Star-Investor George Soros: „Wir können die Schulden nicht wegschrumpfen“

Star-Investor George Soros
„Wir können die Schulden nicht wegschrumpfen“

Star-Investor George Soros kritisiert die Krisenpolitik Europas und nimmt dabei Deutschland in die Pflicht. Als Rezept für den Schuldenabbau empfiehlt Soros die Inflation – er weiß, was er den Deutschen damit zumutet.
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BerlinInvestor, Milliardär, Philanthrop – es gibt viele Möglichkeiten, George Soros zu beschreiben. Seit sich Europa vor allem mit der Schuldenkrise beschäftigt, ist Soros jedoch vor allem eines: Ein Kritiker des Systems, wie die EU die Krise managt.

Und als solcher war er heute eingeladen von einem anderen Investor: Nicolas Berggruen – in Deutschland als umstrittener Karstadt-Retter bekannt – hatte George Soros auf der Gästeliste seines Berggruen-Instituts gesetzt. "Europa nach der Krise" hat Berggruen seine Veranstaltung optimistisch genannt. Soros sollte mitdiskutieren.

Und der 81-Jährige sparte nicht an Kritik. Die Politik, sagt er, wirke kontraproduktiv. Alle sparen. "Wir können die Schulden nicht wegschrumpfen." Um jedes Prozent, um dass das Defizit reduziert wird, geht auch die Wirtschaftsleistung um mehr als ein Prozent zurück.

Je weniger Defizit, um so mehr Arbeitslose werde es geben und die Schulden steigen weiter. "Wir müssen einen gewissen Grad an Inflation akzeptieren. Aber das ist ein Schreckgespenst für die Deutschen", klagte Soros. Um die Krise wirklich zu bekämpfen brauchen wir zwei Prozent Wachstum und drei Prozent Inflation. "Das erfordert ein Umdenken in Deutschland."

Redet hier ein Schwarzmaler? Soros hatte zu Jahresbeginn vorhergesagt, der Euro werde die nächsten drei Monate nicht überleben. Heute korrigiert er sich: Er habe gemeint, die nächsten drei Monate seien entscheidend für das Überleben des Euros, sagte er. Der Euro habe wirklich am Abgrund gestanden. "Dann hat im Juni die EZB eingegriffen, die einzig funktionierende Institution in der EU", so nennt es der Starinvestor. Draghis beherzte Tat, Anleihen fast unbegrenzt zu kaufen, sei das einzig richtige gewesen.

Auf Deutschland als Helfer sei in der Eurokrise kein Verlass. Soros wiederholte seine Forderung, dass die Deutschen den Euroraum besser verlassen sollten. Das Land tue stets nur das Notwendige und keinen Deut mehr. Damit habe es den Euro geschwächt und manche Industriestaaten in den Status von Dritte-Welt-Staaten verwandelt. Die Wahlen in Deutschland im nächsten Jahr verschärften das Problem.

"Ich glaube, dass wir derzeit einen falschen Weg eingeschlagen haben. Wir brauchen ein kühne Initiative, um den Kurs zu wandeln. Die EU ist der Inbegriff einer offenen Gesellschaft. Nämlich ein Staatenbund, der eine Union ins Leben gerufen hat, die nicht von einem Land dominiert wird." Jetzt aber gebe es eine Zweiteilung: Die Gläubigerstaaten mit Deutschland an der Spitze und die Schuldner. "Das ist die Tragödie der EU."

Soros endete mit einem persönlichen Aufruf. "Mein Vater", sagte er, "war ein Held." Er habe im zweiten Weltkrieg in Ungarn Verfolgte gerettet, indem er falsche Pässe für Flüchtlinge ausstellte. "Ich habe daraus gelernt. Wir müssen uns der harten Realität stellen. Wir müssen Griechenland helfen, seine Flüchtlinge zu versorgen."

Soros bot an, "Solidaritätshäuser" für Migranten in Griechenland zu finanzieren. Ziel sei, die Idee der EU als Solidaritätsgemeinschaft wieder zu erwecken. "Die Eurokrise wird nicht durch die Politik gelöst", sagt der Milliardär. "Die Zivilgesellschaft muss den Weg weisen."

