OECD-Konjunkturprognose Wachstum bleibt solide – Investitionen gefordert

Die OECD hat ihre Wachstumsprognose für die deutsche Wirtschaft leicht gesenkt. Dennoch bescheinigt die Organisation Deutschland ein weiterhin stabiles Wachstum und regt Investitionen zur Stärkung des Euro-Raums an.
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Die deutsche Wirtschaft erzielt weiterhin hohe Exportüberschüsse – laut OECD-Prognose wird sich das auch 2017 kaum ändern. Da die Nachfrage in der Euro-Zone aber weiterhin eher schwach ist, fordert die OECD von Deutschland mehr Investitionen. Quelle: dpa
Exportschlager

Die deutsche Wirtschaft erzielt weiterhin hohe Exportüberschüsse – laut OECD-Prognose wird sich das auch 2017 kaum ändern. Da die Nachfrage in der Euro-Zone aber weiterhin eher schwach ist, fordert die OECD von Deutschland mehr Investitionen.

(Foto: dpa)

BerlinDie Industriestaaten-Organisation OECD erwartet fürs kommende Jahr weniger Wachstum in Deutschland. Sie senkte ihre Prognose für das Wachstum des Bruttoinlandsproduktes (BIP) auf 1,4 von bislang 1,5 Prozent, wie die OECD in ihrem am Montag veröffentlichten Wirtschaftsausblick mitteilte. 2018 sollen es 1,7 Prozent sein.

Für das ablaufende Jahr hoben die Experten ihre Prognose auf 1,8 von 1,7 Prozent an, was auch den Erwartungen der Bundesregierung entspricht. „Das Wirtschaftswachstum wird solide bleiben, da der robuste Arbeitsmarkt, die niedrigen Zinssätze und die leicht expansive Fiskalpolitik dem Verbrauch und den Wohnungsbauinvestitionen Auftrieb geben“, erklärte die Organisation. Dagegen dürfte das Brexit-Votum der Briten die Exporte belasten.

Westen hui, Osten pfui
Tops: USA
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Seit 1961 war Frankreich ununterbrochen der wichtigste Exportkunde der deutschen Wirtschaft – die USA haben diese Ära nun beendet. Die Ausfuhren in die weltgrößte Volkswirtschaft zogen um rund ein Fünftel auf mehr als 105 Milliarden Euro an. Ein Grund dafür ist das robuste Wachstum dort, ein weiterer der schwache Euro. Er macht deutsche Waren in den USA billiger und schiebt den Absatz an.

Indien
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Das große Schwellenland ist 2015 wirtschaftlich schneller gewachsen als das benachbarte China. Das zahlt sich für die deutschen Unternehmen aus: Deren Exporte nach Indien legten um rund zehn Prozent zu. Allerdings ist der Umsatz mit mehr als neun Milliarden Euro noch bescheiden. Zum Vergleich: der mit China ist etwa sieben Mal so groß. Experten sehen daher noch viel Luft nach oben.

Großbritannien
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Das Vereinigte Königreich gehört zu den am schnellsten wachsenden Industrieländern. Das lässt die Kassen der deutschen Unternehmen klingeln, deren Ausfuhren auf die Insel um rund 14 Prozent auf mehr als 83 Milliarden Euro anzogen. Der schwache Euro sorgt auch hier für einen zusätzlichen Schub.

Euro-Zone
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Nach Jahren der Krise kommt das Geschäft mit den Euro-Ländern wieder in Schwung. Der Export in die 18 Staaten kletterte um 5,9 Prozent auf 435 Milliarden Euro. Mehr als 36 Prozent der deutschen Ausfuhren landen in der Währungsunion – mehr als doppelt so viel wie in den beiden größten Volkswirtschaften USA und China zusammen.

Flops: China
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Die Zeit des überschäumenden Wachstums im China-Geschäft ist erst einmal vorbei. 2015 sanken die Ausfuhren ins Reich der Mitte – zum ersten Mal seit 1997. Sie nahmen um mehr als vier Prozent auf gut 65 Milliarden Euro ab. Für 2016 erwarten die meisten Experten bestenfalls eine leicht anziehende Nachfrage. China bleibt trotzdem einer der fünf größten Abnehmer deutscher Waren.

Russland
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Rezession, Ölpreiseinbruch, westliche Sanktionen: War Russland noch vor wenigen Jahren der am schnellsten wachsende deutsche Exportmarkt, so gehört er wegen dieser drei Faktoren inzwischen zu den am kräftigsten schrumpfenden. Um ein Viertel sind die Umsätze eingebrochen, nachdem es 2014 ähnlich stark nach unten ging. Experten erwarten erst 2017 wieder ein Plus.

Brasilien
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Viele Unternehmen setzten lange Hoffnungen in die größte Volkswirtschaft Südamerikas. Doch sinkende Rohstoffpreise und Korruption setzen Brasilien zu. Die Folge: Die deutschen Exporte dorthin schrumpften um rund drei Prozent.

Angesichts hoher Exportüberschüsse und sinkender Staatsverschuldung empfiehlt die OECD mehr Investitionen. „Von der Haushaltspolitik müssen noch stärkere Impulse ausgehen, um der verhaltenen Nachfrage im Euro-Raum entgegenzuwirken und wichtige strukturelle Schwachstellen zu beseitigen“, erklärte sie.

So könne beispielsweise bei den Ausgaben für die Infrastruktur nachgebessert werden. „Die geplanten Erhöhungen der Infrastrukturaufwendungen reichen möglicherweise nicht aus, um langfristig eine qualitativ hochwertige Infrastruktur zu erhalten“, erklärte die OECD. Auch müsse mehr Geld in Bildung gesteckt werden - von Qualifizierungen für Zuwanderer bis zu besseren Angeboten bei Kinderbetreuung und Ganztagsschulen.

Auch für die Euro-Zone rechnet die OECD mit einem stabilen Wachstum. Das BIP soll in diesem Jahr - bereinigt um Kalendereffekte - um 1,7 Prozent wachsen, 2017 um 1,6 Prozent und 2018 wieder um 1,7 Prozent. „Die hohe Arbeitslosigkeit und das moderate Lohnwachstum werden den privaten Verbrauch voraussichtlich bremsen, während die Exporte durch den flauen Welthandel und das nach dem Brexit-Referendum schwächere Wachstum im Vereinigten Königreich gehemmt werden“, erklärte die Organisation.

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