
HB WASHINGTON. Dabei sei betont worden, dass die Notenbank sich die Flexibilität erhalten müsse, den Umfang des Programms entsprechend der wirtschaftlichen Lage ausbauen oder zurückfahren zu können. Aus Sicht der Teilnehmer habe sich die wirtschaftliche Lage verbessert, die Aktivität bleibe jedoch schwach. Zudem seien einige Teilnehmer davon ausgegangen, dass die Inflation für einige Zeit gedämpft bleiben werde. Unmittelbar nach der Veröffentlichung des Protokolls stieg der Euro auf ein 14-Monats-Hoch zum Dollar. Die US-Staatsanleihen verringerten ihre Verluste.
„Die Märkte sehen das als schlecht für den Dollar an“, sagte Richard Franulovich von Westpac in einer ersten Stellungnahme zu den Angaben. „Es festigt die Erwartung, dass die Fed die Zinsen für eine längere Zeit unverändert lassen wird“, ergänzte er.
Die Fed hatte die Zinsen im September wie erwartet unverändert bei 0 bis 0,25 Prozent gelassen und erklärt, die Konjunktur der weltgrößten Volkswirtschaft nehme langsam Fahrt auf. Die Notenbank hat im Kampf gegen die schwerste Rezession seit den 30er Jahren in beispielsloser Weise den Zins gekappt und kauft Wertpapiere im Gesamtwert von mehr als einer Billion Dollar an, um Liquidität in das angeschlagene Finanzsystem zu schleusen. Faktisch druckt sie damit Geld.
Darüber hinaus sieht Fed-Gouverneur Daniel Tarullo die Gewerbeimmobilien in den USA als ein Sorgenkind. „Die Preise für bestehende Gewerbeimmobilien und für Grundstücke sind in der ersten Hälfte dieses Jahres deutlich gefallen“, sagte Tarullo am Mittwoch vor einem Ausschuss des Senats. Dies führe zum verstärkten Ausfall von Krediten in diesem Bereich und belaste entsprechend die Portfolios der Banken. Am Ende des zweiten Quartals seien etwa neun Prozent der Kredite bei Gewerbeimmobilien notleidend gewesen, fast doppelt so viel wie im Vorjahreszeitraum. In einigen Fällen täten sich die Banken schwer, diese Entwicklung anzuerkennen. Die Fed entwickle daher Empfehlungen, wie die Institute die Kredite umstrukturieren und Gläubigern helfen können.