Rekordergebnis im dritten Quartal: Gewerbesteuerboom verfestigt sich vor allem im Westen

Rekordergebnis im dritten Quartal
Gewerbesteuerboom verfestigt sich vor allem im Westen

Der Gewerbesteuerboom setzt sich fort: Nach 20,5 Prozent im ersten und 17,5 Prozent im zweiten legten die Einnahmen aus der wichtigsten Kommunalsteuer im dritten Quartal 2006 um 28,4 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum zu. Dies geht aus einer Fachpublikation des Statistischen Bundesamtes vom Freitag hervor.

DÜSSELDORF. Steuerschätzer revidierten darauf hin ihre Erwartungen für die aufkommensstärkste Unternehmensteuer noch einmal nach oben. Alfred Boss, Finanzexperte des Kieler Institut für Weltwirtschaft, erwartet, dass die Gewerbesteuereinnahmen mit 37,7 Mrd. Euro im laufenden Jahr rund eine Mrd. Euro höher ausfallen dürften, als der Arbeitskreis Steuerschätzung im November geschätzt hatte.

Die Gemeindesteuern werden gesondert erfasst und – im Gegensatz zu den anderen Steuern – mit etwa einem Quartal Verzögerung veröffentlicht. Daher wird ein Ergebnis für das Gesamtjahr 2006 wohl erst im Frühjahr veröffentlicht. Der Arbeitskreis Steuerschätzer hatte im November für 2006 einen Rekordzuwachs dieser Steuer von 17,5 Prozent geschätzt; diese Prognose dürfte noch um einige hundert Millionen Euro übertroffenen worden sein.

Tatsächlich ist der Gewerbesteuerboom regional aber sehr unterschiedlich ausgeprägt. Während Rheinland-Pfalz mit einem Plus von 34 Prozent den größten Zuwachs unter den Flächenländern verbuchen konnte, kassierte Sachsen-Anhalt lediglich zwei Prozent mehr Steuern von der ansässigen Wirtschaft als im Vorjahreszeitraum.

Damit befindet sich Sachsen-Anhalt in guter Gesellschaft mit den anderen neuen Bundesländern: Im ganzen „Bundesgebiet Ost“, wie die neuen Länder und Ostberlin im Statistiker-Deutsch heißen, stieg das Aufkommen im Schnitt um 14 Prozent und damit deutlich geringer als im Westen. Noch ungünstiger fällt die Bilanz aus, wenn man Ost-Berlin ausklammert, wo das Gewerbesteueraufkommen im dritten Quartal sich fast verdoppelte: In den Flächenländern Ost stieg das Aufkommen 2006 lediglich um knapp 12 Prozent.

Damit bleibt auch im 17. Jahr der deutschen Einheit die Gewerbesteuer ein „West-Steuer“; Ostdeutschland holt nur sehr langsam auf. Lediglich neun Prozent des Aufkommens 2006 wurde in den neuen Ländern erwirtschaftet – nur knapp zwei Prozentpunkte mehr, als vor fünf Jahren. Bezogen auf die Einwohner ist das Gewerbesteueraufkommen im Westen rund doppelt so hoch.

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