Protektionismus und Nationalismus: Negative Stimmung deutscher Unternehmen

Protektionismus und Nationalismus
Deutsche Unternehmen haben den „China-Blues“

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Negative Stimmung deutscher Unternehmen

Im vergangenen Jahr habe es bereits eine deutlich gestiegene Zahl von Beschwerden und Hilfegesuche deutscher Firmen bei der Botschaft in Peking gegeben, so Clauss. In diesen Jahr sei die Zahl jedoch „steil nach oben gegangen“. Beklagt werden demnach vor allem Diskriminierung durch wachsenden lokalen Protektionismus oder ökonomischen Nationalismus. „Deutschland wird offen bleiben. Aber wir erwarten eine Gleichbehandlung. Es kann nicht sein, dass wir eine Einbahnstraße haben“, sagt Clauss.

Ausgerechnet Firmen, die bereits zehn Jahre und länger in China präsent sind, fühlten sich tendenziell weniger willkommen im Land. 42 Prozent der befragten langjährigen Unternehmen gaben an, die Lage habe sich verschlechtert. Bei Betrieben, die erst sechs Jahre oder weniger in China vor Ort sind, lag der Anteil bei 26 Prozent.

Die Gründe für die negative Stimmung hingen mit der insgesamt schwierigen Lage der Weltwirtschaft sowie dem Klima in China zusammen, sagt Herrmann. Die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt hatte für das dritte Quartal zwar mit 6,7 Prozent ein solides Wachstums gemeldet. Jedoch schlage der Kampf gegen Überkapazitäten etwa in Stahlsektor auch auf die deutschen Maschinenbauer durch, vermutet AHK-China-Präsident Herrmann.

An der im September durchgeführten Jahresumfrage der AHK hatten sich 426 deutsche Unternehmen vorwiegend aus dem Maschinenbau, der Autoindustrie und dem Dienstleistungsbereich beteiligt. Die Kammer zählt rund 2500 Mitgliedsfirmen und vertritt damit rund die Hälfte der in China aktiven deutschen Unternehmen.

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Stephan Scheuer ist China-Korrespondent des Handelsblatts. Quelle: Mirela Hadzic für Handelsblatt
Stephan Scheuer
Handelsblatt / Korrespondent China

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  • China schlägt zurück. Und EU-Deutschland wird es noch schlechter gehen.
    Feste Verkaufsquote von E-Autos und dies an den Umsatz gebunden. Beudeutet nur eines. Kompletter Umsatzeinbruch für die Deutschen Autobauer in China.
    China scheint jetzt soweit zu sein, seine eigenen Autos herzustellen und zu verkaufen. Entweder zieht sich also VW und CO. aus China zurück oder VW und Co. werden ein Teil von China und verlegen ihren Firmensitz nach China.
    In Deutschland droht jedoch die Grün-Kommunistische Merkel Partei die Verbrennungsmotoren abzuschaffen. Es wäre somit für die Deutschen Autobauer vielleicht noch ratsam mal in den USA nach Asyl nachzufragen. Wobei Trump hier lieber seine eigene Autohersteller bevorzugt.
    Somit schafft sich also die Deutsche Autobranche bis 2020 selbst ab. Dank einer Deutschen Grün-Kommunistischen Merkel Politik die das lebenswichtige CO2 als "Böse" gekennzeichnet hat und mit der Wertgrenzpolitik willkürlich die Wertgrenzen bestimmt. Bis zu endgültigen Vernichtung des Deutschen Wirtschaftsstandort. Ziel erreicht. Merkel und die Kommunisten der Deutschland Hasserfront können einen Haken hinter ihre Mission machen.

  • Es wird kommen, wie es kommen muss. Die Blau- und Gutgläubigkeit naiver oder an einen Kurzerfolg bedachter deutscher Unternehmen wird zum Massengrab. Es ist doch klar, dass die Chinesen jede ausländische Firma sofort dann aus dem Lande drängen, wenn diese für den eigenen Erfolg überflüssig geworden ist. Wer das nicht vorausgesehen hat, ist selber schuld oder bewusst ein Verräter gewesen.

  • Zu Hause mauern - den US-Kunden Riesen-Abfindungen zahlen - und nach China künftig E-Autos liefern.

    Wenn das keine Anzeichen von mangelhafter Zukunftsplanung sind, dann weiß ich's auch nicht. Die Riesen-Sauerei gegenüber deutschen Kunden mal außen vor gelassen.

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