Optimismus steckt Bundesbank an

Deutschland strotzt vor Kraft

Die Wirtschaftsinstitute haben vorgelegt, jetzt zieht die Bundesbank nach: Sie traut der deutschen Wirtschaft 2015 und 2016 in ihrer Prognose ein kräftiges Wachstum zu – getrieben von Kauflust und einem schwachen Euro.
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Bundesbank-Chef Jens Weidmann sieht Deutschland auf einem guten Weg. Quelle: Reuters
Jens Weidmann

Bundesbank-Chef Jens Weidmann sieht Deutschland auf einem guten Weg.

(Foto: Reuters)

BerlinDie Bundesbank hat ihre Prognose für die Konjunktur in Deutschland kräftig nach oben geschraubt. Im laufenden Jahr dürfte die Wirtschaft demnach um 1,7 Prozent und im kommenden Jahr um 1,8 Prozent wachsen, teilte die Bundesbank in ihrer am Freitag in Frankfurt veröffentlichten halbjährlichen Prognose mit. Noch im Dezember hatte sie mit einem Wachstum von 1,0 für dieses und von 1,6 Prozent für das kommende Jahr gerechnet. Für 2017 erwarten die Bundesbank-Ökonomen einen realen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts von 1,5 Prozent.

Zwar war der Start ins Jahr 2015 eher mau, dennoch rechnen viele Volkswirte mit einem weiteren guten Jahr. Entsprechend hatten vor der Bundesbank bereits zahlreiche Wirtschaftsforschungsinstitute ihre Konjunkturprognosen nach oben korrigiert. Carsten-Patrick Meier vom Forschungsinstitut Kiel Economics hält sogar zweieinhalb Prozent Wachstum für denkbar.

Auch auf dem Arbeitsmarkt sieht es gut aus: Die Arbeitslosigkeit in Deutschland ist dank des Frühjahrsaufschwungs auf den niedrigsten Mai-Wert seit 24 Jahren gesunken. Die Zahl der Jobsucher ging im Vergleich zum Vormonat um 81 000 auf 2,762 Millionen zurück, wie die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Dienstag in Nürnberg mitteilte. Dadurch sank die Arbeitslosenquote um 0,2 Punkte auf 6,3 Prozent.

Nach Einschätzung von Bundesbank-Präsident Jens Weidmann hat sich die deutsche Wirtschaft von der Konjunkturschwäche vor allem Mitte des vergangenen Jahres schneller als gedacht erholt. „Die Binnenwirtschaft profitiert dabei von der guten Arbeitsmarktlage und den kräftigen Einkommenszuwächsen“, sagte Weidmann. Zwar beeinträchtigte das Auslandsgeschäft aktuell dämpfende Effekte aus der Weltwirtschaft – dem stünde aber der schwächere Euro und die wirtschaftliche Erholung im Euro-Raum gegenüber. Zudem rechnet Weidmann damit, dass die Weltwirtschaft wieder stärker in Schwung kommt.

Bei der Preisentwicklung würden sich zunächst der Einfluss der Euro-Abwertung gegenüber anderen Währungen zeigen. Später würde aber zunehmend der Kostenauftrieb im Inland seine Wirkung zeigen. Ihre Inflationserwartungen für dieses Jahr nahm die Bundesbank deutlich zurück: Die Teuerung könne sich gemessen am Harmonisierten Verbraucherpreisindex (HVPI) im laufenden Jahr von 0,5 Prozent auf 1,8 Prozent im kommenden Jahr und dann weiter auf 2,2 Prozent im Jahr 2017 verstärken.

Noch im Dezember wurde für 2015 eine Teuerung von 1,1 Prozent erwartet. „Wesentlich für die gedämpften Inflationsaussichten ist vor allem der kräftige Rückgang der Rohölnotierungen“, sagte Weidmann.

Arbeitsmarkt verzeichnet besten Mai seit 1991

  • dpa
  • rtr
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18 Kommentare zu "Optimismus steckt Bundesbank an: Deutschland strotzt vor Kraft"

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  • Hm ...
    Allein der Glaube fehlt mir,
    - wie soll es strotzen - trotz großer Verluste aus den verlorenen Geschäften mit Russland?
    - den Kosten die aus den massiven Ein-Wanderungsströmen entstehen?
    - die wahrscheinlich nie zurückgezahlte Staatsverschuldung?
    - Mit negativen Zinsen und ausgelutschten Rentenpapieren am Horizont?
    - Mit einem ungelösten durch das Euro-System zementierten Schieflage der wirtschaftliche Nachbarn.?
    Das klingt mir eher nach Durchhalteparole
    Würde mich freuen zutiefst im Irrtum zu stecken.
    /KR

  • Das nenne ich doch mal eine Aussage. Deutschland strotzt nur vor Kraft, weil der billige Euro die Produkte subventioniert.

  • @ Marc Otto
    Wer sagt denn, dass diese "Neuen Führer" = EU-Parlament (Lobby und NGO Truppen) besser für die europäischen Kulturen = Völker sind als die bisherigen selbstbestimmten und eigenverantwortlichen Vertreter der Kulturen/Länder vor Ort. Europa funktioniert nur, wenn die Kulturen und Länder selbstbestimmt regieren und entscheiden dürfen. Eine EU-EURO Führung ist nichts weiter als eine weitere Diktatur = Gleichmacherei auf dem europäischen Kontinent. Die Vielfalt und die Innovationskraft wird unter diesen Einheits-EU Brei mehr und mehr schaden für die europäische Gemeinschaft hervorrufen als das es ihr nützt.

