Protokoll der Juli-Sitzung
Fed lässt Experten und Märkte ratlos

Das Protokoll der US-Notenbank hat keine neuen Erkenntnisse gebracht. Ob es im September eine Leitzinserhöhung geben wird, ist weiterhin unklar. Vielmehr spiegelt der Bericht das Dilemma wider, vor dem die Fed steht.
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New YorkZunächst zogen die Aktienkurse an, nachdem die US-Notenbank (Fed) am Mittwoch das Protokoll ihrer Sitzung im Juli veröffentlicht hat. Offenbar waren die Händler erleichtert, dass daraus zumindest kein klares Signal für eine Zinserhöhung im September abzusehen ist.

Aber rund eine Stunde später waren die Märkte am selben Punkt wie vorher. Der Anleihenmarkt zeigte dagegen deutlicher an, dass Investoren weniger als zuvor an einen Zinsschritt im September glauben.
David Kelly von JP Morgan wies allerdings darauf hin, dass seit der Juli-Sitzung positive Zahlen vom Arbeitsmarkt, aus der Einzelhandelsbranche und vom Immobilienmarkt gekommen sind. Er geht daher weiterhin davon aus, dass die Fed im September zur Tat schreitet.

Die Äußerungen der Mitglieder im geldpolitischen Ausschuss hielten sich so sehr die Waage, dass sie im Endeffekt keinen Aufschluss darüber geben, wie es weitergeht in der Geldpolitik. Harm Bandholz, Chef-US-Ökonom von Unicredit, hob den entscheidenden Satz hervor: „Die meisten urteilten, dass die Bedingungen für eine härtere Geldpolitik noch nicht erreicht seien, aber, dass die Bedingungen sich diesem Punkt nähern.“ Das ist aber genau das, was vorher auch schon bekannt war.

Seit der Sitzung Mitte Juli gab es keine aufschlussreichen Äußerungen von Fed-Chefin Janet Yellen, ihrem Stellvertreter Stanley Fischer oder Bill Dudley, dem Chef der Fed New York. Diese drei, auch „die Troika“ genannt, gelten als die entscheidenden Figuren. Wenn bis zur nächsten Fed Sitzung Mitte September von dieser Seite keine Hinweise kommen, sinkt die Wahrscheinlichkeit, dass es noch im September zur ersten Zinserhöhung seit neun Jahren kommt. Denn die Notenbank will Turbulenzen an den Märkten verhindern und wird sie daher auf jede Veränderung vorbereiten.

Das Fed-Protokoll machte erneut das Dilemma deutlich, vor dem die Notenbank steht. Der Arbeitsmarkt würde eine Zinserhöhung nahelegen, die niedrige Inflation spricht dagegen. Hinzu kommt: Die heimische Konjunktur läuft recht gut, aber aus dem Ausland, vor allem aus China, drohen negative Einflüsse.

Bruce Kasman, Chef-Ökonom von JP Morgan, hatte vor kurzem einen Vergleich zu früheren Zinszyklen gezogen. Das Ergebnis: Wenn die Fed in der Vergangenheit begonnen hat, die Zinsen zu erhöhen, war der Arbeitsmarkt meist schwächer als heute, aber das Wachstum deutlich stärker und die Inflation höher.

Das Fed-Protokoll kam etwas früher an die Öffentlichkeit als geplant. Die Nachrichtenagentur Bloomberg, die den Text wie andere große US-Medien vorab bekam, hatte aus Versehen eine Überschrift zu früh publiziert.

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  • Die hohen Herren (und Damen) in den Zentralbanken haben schon lange jeden Sinn für die Realität in der Welt verloren. Es wird keine Zinserhöhung geben und wenn dann nur sehr kurzfristig um dann wieder zum Niedrigzins zurück zu kehren. Man siehe sich nur Japan der letzten zwanzig Jahre an.
    Ein auf Kreditexpansion beruhendes System kann langfristig nicht funktionieren und wird zwangsläufig kollabieren da es darauf zielt Kapital (für den Konsum) vom Verbraucher abzuziehen. Mathematik ist nun einmal keine Meinung!
    Es wird auch nicht besser wenn man mit Hochdruck Benzin zum Löschen des brennenden Hauses einsetzt. Man fragt sich nur ob der Intelligenz dieser Entscheidungsträger.

  • Läuft doch gut für die Amis, die Bösen gehen pleite nur weil irgendwann die
    FED die Zinsen erhöht.

  • Statt einer Zinserhöhung werden wir wohl eher QE 4 erleben.

    Die positiven Berichte aus USA sind wohl alle gedoktert.

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