Ökonomen optimistisch für 2006: Italien setzt auf die Lokomotive Deutschland

Ökonomen optimistisch für 2006
Italien setzt auf die Lokomotive Deutschland

Nach einem schwierigen Jahr liegen die Hoffnungen der italienischen Wirtschaft für 2006 auf Deutschland.

MAILAND. „Wenn in Deutschland die Konjunktur wieder anspringt, kann auch Italiens Wirtschaft wieder aufatmen“, sagt Andrea Riello, Vertreter des italienischen Industrie-Verbands Confindustria. Riello, dessen Firma auch Produktionsstätten in Deutschland hat, geht davon aus, dass 2006 das „Jahr der Trendwende“ für Italiens Wirtschaft wird. Ohne Deutschland aber gehe nichts. Auch Marco Opipari, Marktstratege der Rasbank, ist dieser Meinung: „Italien kann nur im Schlepptau der europäischen Lokomotive Deutschland wachsen“. Mit einem Anteil von 14 Prozent ist Deutschland das wichtigste Exportziel der italienischen Wirtschaft, noch vor Frankreich und den USA.

Italien hat ein schwieriges Jahr hinter sich. Für 2005 gehen die meisten Beobachter davon aus, dass das reale Bruttoinlandsprodukt (BIP) nur um 0,2 Prozent gestiegen ist. Die Volkswirtin der Abaxbank Alessandra Fugnoli führt das niedrige Wachstum auch auf die Krise des italienischen Autobauers Fiat in der ersten Jahreshälfte zurück. Das Unternehmen ist mit seinen Zulieferern noch immer einer der wichtigsten Wirtschaftsfaktoren in Italien.

Außerdem macht Italien die Billig-Konkurrenz aus China, vor allem im Textilsektor, zu schaffen. Und die Binnennachfrage ist weiter schwach. Positiv entwickelte sich allein die Arbeitsmarktlage. Durch neue flexiblere Beschäftigungsverhältnisse speziell für Berufsanfänger hat die Regierung von Silvio Berlusconi die Arbeitslosenquote auf unter acht Prozent gesenkt.

Für das laufende Jahr geht Fugnoli von einer leichten Erholung aus. Auch die Ökonomen der Deutschen Bank sprechen von „gedämpften Optimismus“ für 2006. „Wir sind recht optimistisch, weil wir keine großen Risiken sehen“ sagt Matteo Raduelli, Volkswirt der Rasbank. Dabei geht er davon aus, dass der Euro nicht mehr stark steigt, die US-Wirtschaft weiterhin um mehr als drei Prozent wächst und auch der Ölpreis keine allzu hohen Kapriolen schlägt. „Die Ausgaben der Privatleute bleiben jedoch schwach“, räumt der Konjunkturbeobachter ein. 2005 haben die Verbraucher zwar 0,8 Prozent mehr ausgegeben als noch 2004 – also mehr als das BIP gestiegen ist. Das werde sich dieses Jahr aber nicht wiederholen, so Raduelli.

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