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Prognose: Italiens Notenbank erwartet ein weiteres Jahr Rezession

Italien muss voraussichtlich auch 2013 mit einer Rezession rechnen. Die Notenbank hat ihre Prognose nach unten korrigiert und erwartet ein Minus von einem Prozent. Ab der zweiten Jahreshälfte soll es aber aufwärts gehen.

Italiens Wirtschaft geht weiter auf Talfahrt. Die Notenbank rechnet für 2013 mit einem Minus von einem Prozent. Quelle: dpa
Italiens Wirtschaft geht weiter auf Talfahrt. Die Notenbank rechnet für 2013 mit einem Minus von einem Prozent. Quelle: dpa

RomItalien muss sich auf ein weiteres Jahr Rezession einstellen. Die Notenbank veranschlagt in ihrer am Freitag vorgelegten Prognose für 2013 ein Minus beim Bruttoinlandsprodukt von 1,0 Prozent. Sie ist damit weit pessimistischer als noch vor einem halben Jahr, als sie nur minus 0,2 Prozent prognostizierte. Voriges Jahr ist die Wirtschaftsleistung nach einer ersten groben Schätzung um 2,1 Prozent geschrumpft. Das unter einer hohen Schuldenlast ächzende Land steckt seit Anfang 2011 in der Rezession. Die Notenbank erwartet erst ab der zweiten Jahreshälfte eine Erholung, die jedoch keineswegs sicher sei. 2014 soll die Wirtschaft wieder wachsen, doch mit einem Plus von 0,7 Prozent nur schleppend.

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Fortschritte beim Defizitabbau bescheinigt die Notenbank zugleich dem technokratischen Ministerpräsidenten Mario Monti, der bei der Parlamentswahl am 25. Februar mit einem eigenen Bündnis antritt: 2012 soll der Fehlbetrag auf 3,0 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) gefallen sein. Damit würde das Land das Maastricht-Defizit-Kriterium wieder einhalten, das 2011 mit 3,9 Prozent noch klar verfehlt wurde. Die Schuldenstandsquote bleibt jedoch weiter überhöht. Für 2013 sagt die Notenbank eine Quote von 126,1 Prozent der Wirtschaftsleistung voraus. Die Maastricht-Obergrenze liegt bei 60 Prozent des Bruttoinlandsprodukts.

  • 21.01.2013, 05:28 UhrArminius

    Solange nicht ein Minimum an Protektionismus den schwächeren Eurowirtschaften erlaubt wird, werden wir aus der Krise nicht kommen.
    Wir müssen durch geeignete Maßnahmen dafür sorgen dass in der Eurozone eine Wirtschaftskonvergenz erreicht wird.
    Das können die schwächere Euroländer aus eigener Kraft nicht schaffen, nur durch eine Änderung der EU-Verträge kann dies erreicht werden. Der von Merkel-Deutschland erzwungenen Sozial- und Lohndumping verschärfen nur die Divergenzen. Dadurch zwingen wir diese Länder zu einer Art Bannrepubliken zu mutieren, als Billiglohnländer abgestuft werden diese Euroländer die Währungsunion destabilisieren und schließlich zum Kollabieren bringen.
    Man muss diese Euroländer gewisse Begünstigungen gewähren damit mehr Industrieinvestitionen dort getätigt werden. Nur durch die Mehreinnahmen können dort ausgeglichene Haushalte erreicht werden.

  • 19.01.2013, 09:51 UhrKoboldo

    Es ist schon fast fatal, wohin das HB die Meldung über Italiens Wirtschaftsentwicklung versteckt, dabei hat dies unmittelbare Auswirkungen auf den Euro-Raum und vor allem auf unsere Exportwirtschaft. An der Börse kam davon gestern nur kurzzeitig was an, als der Euro fiel. Anscheinend gefallen sich die Medien darin, auch kursstützend tätig zu sein...

  • 18.01.2013, 18:12 UhrEuler

    Rätselhaft bleibt, woher die Behauptungen gespeist werden, die "Eurokrise entschärft sich bereits" bzw. ähnlichlautende aussagen, die me als schönwettermacherei klassifiziert werden können, damit der Dax weiter steigt Italien ist schwer in der klemme, die Verschuldung steigt weiter, die rezession hält an- da kann man selbstverständlich davon reden, daß die Schuldenkrise sich entschärft -

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