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Stabilisierung: Fed sieht Hoffnung für US-Wirtschaft

Die US-Notenbank weckt Hoffnungen auf ein Ende der schwersten Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten: Sie sieht erste Anzeichen für eine Stabilisierung der US-Konjunktur. Der Aufkauf von Staatsanleihen soll nicht ausgeweitet werden. Der Leitzins bleibt wie erwarrer bei faktisch null Prozent. Die Märkte reagierten nur vorübergehend mit einem Ausschlag nach oben.

Mit Spannung war die Entscheidung der Fed am Abend erwartet worden. Die Anleger wurden nicht enttäuscht: Auf die optimistischere Konjunkturschätzung der US-Notenbank reagierten die Märkte positiv. Quelle: ap
Mit Spannung war die Entscheidung der Fed am Abend erwartet worden. Die Anleger wurden nicht enttäuscht: Auf die optimistischere Konjunkturschätzung der US-Notenbank reagierten die Märkte positiv. Quelle: ap

HB WASHINGTON. Fed-Chef Ben Bernanke sieht ungeachtet des massiven Einbruchs der Wirtschaftsleistung in den Vereinigten Staaten erste Anzeichen für eine mögliche Stabilisierung der Konjunktur.

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„Die seit dem letzten Treffen des Offenmarktausschusses im März verfügbaren Informationen zeigen, dass die Wirtschaft weiter nachgibt, aber das Tempo dieser Kontraktion scheint etwas langsamer zu sein“, teilte die Fed am Mittwoch nach zweitägigen Beratungen ihres geldpolitischen Komitees in Washington mit. So habe sich der Konsum, die wichtigste Säule der US-Wirtschaft, stabilisiert. Er bleibe aber abhängig vom Arbeitsmarkt, der sich zuletzt quasi im freien Fall befand, und den Kreditbedingungen. Die Lage an den Finanzmärkten habe sich ebenfalls aufgehellt.

Ihren Leitzins beließ die Fed wie erwartet bei knapp null Prozent. Er liegt dort bereits seit Ende vergangenen Jahres. Die Fed bekräftigte abermals, dass der Leitzins noch eine ganze Weile auf diesem rekordniedrigen Niveau bleiben werde. Die in den vergangenen Monaten begonnenen Programme zum Aufkauf von Staats- und Unternehmensanleihen würden ständig hinsichtlich Umfang und Zeitplan überprüft, hieß es. Im März hatte Bernanke unter anderem den Ankauf von Staatsanleihen in einem Volumen von bis zu 300 Mrd. Dollar und zusätzliche Käufe anderer Wertpapiere für rund eine Billion Dollar angekündigt. Die Fed will so frisches Geld in die taumelnde US-Wirtschaft pumpen. Finanziert wird das durch die Notenpresse.

Wie schlecht es der größten Volkswirtschaft der Welt geht, machten am Mittwoch frische Zahlen zum Bruttoinlandsprodukt der USA deutlich, die nur wenige Stunden vor der optimistischen Einschätzung der Zentralbank veröffentlicht wurden. Demnach schrumpfte die US-Wirtschaft im ersten Quartal um 6,1 Prozent, nachdem sie im Schlussquartal 2008 um 6,3 Prozent eingebrochen war. Vor allem die Exporte brachen ein, während der steigende Konsum für einen Lichtblick sorgte. Dennoch: Die Rezession hat bislang in den USA rund 5,1 Mio. Arbeitsplätze gekostet. Volkswirte rechnen mit einem weiteren Anstieg der Zahl in den kommenden Monaten.

Der vorsichtige Optimismus der Fed sorgte am Devisenmarkt für einen steigenden Dollar. Am Anleihenmarkt fielen die Kurse dagegen. Umgekehrt dazu verhielten sich die Renditen, zum Beispiel für Treasuries mit zehn Jahren Laufzeit. Diese Rendite stieg erstmals seit November über vier Prozent. Die Wall Street legte kurzfristig auf ein Drei-Monate-Hoch zu, pendelte sich dann aber wieder bei einem Plus von rund zwei Prozent ein.

Analysten reagierten gelassen auf den positiven Ton der Fed: „Das ist nicht wirklich eine Überraschung. Sie erklären uns das, was wir in den jüngsten Daten selbst gesehen haben. Wir werden aller Wahrscheinlichkeit nach nicht mehr die dicken Minuszeichen haben wie im vierten und im ersten Quartal“, sagte Mark Vitner, Volkswirt bei Wachovia. „Die Fed muss aber wachsam bleiben: Die Rezession hat uns weiterhin im Griff. Es scheint aber so zu sein, dass der freie Fall vorbei sein könnte und wir uns auf den Pfad der Erholung begeben.“

Eine deutliche Warnung in Richtung der Notenbank kam vom Chef des auf Rentenpapiere spezialisierten Vermögensverwalters Pimco. Mohamed El-Erian sagte Reuters, er habe die Befürchtung, die Fed könne allzu schnell den Fuß vom Gas nehmen und in ihrem Bemühen um eine Stabilisierung der Lage nachlassen. „Wenn sie das tun sollten, dann gehen sie das kalkulierte Risiko ein, dass wir am Ende ein japanisches Szenario haben.“ Die vorige Rezession Japans hat sich nach Ansicht vieler Experten deshalb länger hingezogen und dem Land ein „verlorenes Jahrzehnt“ eingebracht, weil Politik und Zentralbank nicht hartnäckig genug im Kampf gegen die Krise waren.

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