Optimismus steckt Bundesbank an
Deutschland strotzt vor Kraft

Die Wirtschaftsinstitute haben vorgelegt, jetzt zieht die Bundesbank nach: Sie traut der deutschen Wirtschaft 2015 und 2016 in ihrer Prognose ein kräftiges Wachstum zu – getrieben von Kauflust und einem schwachen Euro.
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BerlinDie Bundesbank hat ihre Prognose für die Konjunktur in Deutschland kräftig nach oben geschraubt. Im laufenden Jahr dürfte die Wirtschaft demnach um 1,7 Prozent und im kommenden Jahr um 1,8 Prozent wachsen, teilte die Bundesbank in ihrer am Freitag in Frankfurt veröffentlichten halbjährlichen Prognose mit. Noch im Dezember hatte sie mit einem Wachstum von 1,0 für dieses und von 1,6 Prozent für das kommende Jahr gerechnet. Für 2017 erwarten die Bundesbank-Ökonomen einen realen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts von 1,5 Prozent.

Zwar war der Start ins Jahr 2015 eher mau, dennoch rechnen viele Volkswirte mit einem weiteren guten Jahr. Entsprechend hatten vor der Bundesbank bereits zahlreiche Wirtschaftsforschungsinstitute ihre Konjunkturprognosen nach oben korrigiert. Carsten-Patrick Meier vom Forschungsinstitut Kiel Economics hält sogar zweieinhalb Prozent Wachstum für denkbar.

Auch auf dem Arbeitsmarkt sieht es gut aus: Die Arbeitslosigkeit in Deutschland ist dank des Frühjahrsaufschwungs auf den niedrigsten Mai-Wert seit 24 Jahren gesunken. Die Zahl der Jobsucher ging im Vergleich zum Vormonat um 81 000 auf 2,762 Millionen zurück, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Dienstag in Nürnberg mitteilte. Dadurch sank die Arbeitslosenquote um 0,2 Punkte auf 6,3 Prozent.

Nach Einschätzung von Bundesbank-Präsident Jens Weidmann hat sich die deutsche Wirtschaft von der Konjunkturschwäche vor allem Mitte des vergangenen Jahres schneller als gedacht erholt. „Die Binnenwirtschaft profitiert dabei von der guten Arbeitsmarktlage und den kräftigen Einkommenszuwächsen“, sagte Weidmann. Zwar beeinträchtigte das Auslandsgeschäft aktuell dämpfende Effekte aus der Weltwirtschaft – dem stünde aber der schwächere Euro und die wirtschaftliche Erholung im Euro-Raum gegenüber. Zudem rechnet Weidmann damit, dass die Weltwirtschaft wieder stärker in Schwung kommt.

Bei der Preisentwicklung würden sich zunächst der Einfluss der Euro-Abwertung gegenüber anderen Währungen zeigen. Später würde aber zunehmend der Kostenauftrieb im Inland seine Wirkung zeigen. Ihre Inflationserwartungen für dieses Jahr nahm die Bundesbank deutlich zurück: Die Teuerung könne sich gemessen am Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) im laufenden Jahr von 0,5 Prozent auf 1,8 Prozent im kommenden Jahr und dann weiter auf 2,2 Prozent im Jahr 2017 verstärken.

Noch im Dezember wurde für 2015 eine Teuerung von 1,1 Prozent erwartet. „Wesentlich für die gedämpften Inflationsaussichten ist vor allem der kräftige Rückgang der Rohölnotierungen“, sagte Weidmann.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur
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Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Optimismus steckt Bundesbank an: Deutschland strotzt vor Kraft"

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  • Hm ...
    Allein der Glaube fehlt mir,
    - wie soll es strotzen - trotz großer Verluste aus den verlorenen Geschäften mit Russland?
    - den Kosten die aus den massiven Ein-Wanderungsströmen entstehen?
    - die wahrscheinlich nie zurückgezahlte Staatsverschuldung?
    - Mit negativen Zinsen und ausgelutschten Rentenpapieren am Horizont?
    - Mit einem ungelösten durch das Euro-System zementierten Schieflage der wirtschaftliche Nachbarn.?
    Das klingt mir eher nach Durchhalteparole
    Würde mich freuen zutiefst im Irrtum zu stecken.
    /KR

  • Das nenne ich doch mal eine Aussage. Deutschland strotzt nur vor Kraft, weil der billige Euro die Produkte subventioniert.

  • @ Marc Otto
    Wer sagt denn, dass diese "Neuen Führer" = EU-Parlament (Lobby und NGO Truppen) besser für die europäischen Kulturen = Völker sind als die bisherigen selbstbestimmten und eigenverantwortlichen Vertreter der Kulturen/Länder vor Ort. Europa funktioniert nur, wenn die Kulturen und Länder selbstbestimmt regieren und entscheiden dürfen. Eine EU-EURO Führung ist nichts weiter als eine weitere Diktatur = Gleichmacherei auf dem europäischen Kontinent. Die Vielfalt und die Innovationskraft wird unter diesen Einheits-EU Brei mehr und mehr schaden für die europäische Gemeinschaft hervorrufen als das es ihr nützt.

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