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Ökonom Martin Schulz: „Mit einer weiteren Lockerung der Geldpolitik vor dem Sommer ist nicht zu rechnen“

Der Ökonom Martin Schulz vom Fujitsu Research Institut glaubt, dass sich die Bank of Japan nicht weiter unter Druck setzen lässt. Im Handelsblatt-Interview erklärt er, warum Japan sein großes Deflationsproblem spätestens im nächsten Jahr überwunden haben wird.

Hat Sie die Entscheidung der Zentralbank überrascht?

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Nein, die Entscheidung war absehbar. Letztlich ist das aber kein Signal in Richtung einer geldpolitischen Lockerung, denn die Nachfrage nach diesen zusätzlichen Zentralbankkrediten ist deutlich geringer als das Angebot. Sollte es in den nächsten Monaten daher zu keiner finanzpolitischen Katastrophe kommen, dürfte das zusätzliche Kreditangebot der Bank of Japan kaum nachgefragt werden. Die Märkte reagieren auf die Entscheidung auch praktisch überhaupt nicht.

Aber reicht der japanischen Regierung das. Sie hat in den letzten Wochen ordentlich Druck auf die Notenbank ausgeübt. Wird das jetzt nicht so weiter gehen?

Die Bank of Japan wird sich insbesondere vor den Oberhaus-Wahlen im Sommer kaum weiter von der Regierung unter Drucks setzen lassen, die gegenwärtige fiskalpolitische Explosion zu finanzieren.

Was meinen Sie damit genau?

Die Bank of Japan sieht Japans dauerhaftes Deflationsproblem eher als ein Resultat der weiterhin vorhandenen Überproduktion in der verarbeitenden Industrie. Zusätzlich birgt das unhaltbare Niveau der staatlichen Verschuldung erhebliche Inflationsgefahren, die durch die gegenwärtige Krise in Griechenland noch deutlicher geworden sind. Aus diesem Grunde ist mit einer deutlichen effektiven Lockerung der Geldpolitik vor dem Sommer, wenn die Regierung ihre Exit-Strategie, ihre künftigen Steuerpläne präsentiert, nicht zu rechnen.

Wann aber wird Japan die Deflation los?

Die Einschätzung der Marktlage hat sich bei Regierung wie der Bank of Japan weiter aufgehellt. Es ist davon auszugehen, dass das Jahrzehnte lange Deflationsproblem sich zwar nicht im Laufe dieses Jahres, aber im Verlaufe des des nächsten Jahres tatsächlich lösen wird. Die nie da gewesene weltweite monetäre Expansion müsste bis 2011 in den Märkten angekommen sein und auch in Japan, insbesondere durch die stark wachsende Nachfrage in Asien, das lang anhaltenden Nachfragedefizit beenden.

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