
HB BERLIN/FRANKFURT/PARIS. Die steigende Nachfrage aus dem Ausland hat die deutsche Industrie im Februar vor einem Rückschlag bewahrt. Die Aufträge blieben im Vergleich zum Vormonat stabil, wie das Bundeswirtschaftsministerium am Mittwoch mitteilte. Positive Nachrichten auch aus dem Mittelstand: Das Geschäftsklima ist im März nach einem Rückschlag im Vormonat auf Erholungskurs zurückgekehrt, wie aus dem ebenfalls am Mittwoch veröffentlichten KfW-ifo-Mittelstandsbarometer hervorgeht. Der zentrale Indikator verbesserte sich um 5,5 Zähler auf 6,5 Punkte - das war der zweitstärkste Anstieg seit Beginn der Berechnungen im Januar 1991. Einen ähnlichen Sprung vollzog auch der Markit-Einkaufsmanagerindex. Unterstützt werden die positiven nationalen Daten von einer optimistischen Einschätzung der OECD, die Deutschland schon bald wieder auf dem Wachstumspfad sieht.
Im Januar war der Industrie-Auftragseingang mit revidiert 5,1 (bisher: 4,3) Prozent so stark wie seit mehr als fünf Jahren nicht gewachsen. Analysten hatten deshalb einen Rückgang von 0,7 Prozent erwartet - dieser blieb jedoch aus. Dafür sorgten insbesondere die Bestellungen aus dem Ausland, die um 1,8 Prozent zulegten. Die Aufträge aus dem Inland gingen dagegen um 1,9 Prozent zurück, nachdem sie zu Jahresbeginn mit 6,7 Prozent außergewöhnlich kräftig gestiegen waren. Die Daten wurden nicht durch Großaufträge verzerrt. Im Zweimonatsvergleich Januar/Februar gegenüber November/Dezember kletterten die Aufträge um 3,7 Prozent.
Volkswirte werten die steigende Nachfrage aus dem Ausland als erstaunlich günstig. "Das ist ein gutes Signal für die konjunkturelle Entwicklung in den kommenden Monaten", sagte Gerd Hassel von der BHF-Bank. Wir können mit Wachstum in den nächsten Quartalen rechnen." Dass vor allem die Kunden aus den Ländern außerhalb der Euro-Zone eine starke Nachfrage zeigten sei ein Hinweis darauf, dass die Produktion weltweit deutlich anzieht. "Die globale Konjunkturbelebung ist dabei wichtiger als die Euro-Schwäche", schätzt Hassel.
Arnd Schäfer von der West-LB glaubt hingegen, dass die Erholung insgesamt etwas an Kraft verlieren werde. "Die Schwäche bei den Konsumgütern liegt daran, dass der private Konsum bei uns und bei unseren Handelspartnern in diesem Jahr noch leiden dürfte", erklärte der Ökonom. Entscheidend sei hier weniger die Lage am Arbeitsmarkt, sondern viel mehr die Entwicklung der verfügbaren Einkommen - und die werden nach Schäfers Einschätzung nicht steigen.
Jürgen Michels von der Citigroup sprach von einem sehr guten Start ins neue Jahr für die deutsche Industrie. "Sie wird vor allen von den Exporten getragen, die von der Erholung der Weltwirtschaft profitieren", sagte der Ökonom. In den kommenden Monaten würde diese Entwicklung wohl auch durch den schwächeren Euro unterstützt. Aber auch die Inlandsaufträge sei durchaus gut. "Wir können deshalb eine Erholung der Industrie auf breiter Basis sehen." Er rechne für das erste Quartal mit einem Wirtschaftswachstum von 0,2 oder 0,3 Prozent. "Einen stärkeren Anstieg hat der strenge Winter verhindert", so Michels.
Positive Nachrichten auch vom KfW-ifo-Mittelstandsbarometer: Während sich die Erwartungen der Mittelständler für die kommenden sechs Monate um 4,0 Zähler auf 12,3 Punkte aufhellten, zog die Einschätzung der aktuellen Geschäftslage um sogar 6,8 Zähler auf 0,9 Punkte an. "Sie liegen damit zum ersten Mal seit dem Beginn der massiven Lageverschlechterungen im November 2008 wieder leicht oberhalb der Nulllinie", notierte die KfW. Auch bei den Großunternehmen verbesserte sich die Stimmung, wie es weiter hieß. "Der dynamische Start des Mittelstands wie auch der Großunternehmen in den Frühling hat im Ausmaß - nicht in der Richtung - positiv überrascht", erklärte der Chefvolkswirt der KfW Bankengruppe, Norbert Irsch.
Auch die Dienstleister in der Euro-Zone profitieren zunehmend von der Konjunkturerholung. Im März legte die Branche so stark zu wie seit November 2007 nicht mehr, wie am Mittwoch aus der Markit-Umfrage unter 2000 Firmen hervorging. Die Aufträge kletterten so stark wie seit rund zweieinhalb Jahren nicht mehr. Zudem bauten die Unternehmen in Euroland per Saldo kaum noch Arbeitsplätze ab, in Deutschland wurden sogar den zweiten Monat in Folge Jobs geschaffen. Insgesamt waren die Firmen so optimistisch wie zuletzt vor mehr als vier Jahren.
