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Nur langsame Erholung nach Krise: Ifo-Chef erwartet scharfen Konjunktureinbruch

Der Präsident des Münchner Ifo-Instituts, Hans-Werner Sinn, rechnet für 2009 mit einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts (BIP) von mehr als 4 Prozent. Danach werde sich die Wirtschaft erst langsam wieder erholen, so das Institut. HWWI-Chef Thomas Straubhaar forderte unterdessen drastische Maßnahmen gegen die Krise.

Trübe Aussichten: Hans-Werner Sinn erwartet in Deutschland einen scharfen Rückgang des BIP. Quelle: Reuters
Trübe Aussichten: Hans-Werner Sinn erwartet in Deutschland einen scharfen Rückgang des BIP. Quelle: Reuters

HB BERLIN/HAMBURG. Die deutsche Wirtschaft muss nach Einschätzung des Münchner Ifo-Instituts im laufenden Jahr einen heftigen Konjunktureinbruch wegstecken. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) werde 2009 um mehr als vier Prozent sinken, sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn am Donnerstag in Berlin. Die Zahl der Arbeitslosen werde dramatisch anziehen. Bisher hatte das Institut für Wirtschaftsforschung (Ifo) in seiner offiziellen BIP-Prognose nur ein Minus von 2,2 Prozent vorausgesagt.

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Auch für die Weltwirtschaft äußerte sich Sinn deutlich skeptischer als andere Experten: Die globale Wirtschaftsleistung werde um mehr als 1,5 Prozent schrumpfen. In den USA sei ein Minus um zwei Prozent zu erwarten.

Die deutsche Wirtschaft wird nach Ansicht des Instituts nach dem drastischen Konjunktureinbruch nur schleppend wieder auf Touren kommen. „Die Erholung wird langsamer sein und länger auf sich warten lassen“, sagte der Konjunkturchef des Münchener ifo Instituts, Kai Carstensen, am Donnerstag in Berlin. So werde 2009 „definitiv ein schlechtes Jahr“, aber auch 2010 dürften die aktuellen Verluste nicht durch ein schnelles und heftiges Wachstum ausgeglichen werden. In diesem Jahr werde die deutsche Wirtschaft um „mehr als vier Prozent“ schrumpfen, sagte ifo-Präsident Hans-Werner Sinn. Deutschland sei aber vorerst noch ein stabilisierendes Element der Weltkonjunktur.

Auch der Vorstandschef der Kreditanstalt für Wiederaufbau, Ulrich Schröder, erwartet, dass die Wirtschaftskrise länger dauern wird als allgemein erwartet. Der „Bild“-Zeitung sagte er: „Ich glaube, dass die Krise ihren Tiefpunkt 2009 noch nicht erreicht und länger dauern wird, als viele glauben.“

Der Schlüssel zur Lösung der Probleme liege im Bankenbereich. 2010 werde das Jahr der Wende sein. „Weil die Krise aber sehr tief ist, wird auch die Genesung länger dauern. Mit einem schnellen Aufschwung ist daher nicht zu rechnen.“

Auf die Frage, ob der Staat der bessere Banker sei, antwortete der Chef des bundeseigenen Bank: „Eindeutig nein. Der Staat sollte nur in Ausnahmefällen als Banker oder Unternehmer tätig sein.“ Ein Einstieg in Geschäftsbanken oder Unternehmen sollte nur befristet und so kurz wie möglich sein.

Nach Einschätzung des des Hamburgischen Weltwirtschafts Instituts (HWWI) benötigt Deutschland einen schnellen Konsum-Schub. Noch immer könnten mit Steuer- oder Konsumschecks, tieferen Mehrwertsteuersätzen und anderen gezielten Maßnahmen konjunkturstabilisierende Impulse übertragen werden - vor allem, wenn sie international abgestimmt werden, wie es die USA fordern, betonte HWWI-Direktor Thomas Straubhaar am Donnerstag. Es wäre falsch, die am Montag beschlossene Rentenerhöhung um insgesamt 5,6 Mrd. Euro einfach isoliert stehenzulassen. Wenn die Politik staatliche Konjunkturimpulse auslösen wolle, dann müsse sie die Kanäle wählen, die möglichst geringe Mitnahme-, Verdrängungs- und Verzerrungseffekte zur Folge hätten. Und das seien nichts anderes als Steuer- und Abgabenerleichterungen.

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