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Schulden-Debatte: Ackermann verärgert mit Griechen-Skepsis Bundesregierung

exklusiv Wenige Tage, nachdem Griechenland mit Hilfe der Euro-Staaten quasi in letzter Sekunde vor dem Absturz bewahrt wurde, prescht Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann vor und äußert Zweifel an Athens Fähigkeit, seine Schulden zurückzuzahlen. Unter Ökonomen stießen die Einschätzungen des Top-Bankers teilweise auf heftige Kritik. Und auch Bundeskanzlerin Merkel ging auf Distanz.

Im ZDF-Talk erklärt Josef Ackermann das Griechenland-Problem. Quelle: dpa
Im ZDF-Talk erklärt Josef Ackermann das Griechenland-Problem. Quelle: dpa

BERLIN/DÜSSDELDORF. In der Bundesregierung gibt es offenbar Unwillen wegen der öffentlich geäußerten Zweifel des Chefs der Deutschen Bank, Josef Ackermann, an der Bonität Griechenlands. Die stellvertretende Regierungssprecherin Sabine Heimbach sagte zwar am Freitag: „Die öffentliche Rüge ist nicht Art der Bundeskanzlerin.“ Sie sprach aber auch davon, dass es zu Spekulationen über die Fähigkeit des südeuropäischen Landes, seine Schulden zurückzuzahlen, „keinen Anlass und keinen Nutzen“ gibt. Direkt kommentieren wollte sie Ackermanns Äußerungen nicht.

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„Es ist nicht an der Bundesregierung, die Meinungsäußerung von Herrn Ackermann zu kommentieren oder zu bewerten“, sagte Heimbach. Die Regierung sehe „im Moment auch keinerlei Anlass, über derartige Szenarien zu spekulieren“. Grundlage für die Entscheidung der Euro-Länder zu Kredithilfen an das Land seien Bewertungen von EU-Kommission, EZB und IWF gewesen. Daher halte die Bundesregierung das Anpassungsprogramm von Griechenland „für realistisch und hat keinen Zweifel an der Entschlossenheit der griechischen Regierung, das in den nächsten Jahren umzusetzen“. Der Sprecher des Finanzministeriums äußerte die Erwartung, dass mit den Restrukturierungsmaßnahmen in Griechenland Vertrauen an den Märkten zurückgewonnen wird. „Wir sind darauf angewiesen, dass das Vertrauen zurückkehrt“, sagte er.

Scharfe Kritik äußerte der Direktor des Instituts für Makroökonomie und Konjunkturforschung (IMK), Gustav Horn. „Weder Herr Ackermann noch jemand anderes kann im Moment definitive Aussagen über die finanzielle Zukunft Griechenlands machen“, sagte Horn am Freitag Handelsblatt Online. Ackermann hätte daher entweder differenzierter argumentieren müssen oder einfach schweigen sollen. „Die Lage Griechenlands hat er durch seine Äußerungen jedenfalls erschwert“, kritisierte Horn.

Auch einige Analysten zeigten sich verwundert, dass Ackermann nur wenige Tage nach dem Rettungspaket von EU und Internationalem Währungsfonds (IWF) derartige Zweifel äußert. „Das hat mich überrascht. Ich weiß nicht, warum er das macht“, sagte Konrad Becker von Merck Finck. „Wenn so ein wichtiger Mensch in der Finanzbranche Zweifel hat, ob die das schaffen, dann belastet das die Märkte.“ Die EU-Staaten hatten vergangenes Wochenende gemeinsam mit dem IWF einen Schutzschirm mit Kreditlinien über 750 Mrd. Euro aufgespannt, um die Währungsunion trotz der Schuldenprobleme Griechenlands vor einem Kollaps zu bewahren.

Der Konjunkturexperte des Hamburgischen Weltwirtschaftsinstituts (HWWI), Jörg Hinze, zeigte indessen wie der Finanzprofessor Wolfgang Gerke vom Bayerischen Finanzzentrum Verständnis für die Einschätzung Ackermanns. „Da Griechenland auf absehbare Zeit kaum zu marktgerechten Konditionen Anleihen wird platzieren können, um auslaufende Anleihen zu ersetzen, wird den Gläubigern kaum anderes übrig bleiben, als bestehende Schulden zu prolongieren“, prophezeite Hinze im Gespräch mit Handelsblatt Online.

Ackermann hatte am Donnerstag gesagt, er zweifle daran, ob Griechenland in der Lage sei, seine Schulden zurückzuzahlen. Es müsse zunächst alles getan werden, um eine Umschuldung zu vermeiden. Wenn dies jedoch nicht möglich sei, könne man immer noch über einen derartigen Schritt nachdenken, sagte er in der ZDF-Sendung „Maybrit Illner“. Bei einer Umschuldung müssten die Gläubiger Griechenlands - darunter viele große europäische Banken - wohl auf einen Teil ihrer Forderungen verzichten. Milliardenschwere Abschreibungen wären die Folge. Die Deutsche Bank schätzt die Belastungen für europäischen Banken daraus auf 50 bis 75 Mrd. Euro.

  • 15.05.2010, 18:01 UhrAnonymer Benutzer: Mariana Mayer

    Diese Fälle haben wir in 3. Ländern ständig, dass diese ihre Schulden nicht zurückzahlen können.

    Warum soll es bei Athen anders sein und was ist so besonderes daran?

  • 15.05.2010, 17:50 UhrAnonymer Benutzer: W. Fischer

    Die Kanzlerin ärgert sich nur, weil es jemand aus der Hochfinanz wag, die tricks um das Merkel packet zu entzaubern. ich mag H. Ackermann nicht, wo er aber recht hat, hat er recht.
    Danke

  • 15.05.2010, 16:59 UhrAnonymer Benutzer: Tom

    [17] L@mb@ --
    Es geht nicht darum welcher Text sich der öffentlichen Meinung anpasst und welcher nicht, welcher Text meiner Meinung ist oder mir Persönlich besonders gut passt . Es geht um die Wahrheit ,das die manchmal bitter ist,sehen wir hier auch .
    Der Schweizer Ackermann muss sich bei keinem Einschmeicheln,er muss sich niemandem anbiedern .Er sagt nur die Wahrheit !!!

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