
FRANKFURT. Die Europäische Zentralbank (EZB) und die nationalen Notenbanken des Euroraums haben in der am Freitag zu Ende gegangenen fünften Woche ihres Anleihenaufkaufprogramms Papiere im Wert von 6,5 Mrd. Euro gekauft – eine Mrd. Euro mehr als in der Vorwoche. Damit haben die Notenbanken inzwischen für 47 Mrd. Euro Anleihen von unter Druck geratenen Staaten gekauft.
Zuvor hatte es so ausgesehen, als seien die Notenbanken dabei, ihre Käufe allmählich auf Null herunterzufahren. In der ersten Woche des Aufkaufsprogramms, das am 9. Mai beschlossenen wurde, hatten sie noch für 16,5 Mrd. Euro Anleihen gekauft. In den Folgewochen senkten sie das wöchentliche Neuengagement beständig bis auf 5,5 Mrd. Euro. Das war mit einer deutlichen Erhöhung der Renditen der Anleihen von Ländern wie Spanien, Portugal und Italien einhergegangen, die in der europäischen Schuldenkrise als besonders ansteckungsgefährdet gelten. Die EZB gibt keine Details ihres Programms bekannt, auch nicht, Anleihen welcher Länder sie gekauft hat.
In der letzten Woche sind die Anleihekurse der bedrängten Staaten gestiegen, die Renditen entsprechend gefallen. Von Montag bis Freitag sank die Rendite spanischer Regierungsanleihen mit zehn Jahren Laufzeit von 4,60 auf 4,46 Prozent, die der portugiesischen Anleihen von 5,18 auf 5,08 Prozent. Dagegen ließ das Eurosystem die Rendite griechischer Zehnjahresanleihen, für die es als einziger Käufer weitgehend den Kurs bestimmt, leicht auf 8,17 Prozent steigen. Am gestrigen Montag gaben allerdings die portugiesischen Anleihen ihre Kursgewinne der Vorwoche ganz, die spanischen Bonds ihre Gewinne zu einem Drittel wieder ab.
Die Anleihekäufe durch die Notenbank sind intern heftig umstritten. Bundesbankpräsident Axel Weber hat sich vehement öffentlich dagegen ausgesprochen und eine enge zeitliche und volumenmäßige Begrenzung gefordert.