HB BERLIN. Das Barometer für die Euro-Zone sank leicht um 0,9 auf 7,6 Punkte, notierte aber auf dem zweithöchsten Stand seit Januar 2008, als es noch keine Anzeichen für eine globale Krise gab.
"Aus Sicht der Anleger findet die aktuelle Weltkonjunktur ohne die USA und Japan statt", hieß es. Die aktuelle Lage sei in beiden Volkswirtschaften deutlich ungünstiger eingeschätzt worden. Der wachsende Pessimismus habe aber noch nicht auf die Euro-Zone und die Konjunktur in der restlichen Welt ausgestrahlt. Grund dafür seien China und die Schwellenländer, die weiter als Schwungrad auftrumpften.
"Damit ist natürlich auch klar, wo die "Sollbruchstelle' für die Finanzmärkte zu suchen ist", erklärten die Forscher. "Sollte dieser Wachstumsmotor lahmen oder aber die globale Wirkung der Emerging Markets von den Anlegern über- und die Bedeutung der USA und Japans unterschätzt werden, dann wäre dies ein erheblicher Negativfaktor."
Pessimisten fürchten, dass die USA erneut in eine Rezession rutschen und als weltgrößte Volkswirtschaft die globale Erholung bremsen könnten.
Die schwache Erholung in den USA trifft dem Internationalen Währungsfonds (IWF) zufolge die asiatischen Länder. „Wenn die amerikanische Wirtschaft träge ist, dann hat das automatisch Folgen für Asien, keine gewaltigen, aber trotzdem deutliche“, sagte IWF-Chefvolkswirt Olivier Blanchard der französischen Tageszeitung „Le Figaro“. Er sagt den USA ebenso wie den Euroländern eine schwache Konjunkturerholung voraus.
Das Bruttoinlandsprodukt der weltgrößten Volkswirtschaft war im zweiten Quartal nur noch um 0,4 Prozent im Vergleich zur Vorperiode gewachsen. Für viele asiatische Länder sind die USA der wichtigste Handelspartner.