Rezessionsangst: Amerika rüstet sich für die Talfahrt

Rezessionsangst
Amerika rüstet sich für die Talfahrt

Fallende Hauspreise, steigende Energiekosten und zu allem Überflüss auch noch die Kreditkrise: In den USA geht die Angst um. In politischen Blogs im Internet wird der Urnengang im nächsten Jahr bereits als die „Rezessions-Wahl 2008“ bezeichnet. Ist der wirtschaftliche Absturz noch zu stoppen?

NEW YORK. Misst man die Rezessionsgefahr in Amerika am politischen Aktivismus in Washington, steht der wirtschaftliche Absturz kurz bevor. In den letzten Tagen des Jahres überstürzen sich Politiker und Ökonomen mit Ratschlägen, wie die konjunkturelle Talfahrt noch abgewendet werden kann. Der frühere US-Finanzminister und heutige Harvard-Professor Larry Summers fordert bereits Steuersenkungen und staatliche Ausgabenprogramme. Summers hat früher den ehemaligen Präsidenten Bill Clinton beraten und unterstützt jetzt dessen Frau Hillary bei ihrer Bewerbung fürs Weiße Haus.

Der renommierte Ökonom befindet sich mit seiner Forderung nach einem fiskalpolitischen Eingreifen des Staates in seltener Eintracht mit seinem Harvard-Kollegen Martin Feldstein. Der Doyen der amerikanischen Konjunkturforschung und Berater von US-Präsident George W. Bush plädiert ebenfalls dafür, den schwächelnden US-Konsumenten mit Steuererleichterungen bei Kauflaune zu halten.

Mit so viel ökonomischem Sachverstand im Rücken fällt es auch den Präsidentschaftskandidaten leicht, nach staatlichen Konjunkturhilfen zu rufen. So überbieten sich insbesondere die demokratischen Bewerber mit Vorschlägen, den notleidenden Hausbesitzern mit direkten Staatshilfen unter die Arme zu greifen.

In politischen Blogs im Internet wird der Urnengang im nächsten Jahr bereits als die „Rezessions-Wahl 2008“ bezeichnet. Selbst wenn das Wirtschaftswachstum nicht zwei Quartale hintereinander sinken und damit die offizielle Definition einer Rezession erfüllen sollte, ist das für viele US-Bürger ein schwacher Trost: Eine Wachstumsrate von unter zwei Prozent reicht 2008 nach Meinung von Ökonomen für eine „gefühlte“ Rezession völlig aus. So herrscht in vielen Branchen bereits jetzt Krisenstimmung. Die US-Autohersteller haben sich bereits auf weiter sinkende Absätze eingestellt.

Geschürt werden die Rezessionsängste vor allem von der anhaltenden Krise auf dem US-Immobilienmarkt. Ökonomen wie Mark Zandi von Moody’s Economy.com rechnen damit, dass die Hauspreise noch bis 2009 zweistellig sinken werden. Das hat Folgen für die gesamte Wirtschaft. Der Bausektor steckt seit Monaten in der Rezession. Die entscheidende Frage ist jedoch, wie lange der Verbraucher dem Sturm auf den Immobilien- und Finanzmärkten noch standhalten kann. Mehr als zwei Drittel der Wirtschaftsleistung Amerikas hängen direkt vom Konsum ab. Verlieren die Amerikaner den Spaß am Einkaufen, geht nicht nur die heimische Wirtschaft in die Knie, sondern auch der Rest der Welt verliert den größten Wachstumsmotor der vergangenen Jahre.

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