Riester und Rürup über die Rente
„Ich würde es genau so wieder tun“

Grundsicherung ist nachrangig

„Ich würde es genau so wieder machen“, hielt ihm Riester entgegen. Er nannte die Frage „putzig“ und „eine Perversion“, denn die Grundsicherung sei nun einmal nachrangig. „Eine alleinerziehende Mutter zweier Kinder mit 800 Euro Einkommen muss nur 60 Euro sparen, um ein Vielfaches an staatlichen Zuschüssen zu bekommen“, sagte er. Das sei extrem attraktiv. Eine Erklärung, warum so wenige Menschen das attraktive Angebot annehmen, hatte er nicht.

Dass eine Ausweitung des Versichertenkreises auf Beamte und Selbständige nichts bringen würde, um die Rente zu sichern, darin waren sich Rürup und Riester einig. „Erst hat man zusätzliche Einnahmen, aber irgendwann haben die Leute dann auch Ansprüche“, sagte Rürup.

Auf Walter Riester, Arbeitsminister im Kabinett Schröder, geht die 2002 eingeführte kapitalgedeckte und steuerlich geförderte Riester-Rente zurück. Sie wurde auf seinen Vorschlag hin 2002 eingeführt, um die zuvor beschlossene Absenkung des Rentenniveaus in der gesetzlichen Rentenversicherung auszugleichen. Aufgrund der ungünstigen Kapitalmarktentwicklung blieb die Rendite von Riester-Rentensparverträgen deutlich hinter dem zurück, was von den Befürwortern erwartet worden war.

Auf eine von Bert Rürup geleitete Kommission geht die sogenannte Rürup-Rente zurück, eine kapitalgedeckte, steuerlich geförderte Basisrente, die insbesondere für Selbständige gedacht ist. Rürup ist derzeit Präsident des Handelsblatt Research Instituts. Er war Mitglied im Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung und sozialpolitischer Berater der Bundesregierung.

Sowohl Rürup als auch Riester sind SPD-Mitglieder und Jahrgang 1943. Ansonsten haben der ehemalige Fliesenleger und Gewerkschaftsfunktionär Riester und der Ökonomieprofessor Rürup in ihrem Lebenslauf nicht allzu viele Gemeinsamkeiten.

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Norbert Häring berichtet für das Handelsblatt über Wirtschaftswissenschaften. Quelle: Pablo Castagnola
Norbert Häring
Handelsblatt / Ökonomie-Korrespondent
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