren. „Ich möchte erst einmal bleiben. Wenn eine zweite Amtsperiode möglich ist, bleibe ich gerne noch länger“, sagte Weidmann am Donnerstag in Berlin. Sein Mandat endet 2019. Mit einer zweiten Amtszeit würde er die Bundesbank sogar bis 2027 führen. Dies liegt aber nicht alleine in seiner Hand, da die künftige Bundesregierung in dieser wichtigen Personalie das Vorschlagsrecht hat.

Die Frage eines Wechsels zu einer Geschäftsbank stelle sich für ihn nicht, betonte Weidmann. Sein Vorgänger Axel Weber hatte im Streit über die Krisenpolitik der EZB 2011 das Handtuch geworfen und war nach einer Karenzzeit zum Schweizer Geldhaus UBS gewechselt.

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Kommentare zu " Nach Kritik an EZB: Weidmann warnt vor „irrationalen Inflationsängsten“"

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  • <<<<Wenn selbst Herr Weidmann plötzlich dieser Ansicht ist, ist höchste Alarmbereitschaft geboten! So etwas sagt Herr Weidmann sicher nicht aus freien Stücken heraus.<<<<

    Ganz genau!!! das ist der wichtigste Punkt hier.

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    Na klar ,die armen Sparschweine müssen die falsche Merkel /Draghi Politik bezahlen .

    Hätte man damals die Schuldenländer aus dem Euro raus geschmissen ,hätten wir jetzt nicht dauernd eine konstante Untergangsstimmung der Währung .

    Griechenland hängt voll am Dauertropf. Diese Zustände können nicht auf lange Zeit existieren .

    Ach ja die liebe Inflation , sie wird wohl in der nächsten Zeit mit voller Wucht auf die Deutschen einschlagen .Das Versagersystem braucht deutsches Volkes-
    Geld.

    Anders läuft der Euro-Bankrottladen nicht mehr.

    Dann zahlt mal schön ihr lieben Chaos-Wähler .

    :::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::::

  • Wenn die Zinsen bei +- 0% sind ist das Geld doch eigentlich nichts mehr wert?
    Also müssen die Waren teuer werden?
    Die Sparer erhalten keine Zinsen mehr und verlieren täglich durch die logische Inflation.
    Dazu kommt die Gefahr von Deflation, weil der Absatz von Waren stagniert und die Preise fallen.
    Die Börsen jubeln sich fiktiv mit 0%-Zinsspakulationen hoch.

    Das hatten wir alles schon mehrfach in der Geschichte.
    Und es ging jedes Mal schief.
    Wenn man als Notenbank die Zügel loslässt, kann man die Pferde nicht mehe parieren. Bevor die Kutsche umstürzt, sollt eman einen Absprung schaffen, bevor man unter die Räder kommt.
    RETTE SICH WER KANN !

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