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Prognose: Experten erwarten Arbeitslosenzahl unter drei Millionen

Langer Winter, stotternder Konjunkturmotor: Die Vorzeichen für einen Frühjahrsaufschwung sind schlecht. Im Mai soll sich das ändern. Die psychologisch wichtige Schwelle von drei Millionen könnte unterschritten werden.

Im Jahresverlauf könnte die Zahl der Erwerbslosen auf 2,77 Millionen sinken. Quelle: dpa
Im Jahresverlauf könnte die Zahl der Erwerbslosen auf 2,77 Millionen sinken. Quelle: dpa

NürnbergDie Zahl der Arbeitslosen ist nach Experten-Einschätzung im Mai erstmals wieder unter die Drei-Millionen-Marke gerutscht. Insgesamt seien im zu Ende gehenden Monat bundesweit 2,91 Millionen und Männer ohne Arbeit gewesen, berichteten Volkswirte deutscher Großbanken in einer dpa-Umfrage unter Berufung auf eigene Berechnungen. Dies wären zwar rund 110 000 Arbeitslose weniger als im April, aber rund 55 000 mehr als vor einem Jahr. Die offizielle Zahl der Arbeitslosen will die Bundesagentur für Arbeit (BA) am Mittwoch (29. Mai) bekanntgeben.

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Zuletzt hatte die Zahl der amtlich registrierten Erwerbslosen im Dezember 2012 unter der psychologisch wichtigen Drei-Millionen Marke gelegen. Wegen des langanhaltenden Winters hatte es nach Experteneinschätzung in diesem Jahr zwei Monate länger gedauert, bis der Frühjahrsaufschwung die Arbeitslosenzahl wieder unter die Drei-Millionen Schwelle drückte. Von einer Unterschreitung der Schwelle im Mai war zuletzt auch BA-Chef Frank-Jürgen Weise ausgegangen.

Die neuen Wachstumsmärkte der deutschen Exporteure

  • Malaysia

    Fast fünf Prozent Wachstum jährlich werden dem aufstrebenden Land bis 2025 vorausgesagt. Im gleichen Zeitraum könnte sich das Bruttoinlandsprodukt verdoppeln. Ein Grund dafür ist die wachsende Wettbewerbsfähigkeit. Im internationalen Standort-Vergleich des World Economic Forum belegt Malaysia Platz 25, knapp hinter Deutschlands wichtigstem Handelspartner Frankreich (21), aber noch vor China (29) und Italien (42). "Malaysia ist eine der offensten Volkswirtschaften der Welt", lobt das Prognos-Institut.

  • Indonesien

    Das muslimisch geprägte Land lockt mit einem riesigen Binnenmarkt: Indonesien ist gemessen an der Bevölkerung die Nummer vier der Welt. 240 Millionen Einwohner leben hier. Bis 2060 wird Indonesien zur sechstgrößten Volkswirtschaft der Welt aufrücken und Deutschland überholen, sagt die Industriestaaten-Organisation OECD voraus. "Das rohstoff- und bevölkerungsreiche Land wird 2012 und 2013 um mehr als sechs Prozent wachsen", prognostiziert der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK). "Die Wirtschaft des Inselreichs profitiert von niedrigen Zinsen und einer niedrigen Inflation."

  • Kolumbien

    Reiche Rohstoffvorkommen von Kohle über Öl und Gold bis zu Seltenen Erden, die Öffnung der Volkswirtschaft und nicht zuletzt eine deutlich verbesserte Sicherheitslage durch die Friedensgespräche mit den marxistischen FARC-Rebellen lassen auch hier ein jährliches Wirtschaftswachstum um die fünf Prozent erwarten. Für die Weltbank zählt Kolumbien zur Spitzengruppe in den lateinamerikanischen Staaten, wenn es um den Schutz geistigen Eigentums und Regulierung geht. "Das Land wird damit für ausländische Investoren interessanter", so der DIHK. Zusätzliche Impulse kommen von dem in Kraft getretenen Freihandelsabkommen mit der Europäischen Union. Der DIHK hält deshalb sowohl bei den Importen als auch bei den Exporten Steigerungsraten von mehr als 20 Prozent für möglich.

  • Peru

    Noch mehr Wachstum wird Peru vorausgesagt: Sechs Prozent kann die Wirtschaftsleistung dort pro Jahr zulegen. Auch Peru hat ein Freihandelsabkommen mit der EU unterzeichnet und verfügt über viele Rohstoffe. Der DIHK hält deshalb ein Ausweitung des Handels um mehr als 20 Prozent für möglich. Besonders gefragt sein dürften Fahrzeuge. Dieser Markt lockt dem Prognos-Institut zufolge mit jährlichen Steigerungsraten von sieben Prozent.

  • Tunesien

    Das World Economic Forum hält Tunesien, wo der arabische Frühling begann, für das wettbewerbsfähigste Land Afrikas. "Zu den größten Pluspunkten gehören die geografische Nähe zu Europa, eine belastbare Infrastruktur sowie die günstigen Lohnkosten", betont das Prognos-Institut. "Das Bildungssystem ist im regionalen Vergleich gut ausgebaut. Zudem haben zahlreiche Tunesier im Ausland studiert."

  • Vietnam

    Schon jetzt zählt das asiatische Land mehr Einwohner als Deutschland, 2025 sollen es fast 100 Millionen sein. "Die konsumfreudige und zunehmend kaufkräftige Bevölkerung verspricht ein gewaltiges Absatzpotenzial: In kaum einem anderen Land Asiens wächst die Mittelschicht schneller als in Vietnam", so das Prognos-Institut. Mehr als sechs Prozent jährlich soll das Bruttoinlandsprodukt zulegen. Vietnam verfügt über unzählige billige Arbeitskräfte. Viele Unternehmen haben ihre Produktion deshalb schon aus dem teurer werdenden China in das Nachbarland verlagert.

