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Portugal in der Krise: Wie weit ist es noch bis Griechenland?

Portugal wird bereits als nächster Pleitekandidat der Eurozone gehandelt. Doch es gibt signifikante Unterschiede zu Griechenland. Die Portugiesen stehen hinter der harten Sparpolitik der Regierung. Aber reicht das?

Portugal ist zumindest auf dem richtigen Weg. Quelle: dapd
Portugal ist zumindest auf dem richtigen Weg. Quelle: dapd

MadridOptimisten sind rar in Portugal. Das Land kämpft mit der schwersten Rezession seit Ende der Diktatur Mitte der 70er Jahre. Um mehr als drei Prozent wird die Wirtschaft dieses Jahr schrumpfen, so die Vorhersage der portugiesischen Zentralbank sowie des Internationalen Währungsfonds (IWF). Das Szenario ist düster: Eine hohe Arbeitslosenrate, knapper und teurer Kredit sowie massive Steuererhöhungen und Kürzungen bei Gehältern und Pensionen lassen den privaten Konsum und die Investitionen weg brechen. Die strenge Sparpolitik, zu der sich die Regierung im Rahmen des 78 Milliarden Euro schweren Rettungskredits von EU und IWF verpflichtete, zieht die Wirtschaft weiter nach unten.

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Portugal steckt in der Griechenland-Falle. Die Angst vor einer Spirale nach unten geht um. Ist Portugal der nächste Pleitekandidat?

Für viele Investoren scheint das schon ausgemachte Sache zu sein. Zwar hat das Land heute Geldmarktpapiere zu passablen Zinsen am Markt platzieren können. Doch das liegt wohl an der kurzen Laufzeit. Die nächsten drei oder sechs Monate werde Portugal schon noch schaffen, so die Meinung am Markt.

Wie groß das Misstrauen der Märkte wirklich ist, lässt sich an den Kursen der lang laufenden Anleihen ablesen - sie sind in den vergangenen Tagen stark unter Druck geraten. Die Kurse „spiegeln vor allem bei den länger laufenden Anleihen bereits einen möglichen Staatsbankrott Portugals wider“, warnt Viola Stork, Analystin bei der Helaba. So ist der Kurs der in knapp zehn Jahren fälligen Anleihe auf bis knapp 40 Prozent des Nennwerts von 100 Prozent gefallen, der Kurs der in zwei Jahren auslaufenden Anleihe sackte auf 80 Prozent ab.

Portugal-Anleihen Märkte spekulieren auf den Staatsbankrott

Portugal gilt als nächster Pleitekandidat. Je näher der Schuldenschnitt für Griechenland rückt, desto größer die Sorge, dass Portugal dasselbe Schicksal ereilen wird. Investoren scheinen das Land abgeschrieben zu haben.

Portugal-Anleihen: Märkte spekulieren auf den Staatsbankrott

Übersehen wird dabei, dass es auch positive Entwicklungen gibt in dem kleinen iberischen Land. So loben Vertreter der sogenannten Troika aus EU, IWF und EZB, die die Einhaltung des Kreditprogramms überwachen, dass in Portugal ein großer politischer Konsens über die Notwendigkeit der harschen Spar- und Anpassungsmaßnahmen besteht.

Das ist ein wesentlicher Unterschied zu Griechenland. Im Gegensatz zu den Griechen nimmt auch die portugiesische Bevölkerung die zahlreichen Zumutungen, welche die Haushaltskürzungen und die Rezession für sie bedeuten, bisher ohne wesentlichen Widerstand hin.

Portugal Welche Banken am meisten Geld im Feuer haben

  • Portugal: Welche Banken am meisten Geld im Feuer haben
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Dabei ist das Budget 2012 für viele eine Zumutung: Immerhin sieht es unter anderem empfindliche Kürzungen bei öffentlichen Gehältern und Pensionen vor. Es soll helfen, das Haushaltsdefizit bis 2013 auf drei Prozent zu senken und ging ohne Probleme durchs Parlament. „Die Regierung hat mutige Schritte ergriffen, um die haushaltspolitische Nachhaltigkeit wiederherzustellen“, lobt Albert Jäger, Repräsentant des IWF in Portugal.

Auch bei den Strukturreformen geht die Regierung nach Plan vor. Die radikale Straffung und der Umbau der öffentlichen Verwaltung mache Fortschritte, loben Vertreter der Troika. Beachtlich war schließlich eine Übereinkunft, die die Regierung kürzlich mit Arbeitgebervertretern und zumindest einer der großen Gewerkschaften über eine Reform des Arbeitsmarktes erzielte.

  • 03.02.2012, 11:23 UhrAnonymer Benutzer: Illoinen

    Weil Deutschland sich mehr und mehr zum zweiten China in Europa entwickelt, haben die kleineren Länder kaum noch Chancen zu überleben. Keiner soll später sagen, man habe über "seine Verhältnisse" gelebt. Dies ist zynisch! Die einzigen, welche wirklich über ihre Verhältnisse gelebt haben, waren die Investment Banken in Europa, Risiken wurden ausgelagert, Bilanzen geschönt, die Zeche zahlt der Bürger. Nur weil man in Europa nicht bereit ist, Eurobonds einzuführen, zahlen die kleinen Länder erhöhte Zinsen, das kann nicht gut gehen. Die Zentralbank, gibt lieber den Zockern billig Geld, welches diese dann zu Horror Zinsen ganz legal weiter verleihen? Tolles Geschäftsmodell, an der Not anderer noch Geld verdienen. Ja sogar wetten auf Staatspleiten sind erlaubt? Beschämend und Parasitär! So lange man mit Europa prächtig verdienen konnte und einige verdienen ja heute auch noch prächtig, war alles ok. Aber wenn es um Solidarität geht ist es vorbei mit der Solidarität in Europa.

  • 02.02.2012, 08:24 Uhrkognitiver

    HerbetVogl, wenn Sie glauben Elend in Athen gesehen zu haben, haben Sie noch nie wirklich Elend gesehen, sie Wohnzimmersesselpupser.
    Der grosse Unterschied zwischen Griechenland und Portugal ist. Die Portugiesen sind einsichtig, sparwillig, leidensfähig, genügsam, haben eine vergleichsweise funktionierende Administration und Steuermoral etc, weniger Korruption. Grosses Defizit ist niedriges Bildungsniveau, wenn auch nicht niedriger als griechisches. All dies zeigt aber, dass pauschales Südländerbashing nicht zielführend ist. Ich würde einen Portugiesen zehnmal lieber retten, als einen unverschämten Griechenparasiten

  • 02.02.2012, 07:37 UhrAnonymer Benutzer: HerbertVogl

    Griechenland ist eines der teuersten Länder Inder EU. Kann mir einer dieser "Spezialisten" mal erklären, wie diese Menschen dort von ein paar wenigen hundert Teuros LEBEN sollen?

    Das Benzin kostet 1,72 (normal) und das Heizöl wird kommenden Winter (Herbst 2012) gleichgestellt mit dem Autodiesel also 1,40 etwa.

    Bitte einen Spezialisten, der mir das mal erklären soll.... Ich war Athen vor wenigen Tagen und habe nie da gewesenes Elend gesehen. Und dass Mitten in einem EU-Land...

    Wenn es aber darum geht unsere U-Boote und sonstige Rüstungssysteme denen aufs Auge zu drücken vergessen wir alle unsere Spardiktate.
    Wenn das keine Heuchlerei ist!

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