Deutsche Produkte sind im Ausland gefragt wie nie, die Wirtschaft meldet Rekordexporte. Doch die Kritik am Leistungsbilanzüberschuss sorgt für Unruhe in den Unternehmen. Handelsbarrieren würden Deutschland hart treffen.

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  • Sehr geehrter Herr Häring,

    bitte helfen Sie mir. Ich suche einen Diskussionsbeitrag, der beschreibt, dass am deutschen Leistungsbilanzüberschuss 3 1/2 Millionen Arbeitsplätze hängen. Eigentlich ein einfacher Zusammenhang. Man könnte meinen, dass auch Jounalisten ihn durchblicken.

    Vielleicht sorgt Donald Trump mit Einfuhrzöllen dafür, dass die 3 1/2 Millionen Industriemitarbeiter arbeitslos werden. Wahrscheinlich wird einigen Diskussionsteilnehmern dann klar, dass man Freihandel und Exportstärke nicht verteufeln, sondern mit Zähnen und Klauen verteidigen sollte. Auch wenn Politiker wettbewerbsschwacher Länder anderer Auffassung sein mögen.

  • Interessant wäre zu wissen, welcher Anteil des Exportbooms auf die Targetsalden entfällt, denn dieser Export wird auf Pump gekauft und die Gegenleistung in Barem wird kaum einbringbar sein und auf den Sankt Nimmerleinstag verschoben.

  • Würde jedes Land in der EU so Exportgeil denken und handeln....würde das ganze Exportgeschäft (EU-EURO Schneeballsystem) in sich zusammenfallen....Export heißt nichts anderes, dass eine Volkswirtschaft über seine Verhältnisse produziert und andere Länder (Absatzmärkte) mit ihren Produkten überschwemmt.
    Das Gleiche...nur anders herum...erleben ja unsere Bauern seit Jahren...die Deutschen Bauern werden durch diese grenzenlose Globalisierungsgier nach mehr Profit durch billiges Wirtschaften mit Milch- Fleisch- Getreideprodukten regelrecht von Billigen Massenwaren überschwemmt....kein Wunder, dass unsere Deutschen Bauern schon lange nicht mehr Herr auf den eigenen Hof sondern von Agrasubventionen abhängig sind.

  • Sicherlich klingt es einfacher, als es dann tatsächlich ist. Denn nur mal angenommen, man könnte einfach die Löhne und Investitionen nach oben drehen. Dann steigen alle inländischen Preise, weil die Unternehmen dies natürlich auch im Inland weitergeben. Ganz zu schweigen von den Lohnnebenkosten. Und auch die kalte Progression schlägt voll durch. Am Ende bleibt ein Großteil über Steuern und Abgaben beim Staat. Hätten dann die Arbeitnehmer wirklich so viel mehr in der Tasche? Und die Unternehmen verlieren absolut gesehen Wettbewerbsfähigkeit im In- und Ausland. Was ist denn dann, wenn die Weltkonjunktur schwächelt? Wie fährt man das dann wieder runter? Politisch nicht umsetzbar aus meiner Sicht.
    Was den Investitionsstau betrifft, besteht hier sicherlich ein ganz guter Hebel. Wenn es seitens des Staates schlau investiert ist. Anreize für Unternehmen sind sicherlich auch denkbar.
    Oder wir subventionieren einfach ausländische Produkte....Das würde Herrn Trump gefallen ;)

  • Die über viele jahre hinweg zu gerinmgen deutschen Lohnstückkosten in Verbindung mit dem für deutsche Verhältnisse zu niedrigen Euro-Wechselkurs dürften die Gründe für die hohe Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Industrie und damit für den Exportsektor darstellen.

    http://www.boerse-live.at/eBusiness/services/resources/media/0,7882,212251493524270627-NA-837054687600408987-1-1-NA,00.pdf

    Oder anders ausgedrückt: die deutschen beschäftigten haben mit ihrer Lohnzurückhaltung den Erfolg der Industrie möglich gemacht, den Gewinn strich überwiegend die Kapitalseite ein.

    Aber die Regierung hat sich des Problems angenommen, durch massenhaften Import hochqualifizierter Fachkräfte, was sich irgendwann in der Qualität der Produkte und damit in einem Rückgang der Nachfrage niederschlagen dürfte. Dann erübrigt sich das mit dem Überschuss, Gott sei dank. :)

  • Sehr geehrter Herr Häring,

    in einem Punkt sind wir uns sicher einig: Der deutsche Leistungsbilanzüberschuß ist Ausdruck der Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Unternehmen. Aber wie kann er verringert werden?

    Durch höhere Investitionen der Unternehmen auf keinen Fall, sie würden die Wettbewerbsfähigkeit noch weiter verbessern. Und höhere Investitionen des Staates drücken die Wettbewerbsfähigkeit der Firmen nur dann, wenn sie durch höhere Unternehmenssteuern finanziert werden.

    Auf die Lohnabschlüsse hat der Staat nur bei den eigenen Mitarbeitern Gestaltungsmöglichkeiten, wobei viele diese Mitarbeiter im Niedriglohnsektor tätig sind. Diese Mitarbeiter finanziell besser zu stellen, wäre eine sozialpolitische Großtat. Aber im Gegenzug müßte der Staat durch Erhöhung seiner Steuern und Gebühren die Wettbewerbsfähigkeit der Exportbranchen vermindern. Nur dann verringert sich das Leistungsbilanzdefizit.

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