Etwas optimistischer als die meisten seiner Kollegen beurteilt Allianz-Volkswirt Rolf Schneider die Arbeitsmarktentwicklung. „Nach Ostern haben viele Unternehmen neue Arbeitskräfte eingestellt. Vor allem auf dem Bau hat es wegen der dort guten Auftragslage einen Nachholeffekt gegeben“, urteilt er. Ohne diesen Sondereffekte hätte es allerdings im Mai eher einen Stillstand auf dem Arbeitsmarkt gegeben. Konjunkturell sei die Lage für den Arbeitsmarkt noch immer ungünstig.

Ähnlich sieht das auch Commerzbank-Volkswirt Eckart Tuchtfeld: „Man muss einfach zur Kenntnis nehmen, dass bei vielen Unternehmen die Begeisterung für Investitionen nicht da ist“, betont der Arbeitsmarktexperte. In vielen Chefetagen sei noch immer die Verunsicherung über die Staatsschuldenkrise groß. Zudem dämpften volkswirtschaftliche Frühindikatoren wie das Ifo-Geschäftsklima die Stimmung. „Auch ist bei vielen Firmen die Auftragslage gedämpft.“

Wie die meisten seiner Kollege rechnet er daher auch für den Rest des Jahres mit einer Stagnation auf dem deutschen Arbeitsmarkt. „Im Juni wird die Zahl saisonbereinigt noch mal steigen, danach werden wir uns bis zum Jahresende an einer Null-Linie entlang bewegen“, prognostiziert er. Etwas zuversichtlicher schätzt Allianz-Volkswirt die weitere Entwicklung ein. Er hält es für wahrscheinlich, dass mit dem Anziehen der Konjunktur in der zweiten Jahreshälfte auch wieder neue Arbeitsplätze entstehen. Dadurch könnte die Zahl der Erwerbslosen im Jahresverlauf bis auf 2,77 Millionen sinken.

  • 25.05.2013, 12:38 UhrRDA

    Na, vielleicht erklären die "Experten" dem dummen Volk auch mal, was die eigentlichen Gründe der Arbeitslosigkeit sind - nicht zufällig Investitionsstaus trotz jahrelanger Lohnzurückhaltung und Nachfragelücken wegen eben dieser jahrelangen Lohnzurückhaltung und der Einführung eines staatlich subventionierten Niedriglohnsektors? Nicht zu vergessen die Rentner, die dank Nachhaltigkeitsfaktor und diverser Sozialabgabenerhöhungen ebenfalls seit Jahren real verloren haben.

  • 24.05.2013, 22:58 UhrOmarius

    Wie passen da eigentlich die 1 Millionen Zuwanderer letzes Jahr ins Bild ?

    Haben die sich alle in Luft aufgelöst? oder wurden soviele Neue Stellen geschaffen ? trotz der schwachen Welt Konjunktur? fragen über fragen.....

    BTW die Grundlagen zur Ermittlung der AL zahlen wurden über 83 mal geändert die letzen 15 jahre...

    ach soviel Baustellen unsere Presse Könnten ein Faß nach dem anderen aufmachen in der Bimbes Republik...und sämtliche Parteien wegfegen.... nur leider fehlt der Mut und die weitsicht... und so finden wir uns bald alles wieder im Post demokratischem EU Völkergefängnis... beten wir nur das es nicht wieder 40 jahre dauert bis die "Mauer" fällt..

    nachtrag...
    folgende Menschen (!) gelten nicht als "arbeitslos" im Sinne von SGB IV u werden daher nicht in der Statistik als solche erfasst:

    -wer über 50 ist (BA intern "Alteisen" "BA Grufti")
    -wer Altersteilzeit, Vorruhestand, hat, BfA Grundsicherung, Zwangsverentet etc

    -wer sich in einer Quali oder ABM befindet
    -sehr z.Zt krank ist
    -wer sich in einer "Massnahme" befindet
    -wem die Leistungen ganz / teilweise gestrichen wurden, wer Sanktionen hat
    -wer Reha, Kur macht, schwanger ist, Kind bis 4 J hat
    -wer einen Termin beim Fallmanager hat
    -wer sich Bewerbungsprozess befindet
    -wer als "integrationsfern" bei H4 bzw als "nicht vermittlungsfähig" klassifizert wurde
    -wer z Zt keinen festen Wohnsitz hat, vorrübergehend bei Freunden, Eltern, WG wohnt
    -wer gerade aus dem Ausland zurück kehrt ("Goodbye germany")
    -wem Job-Vermittlungsangebote zugeschickt wurden

    alle diese stehen dem Arbeits"Markt" nicht zu verfügung in der Logik der arge, Jobcenter - und zählen daher nicht (....) zur Arb,losen Statistik

    merke
    man kann Arbeitslosengeld bekommen - und dennoch nicht als arbeitslos gezählt werden

    quelle: SGB 1-6, homepage Jobcenter, Erläuterungen zum Gesetz über moderne Massnahmen am Arbeitsmarkt

  • 24.05.2013, 12:48 UhrEnergieelite

    So ? Was war das dann für eine" Volksverdummung " im Jahr 2005 als Schröder und Trittin 5,2 Mio zu verantworten hatten ? Wie viele waren es dann real , 10 -- 15 Mio ???

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