"Der bislang abgeschlagene Service-Sektor hat zur Aufholjagd angesetzt, wodurch der Aufschwung im weiteren Jahresverlauf an Breite und Nachhaltigkeit gewinnen dürfte", sagte Markit-Chefvolkswirt Chris Williamson.
Der an den Finanzmärkten viel beachtete Einkaufsmanagerindex stieg im März um 2,3 auf 54,1 (Erstschätzung: 53,7) Punkte und erreichte den höchsten Stand seit November 2007. Das Barometer lag damit den siebten Monat in Folge über der 50-Punkte-Marke, ab der es Wachstum signalisiert. "Ausschlaggebend hierfür waren der anziehende Auftragseingang und die generelle Konjunkturbelebung", erklärten die britischen Forscher. Das stärkste Wachstum verbuchten Italiens Dienstleister. Auch der deutsche Sektor legte kräftig zu, während die französischen Firmen etwas an Schwung verloren. In Spanien verzeichnete die Branche erstmals seit 27 Monaten wieder zunehmende Geschäftstätigkeit.
Positiv auf die Beschäftigungsentwicklung in den 16 Euro-Ländern wirkte sich aus, dass die Auftragspolster zum zweiten Mal hintereinander und so stark zunahmen wie zuletzt im Oktober 2007. In Italien kletterte der Wert auf den höchsten Wert seit Mai 2006. Die Kosten hingegen stiegen insgesamt erneut. "So wurde der gedämpfte Lohndruck von der Verteuerung der Kraftstoffpreise teilweise überkompensiert." Die Erholung der Euro-Zone von der heftigen Rezession 2009 war bisher vor allem von der Industrie getragen. Dieser Wirtschaftszweig hatte auch im März deutlich zugelegt.
Nach Einschätzung der OECD ist die deutsche Wirtschaft mit dem aktuellen Frühlingsaufschwung über den Berg: Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) werde im zweiten Quartal 2010 um 2,8 Prozent steigen, schreibt die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in ihrem Konjunktur-Zwischenbericht für sieben große Industriestaaten. Auch die Arbeitslosigkeit in der Eurozone könne bereits ihren Höhepunkt erreicht haben, sagte der OECD-Chefökonom Pier Carlo Padoan am Mittwoch in Paris.
In Deutschland, Frankreich und Italien gehe es kontinuierlich aufwärts. Das Wachstum dürfte sich im zweiten Quartal von 0,9 auf 1,9 Prozent beschleunigen. Ende 2009 hatte es bei 0,4 Prozent gelegen. In Deutschland sank die Wirtschaftsleistung wegen des harten Winters im ersten Quartal 2010 um 0,4 Prozent, nachdem sie im Schlussquartal 2009 noch stagniert hatte.
Die OECD sehe "einige ermutigende Anzeichen für stärkere Wirtschaftstätigkeit". Die Finanzmärkte verhinderten jedoch weiterhin eine schnelle Erholung der Weltwirtschaft. "Trotz ihrer verbesserten Kapitalausstattung bleiben die Banken anfällig für Kreditausfälle und Zinsrisiken", sagte Padoan. Der Aufschwung in Nordamerika, Teilen Europas und Japan vom Jahresende 2009 schwäche sich im ersten Halbjahr 2010 ab. Der Aufschwung bleibe "zerbrechlich", der Arbeitsmarkt anfällig und von den Finanzmärkten könne es weiterhin Gegenwind für die Weltwirtschaft geben. Daher sei es wichtig, die Wirtschaftshilfen nicht allzu abrupt zu beenden, betonte Padoan. Wegen der immer stärkeren Verschuldung sei in vielen Staaten eine klar kommunizierte, ehrgeizige steuerliche Konsolidierungspolitik nötig.
Für die USA schätzt die OECD die Lage etwas optimistischer ein als für Europa und Japan. Die Arbeitslosigkeit in den USA und Japan gehe zurück. Die US-Wirtschaft werde im zweiten Quartal mit 2,3 Prozent fast so schnell wachsen wie im ersten Quartal mit 2,4 Prozent. Im Schlussquartal 2009 waren allerdings noch 5,6 Prozent erreicht worden. Das knappe Kreditangebot bremse die Nachfrage der Unternehmen und Haushalte. Für Japan wird im zweiten Quartal eine Beschleunigung des Wachstums von 1,1 auf 2,3 Prozent erwartet, deutlich weniger als die 3,8 Prozent im Schlussquartal 2009.
Wer hat diesen Propaganda-Artikel in Auftrag gegeben
(und evtl. dafür bezahlt)?
Schaut mal auf den Euro-Kurs: Der EURO ist gerade am
Auseinanderbrechen! (zuerst Griechenland-Katastrophe, dann kommt die Katastrophe in Spanien (siehe Frontal21 im ZDF von Gestern!)
ich betrachte diesen Artikel als Nebelkerze, um die sogenannte deutsche "Elite" am langsamen Aufwachen zu hindern!!!
Wer hat diesen Propaganda-Artikel in Auftrag gegeben
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Schaut mal auf den Euro-Kurs: Der EURO ist gerade am
Auseinanderbrechen! (zuerst Griechenland-Katastrophe, dann kommt die Katastrophe in Spanien (siehe Frontal21 im ZDF von Gestern!)
ich betrachte diesen Artikel als Nebelkerze, um die sogenannte deutsche "Elite" am langsamen Aufwachen zu hindern!!!
Man spricht ueber einen neuen Anfang... aber jeder Anfang ist schwer!
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