  • @ Julius Ceasen
    In einer funktionierenden (vom Staat/Gesetz/Politik) unbeeinflussten Marktwirtschaft = Gesellschaft spiegelt die Währung die Wirtschaftsleistung (die Leistung einer Gesellschaft) wieder. Und da sich die Gesellschaften dieser Welt auf ihre jeweiligen Kulturen (Tugenden) basieren, spiegelt somit die Währung einer Gesellschaft nicht nur die Wirtschaftleistung sondern auch die kulturellen Gepflogenheiten wieder. Ein Franzose, Grieche oder Südeuropäer geht halt ganz anders an die Arbeit bzw. versteht etwas anderes als Arbeit - Leistung als ein Nord- oder Mitteleuropäer. Die eine Kultur ist eben anders geprägt für und vom Leben als die andere. Und die Währungen/Wechselkurse haben dies kulturellen/wirtschaftlichen/sozialen Unterschiede in Europa immer sehr gut ausgeglichen. Der Einheits-Euro diktiert jetzt aber die Kulturen von Europa unter einen gemeinsammen "Deutschen-Kultur-Tugend" Hut, der vielen nicht passt und auch viele Kulturen diesen auch nicht aufhaben möchten. Das ist einfach mal zu akzeptieren, dass der EURO für die Kulturen Europas nur Zwietracht, Streit und soziale Spannung bedeutet.

  • @Frau Baur-Warendorf. Schön für Sie das Sie noch glauben können wir lebten in einer Demokratie,
    Wir leben in einem Gebilde welches von Schmarotzerbanken und deren Politikkaspern beherrscht wird.

  • Einzig und allein Deutschlands wirtschaftlichter Stärke ist es zu verdanken, dass in Deutschland (und Europa) noch einigermaßen sozialer Friede herrscht, kriselnde EU Staaten daueralimentiert werden können und unkontrollierten Import geringqualifzierter Migranten nichts ent­ge­gen­ge­setzt wird. (Land der Willkommenskultur).

    Das ist wie in einer Ehe.
    Wenn Partner ständig nachgibt, nachgeben muss, damit die Ehe "nach außen hin" funktioniert, man nicht Gesprächsstoff der Nachbarschaft sein will, dürfte keine harmonische Ehe vorliegen.

    Jeder Eheberater, jeder normale Mensch, würde dann zur Scheidung raten.


    PS:
    Heute Morgen mokierte das HB, mehr oder minder versteckt, den möglichen Einzug eines Pegisten in das Sächsische Parlament. Ein Horrorszenario, sozusagen.

    Merkels alternativlose Gewalt Politik, die EU Demokratur und nicht zuletzt TTIP halte ich für wesentlich gefährlicher für sozialen Frieden, unsere Demokratie, Land und Leute.

  • Ende? Welches Ende? Und was kommt dann, die Räterepublik?

  • Wahrnsinns Einsicht, für die "kulturellen Eigenschaften" spielt es keine Rolle ob der Euro da ist oder nicht. Keine Volkswirtschaft kann sich über einen Wechselkurs isolieren und sein eigenes Spiel spielen. Die Wirkungen eines Wechselkursmechanismus sind lediglich eine Verschleierung der tatsächlichen Transaktionen und führen sogar zu starken Verzerrungen (z.B. Import notwendendiger Güter wird mit fallendem Wechselkurs immer teurer aber müssen trotzdem fortgesetzt werden, damit fällt der Wechselkurs noch stärker) und Risiken welche den Austausch behindern. Mit gemeinsamer Währung erfolgt der Austausch ungefiltert, allein auf Grundlage der Produktionsfaktoren, Verbraucherverhalten und gesetzlichen Bestimmungen.

    Das einzige was Sie meinen können ist die politisch motivierte Manipulation des Wechselkurses, also der Versuch den Außenhandel mit unfairen Tricks willkürlich zu beeinflussen. Eine Währung ist ein zu einflussreiches Instrument um es den Händen wankelmütiger Laien in Form von Politikern zu überlassen. Denn auf jede Aktion folgt in der Ökonomie eine kausale Reaktion und die ist oft nur schwer abschätzbar. Nur Faschisten und Kommunisten können so viel Vertrauen in eine Regierung setzten, dass sie der Politik so viel Macht gewähren auch bis in den letzten Winkel ihres Lebens hineinzuregieren.

    "zu leben und wirtschaften, wie es ihrer eigenen Kultur, Lebengefühl entspricht", das ist immer so. Das Verbraucherverhalten bestimmt im überwiegendem Maße die Angebotspalette. Die Politik übt Einfluss auf die Gestaltung der Wirtschaft aus soziale Marktwirtschaft <> freie Marktwirtschaft und die kulturellen Gepflogenheiten prägen den Rest. Dass ein stetiger Austausch und Wandel in allen Bereichen der Gesellschaft stattfindet sollte man akzeptieren und das ist auch gut so. Sonst würden wir noch heute im Mittelalter leben.

  • Herr Marc Otto@
    Ihr Wort in Gottes Gehörgang.

  • Ja, ich verstehe ihren Standpunkt.

    Aber in diese Falle sind offensichtlich unsere hochgeschätzten "Freunde" auch gelaufen und sie haben verwechselt, was Deutsche nach außen zeigen (IM Erika, Pastor Gauck und andere Repäsentanten) und was wir WIRKLICH sind und tun.





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