OECD-Wirtschaftsprognose: Trumps Pläne beflügeln Wachstum zumindest kurzfristig

OECD-Wirtschaftsprognose
Trumps Pläne beflügeln Wachstum zumindest kurzfristig

Mehr Geld für Bildung und Infrastruktur: Investitionen sind nach Meinung der OECD das beste Mittel, um die lahmende Weltwirtschaft anzukurbeln. Auch die Politik von Donald Trump kann das Wachstum beflügeln – kurzfristig.
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ParisDie Industriestaaten-Organisation OECD erwartet durch die vom künftigen Präsidenten Donald Trump angekündigten Investitionen und Steuersenkungen mehr Wachstum in den USA und auch weltweit. 2018 dürften die USA mit 3,0 Prozent so kräftig zulegen wie seit 2005 nicht mehr, sagte die Industriestaaten-Organisation in ihrem am Montag veröffentlichten Wirtschaftsausblick voraus. 2017 sollen es für die weltgrößte Volkswirtschaft 2,3 Prozent sein, nach 2,1 Prozent 2016. Den Impuls durch Trumps Wirtschaftsprogramm schätzt die OECD auf 0,4 Prozentpunkte im kommenden Jahr und auf rund 0,8 Prozent 2018.

Davon wiederum kann auch die globale Konjunktur profitieren. Sie könne werde um zusätzlich 0,1 Punkte im kommenden Jahr und 2018 um 0,3 Punkte angeschoben, schätzt die Organisation of Economic Cooperation and Development (OECD). Die Bundesregierung bleibt zurückhaltend in der Einschätzung, was Trump für die deutsche Wirtschaft bedeuten könnte. „Das ist zum jetzigen Zeitpunkt ein wenig wie Glaskugelgucken“, sagte der Abteilungsleiter für Wirtschaftspolitik im Bundeswirtschaftsministerium, Philipp Steinberg, zu Reuters. „Hier müssen wir erst einmal die konkreten Regierungspläne und deren Umsetzung abwarten.“ Klar sei aber auch: „Steuersenkungen in den USA hätten nur mittelbar Folgen für unsere Wirtschaft.“

Die OECD senkte ihre Prognose für das Wachstum des deutschen Bruttoinlandsproduktes im kommenden Jahr auf 1,4 von bislang 1,5 Prozent. 2018 sollen es 1,7 Prozent sein. Für das ablaufende Jahr hoben die Experten ihre Prognose auf 1,8 von 1,7 Prozent an, was auch den Erwartungen der Bundesregierung entspricht. „Das Wirtschaftswachstum wird solide bleiben, da der robuste Arbeitsmarkt, die niedrigen Zinssätze und die leicht expansive Fiskalpolitik dem Verbrauch und den Wohnungsbauinvestitionen Auftrieb geben.“ Dagegen dürfte das Brexit-Votum der Briten die Exporte belasten.

Trump hat im Wahlkampf unter anderem angekündigt, die Firmen- und Einkommensteuern zu senken sowie Milliarden in den Ausbau der Infrastruktur zu stecken. Die OECD rechnet auf längere Sicht auch mit Nachteilen. So könnten Haushaltsdefizit und Staatsverschuldung steigen, was wiederum höhere Steuern und niedrigere Ausgaben nach sich ziehen könnte. "Eine aggressivere geldpolitische Reaktion in den Vereinigten Staaten sowie eine damit einhergehende stärkere Aufwertung des US-Dollar würden die kurzfristigen Wachstumseffekte in den Vereinigten Staaten ebenfalls dämpfen", erklärte die OECD. So könnte die Notenbank (Fed) bei robuster Konjunktur, sinkender Arbeitslosigkeit und höheren Preisen gezwungen sein, ihren Leitzins schneller und stärker anzuheben als bislang erwartet. Dies wiederum könnte den Dollar-Kurs in die Höhe treiben und US-Produkte im Ausland teurer machen.

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