Risiken für die Inflation: Trichet signalisiert Zinserhöhung

Risiken für die Inflation
Trichet signalisiert Zinserhöhung

Die Europäische Zentralbank hat am Donnerstag nicht an der Zinsschraube gedreht und den Leitzins bei 3,5 Prozent gelassen. Im März allerdings steueren die Währungshüter auf eine Erhöhung zu. Laut EZB-Präsident Jean-Claude Trichet bleibt „große Wachsamkeit wesentlich, um sicherzustellen, dass sich mittelfristig keine Risiken für die Preisstabilität einstellen“.

HB FRANKFURT. Mit dieser Schlüsselformulierung gibt die Notenbank grünes Licht für eine Zinsanhebung im nächsten Monat. Dann wird der Leitzins voraussichtlich von 3,5 auf 3,75 Prozent steigen.

Die EZB hält weitere Zinserhöhungen wegen des wirtschaftlichen Aufschwungs und der anhaltend hohen Inflation für notwendig. Ein besonderes Risiko für die Teuerung seien übermäßige Lohnabschlüsse in den Tarifrunden.

Der Euro stieg mit den Aussagen des EZB-Präsidentendeutlicher über die Marke von 1,30 US-Dollar gestiegen. Volkswirte erklärten zu den Äußerungen Trichets in ersten Reaktionen: "Seine Message ist eindeutig: Die EZB hat sich entschieden, im März den nächsten Zinsschritt zu machen", sagte Uwe Angebendt von der BHF-Bank.

Sandra Petcov von Lehman Brother meinte: „Gemessen an dem vorbereiteten Statement, hat die EZB ihre hawkische Sprache verschärft. Sie warnt deutlicher als zuvor vor den Aufwärtsrisiken durch Löhne. Sie sagt ausdrücklich, dass sie die kommenden Lohnverhandlungen genau beobachten wird. Zusammen mit dem Gebrauch des Ausdrucks „große Wachsamkeit', scheint die Zinserhöhung im März eine gemachte Sache zu sein.

Am Donnerstag hatte die Europäische Zentralbank die Zinsen im gemeinsamen Währungsraum noch unverändert gelassen. Die Entscheidung war allgemein erwartet worden, nachdem die Währungshüter zuletzt Anfang Dezember die Zinsen um 0,25 Prozentpunkte erhöht hatten. Der entscheidende Leitzins liegt derzeit bei 3,5 Prozent.

Mit einer Anhebung im März würde die Notenbank zum Drei- Monats-Rhythmus zurückkehren. Höhere Zinsen verteuern Kredite und Investitionen und kurbeln damit die Wirtschaft kaum noch an. Die Mehrheit der Volkswirte rechnet in diesem Jahr noch mit einem weiteren Zinsschritt auf die 4,0-Prozent Marke. Auch die britische Notenbank ließ ihren Leitzins am Donnerstag wie erwartet unverändert bei 5,25 Prozent.

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