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Notenbanken: Experten warnen vor dem drohenden Abschwung

Der EZB-Schattenrat rät den Notenbankern, vor allem den drohenden Abschwung zu bekämpfen. Das Risiko einer erneuten Rezession sei beträchtlich, so die Experten. Nur eine Minderheit warnt vor Inflation.

Einige Experten der EZB sorgen sich derzeit um einen Rückfall in die Rezession. Quelle: dpa
Einige Experten der EZB sorgen sich derzeit um einen Rückfall in die Rezession. Quelle: dpa

FRANKFURT. Europäische Geldpolitikexperten sorgen sich derzeit mehr über einen Rückfall in die Rezession als über einen mittel- bis langfristigen Anstieg der Inflation aufgrund der sehr lockeren Geldpolitik. Dieses Stimmungsbild zeigte die jüngste Sitzung des EZB-Schattenrats. Das Gremium beobachtet die Europäische Zentralbank. Ihm gehören 15 renommierte Volkswirte aus Finanzinstituten, Hochschulen und Forschungsinstituten an.

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"Für mich gibt es gar keinen Zweifel, dass das Risiko eines Rückfalls in die Rezession derzeit größer ist als das Inflationsrisiko", sagt Jacques Cailloux, Europa-Chefvolkswirt der Royal Bank of Scotland. Die Ökonomen des Schattenrats sind sich weitgehend einig, dass die USA und Europa noch lange an der Bereinigung der vorangegangenen Kreditexzesse leiden werden. Entsprechend durchwachsen sind die Perspektiven.

Zwar halten auch die Skeptiker eine Rezession nicht für den wahrscheinlichen Fall. Aber das Risiko, dass es doch zu einem erneuten Einbruch kommt, sei beträchtlich, argumentieren die Experten. Die größten Belastungsfaktoren seien die schwierige Lage der Wackelkandidaten in der Euro-Zone. Griechenland, Portugal, Irland und Spanien kämpfen nach wie vor mit der Überschuldung. Eine Bedrohung gehe aber auch von den Kernländern Europas aus: Die Abkühlung des Welthandels gefährde deren exportgetriebenen Aufschwung.

Der EZB-Rat tagt am kommenden Donnerstag. Er wird nicht nur seine neuen Wachstumsprognosen für die Euro-Zone vorlegen, sondern auch darüber entscheiden, in welchem Maße die EZB künftig die Banken mit Liquidität versorgt. Im Zuge der Krise hatte die EZB eingeführt, dass die Banken sich in beliebiger Höhe Kredit von der EZB zum Leitzins von einem Prozent holen können, und zusätzlich das Laufzeitspektrum dieser Kredite auf sechs Monate und ein Jahr ausgedehnt. Dass Sechsmonats- und Jahreskredite nicht mehr neu vergeben werden sollen, hat die EZB bereits beschlossen. Die unlimitierte Geldversorgung mit Laufzeiten bis drei Monaten hatte sie vorläufig bis September verlängert. Bundesbankpräsident Axel Weber hat aber bereits angedeutet, dass der EZB-Rat eine weitere Verlängerung beschließen dürfte.

Die Möglichkeiten der Notenbanken, die Konjunktur zu stärken, sind begrenzt

Für Thomas Mayer, Chefvolkswirt der Deutschen Bank, führt der verzweifelte Versuch der Notenbanken, das Wachstum anzukurbeln, unweigerlich in die Inflation. "Die US-Notenbank wird versuchen, das magere Wachstum zu beschleunigen, damit aber nur den Boden für die Inflation bereiten", sagt er voraus. Auch Marco Annunziata, Chefvolkswirt der Unicredit, weist auf die sehr reichliche Liquiditätsausstattung hin, die die Zentralbanken erzeugt haben. Diese äußere sich etwa in den extrem hohen Anleihekursen und entsprechend niedrigen Renditen. "Wenn diese Überschussliquidität nicht rechtzeitig abgebaut wird, dann droht eine erhebliche Inflationsgefahr", warnte er. Doch dass die extrem lockere Geldpolitik auf absehbare Zeit fortgeführt werden muss, um die Krisenfolgen für Konjunktur und Finanzsystem abzufedern, bezweifelten auch die Inflationswarner nicht.

  • 30.08.2010, 16:52 UhrAnonymer Benutzer: Ursula

    Oder sind das gar die gleichen Experten, die uns rechtzeitig vor der banken- und Wirtschaftskrise gewarnt haben?

  • 30.08.2010, 16:29 UhrAnonymer Benutzer: aruba

    Guten Tag,.... Sind das die selben " Experten " die den Aufschwung auf " befehl von Oben " unters Volk saehen sollten ? besten Dank

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