Regierung und Notenbanker einig: Das Leben wird wieder billiger

Regierung und Notenbanker einig
Das Leben wird wieder billiger

Der zuletzt kräftige Preisauftrieb wird nach Einschätzung von Bundesregierung und Bundesbank im Laufe dieses Jahres wieder nachlassen. Die Preisschübe bei Energie und Lebensmitteln sowie die Mehrwertsteuererhöhung hatten die Verbraucherpreise 2007 mit 2,2 Prozent so kräftig steigen lassen wie seit 1994 nicht mehr.

HB BERLIN/NIKOSIA. Am Jahresende werde die Teuerungsrate wieder unter zwei Prozent liegen, sagte das Wirtschaftsministerium in seinem am Freitag veröffentlichten Monatsbericht voraus. Auch Bundesbank-Präsident Axel Weber rechnet damit, dass die Inflationsrate in der Euro-Zone spätestens im kommenden Jahr wieder auf Werte um die zwei Prozent fallen wird. Die Teuerung werde jedoch nach seiner Einschätzung nicht deutlich unter dieser Marke liegen, sagte Weber in der zyprischen Hauptstadt Nikosia. „Wir erwarten eine Abmilderung der hohen Inflationsraten Richtung zwei Prozent in diesem Jahr und 2009 sind wir allenfalls in der Nähe von zwei Prozent, nicht deutlich unter zwei Prozent.“

In einer Reuters-Umfrage hatten Volkswirte von Banken und Forschungsinstituten jüngst eine ähnliche Beurteilung abgegeben. Sie rechnen im Mittel für dieses Jahr noch mit einer Inflationsrate von 2,2 Prozent, die dann 2009 auf 1,7 Prozent sinken dürfte.

Der Aufschwung wird sich dem Wirtschaftsministerium zufolge in diesem Jahr fortsetzen. Die Risiken seien aber gestiegen, hieß es in dem Bericht. Wegen des starken Euro, hoher Ölpreise, der US-Immobilienkrise und anderer belastender Faktoren werde die Wirtschaft nicht so stark wachsen wie im abgelaufenen Jahr mit 2,5 Prozent. Als Konjunkturstütze wird der private Konsum gesehen, der 2007 noch geschrumpft war. „Eine spürbare Belebung des privaten Konsums bleibt wahrscheinlich“. Die Beschäftigung nehme weiter zu, zudem schlügen die höheren Tarifabschlüsse allmählich durch.

Der Bundesbankpräsident beurteilte die Wachstumsperspektiven ähnlich. In diesem Jahr werde die Wirtschaft der Euro-Zone wohl um ihr Potenzial wachsen, sagte Weber. Er habe keinen Grund an den erst im Dezember vorgelegten Projektionen der EZB-Volkswirte zu zweifeln. Vor rund einem Monat hatten die Experten der Notenbank die Spanne für das Wirtschaftswachstum in 2008 auf 1,5 bis 2,5 Prozent veranschlagt. Die von Reuters befragten Ökonomen erwarten in diesem Jahr einen Anstieg des Bruttoinlandsprodukts von 1,8 Prozent.

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