Schwere Rezession: Brasilien kämpft mit ausuferndem Preisanstieg

Schwere Rezession
Brasilien kämpft mit ausuferndem Preisanstieg

Während in Europa die Preise kaum steigen, schießen sie in Brasilien regelrecht in die Höhe. Das Land kämpft mit einer Teuerungsrate von 10,6 Prozent. Kann Zentralbankchef Alexandre Tombini die hohe Inflation stoppen?

BrasiliaIn dem von einer tiefen Wirtschaftskrise erfassten Schwellenland Brasilien läuft die Inflation aus dem Ruder. Im abgelaufenen Jahr schoss sie auf 10,6 Prozent in die Höhe, wie die Statistikbehörde IBGE am Freitag mitteilte. Das ist der höchste Wert seit mehr als einem Jahrzehnt. 2014 lag sie bei 6,4 Prozent. Steuererhöhungen, üppige Staatsausgaben und Kosten durch Schäden infolge des Klimaphänomens „El Nino“ trieben die Teuerung nach oben. Die Preise für Nahrungsmittel zogen um mehr als zwölf Prozent an. Die Währungshüter um Zentralbankchef Alexandre Tombini werden laut Experten am 20. Januar wahrscheinlich den Leitzins erhöhen, der derzeit bei 14,25 Prozent liegt. Die Notenbank will die Inflationsrate bis Ende des Jahres unter einem Wert von 6,5 Prozent drücken.

Brasilien steckt in der tiefsten Rezession seit mehr als einem Jahrhundert. Hauptgrund dafür ist der Preisverfall am Rohstoff-Markt, etwa beim Öl. Zudem hat der größte Korruptionsskandal in der Geschichte des Landes um den Energiekonzern Petrobras das Vertrauen in die Wirtschaft erschüttert. Das Parlament wird voraussichtlich im März über eine mögliche Amtsenthebung von Präsidentin Dilma Rousseff entscheiden. Ihr wird vorgeworfen, Steuergesetze verletzt und Staatsfinanzen manipuliert zu haben, um ihren Wahlkampf zu finanzieren.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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