Kommentare zu " Star-Investor George Soros: „Wir können die Schulden nicht wegschrumpfen“"

Alle Kommentare
  • Soros hat recht. Die Südländer gehen durch die merkelsche Politik kaputt. Dauerhaft und ohne Chance auf Besserung. Da geht nichts mehr.
    Entweder Inflation oder Ende des Euro. Andere Optionen gibt es nicht. Deutschland zahlt in jedem Falle Billionen. Alternativ los.

  • So kann davon ausgegangen werden, daß Soros seine Speku-
    lationen, wie immer, langfristig geplant hat. Was ihm
    allein Sorge macht, ist sein Alter, daß er das Ende des
    Euro nicht mehr erleben kann, da nicht funktionsfähige
    Währungssystem, wie zuletzt die lat. Münzunion, ziemlich
    zählebig zu sein scheinen.

  • Soro hat sich woll mit Griechischen Staatsanleihe verspekuliert, und probiert nun, es uns Schmackhaft zumachen sein Gewinn ans trockne zubringen.

  • Na ja, das mit den Ratings ist auch so eine Sache. Den Agenturen wird wohl kaum mehr einer glauben. Die haben ja die Hypotheken-Verbriefungen noch in den Himmel gelobt, als die Dinger schon mitten im Zusammenbruch standen.

  • @RAINER_J
    zuviel darminhalt für ihren mageninhalt?

  • Rainer J.: Guter Beitrag. Es kommt noch etwas hinzu:

    "Soros hatte zu Jahresbeginn vorhergesagt, der Euro werde die nächsten drei Monate nicht überleben. Heute korrigiert er sich: Er habe gemeint, die nächsten drei Monate seien entscheidend für das Überleben des Euros, sagte er."

    Soros hat sich auch vor einigen Monaten von seinen Goldbeständen getrennt, und anschließend orakelt, dass die Goldblase demnächst platze. Der alte Mann checkt nicht mehr was läuft, sein Geschäftsmodell, in dem das dumme Zahlvieh (die Masse der Kleinanleger) über die Börsen zu seinen Gunsten rasiert werden konnte, funktioniert nicht mehr, weil immer mehr Menschen dieses miese Spiel mit Insiderwissen und eingesetzter Marktmacht durchschauen und nicht mehr auf die Prophezeiungen der "Experten" hören. Kürzlich hat er sich wieder frustriert ein paar Tonnen Gold gekauft - freilich mit reichlich Verlust. Bald wird er uns von glänzenden Aussichten beim Gold berichten!

  • Ich bin mir sicher das Gustav Horn der uneheliche Sohn von Soros ist. Beide denken: Egal was wir für einen Müll erzählen, Hauptsache es nützt der Sache und zockt die Deutschen ab.

    Horn+Soros = Horror.

    Das ist auch das Ergebnis, wenn man beide an einem Tag lesen muß.

    @HB

    Kann man das nicht wenigstens aufteilen? Entweder Horn oder Soros, aber nicht beide an einem Tag. Damit sichergstellt ist, dass die Leser ihren Mageninhalt behalten.

  • Man kann gar nicht oft genug in Erinnerung rufen, wie sehr ein skrupelloser Gauner wie er mit der Macht des Geldes immer wieder wirtschaftliche und politische Entscheidungen herbeigeführt hat, die niemandem zum Nutzen waren, außer ihm selbst und der Vertiefung seines Macht- und Einflußbereiches.

    Vielleicht ist er gerade wieder bei einer aktuellen Spekulation dabei ?

    Aus einem Börsenbrief:

    "Morgan Stanley laufen die Banker weg"

    Was soll man davon halten, wenn 40 Topmanager überraschend ihren Job kündigen?

    Der plötzliche Rückzug der hoch bezahlten Banker muss als Alarmzeichen gewertet werden – gerade deshalb, weil eher fadenscheinige Gründe für die Kündigung genannt wurden. Das gab es in diesem Umfang vorher noch nie.

    Vor dem Hintergrund der zu erwartenden Boni und Gratifikationen muss es dafür handfeste Gründe geben. Verlassen die Ratten das sinkende Schiff?
    Schon machen Gerüchte die Runde, dass es zu Milliarden-Schieflagen gekommen sein könnte – schlimmer als zuletzt bei JP Morgan.

    Im Gespräch sind aber auch falsche Kontoinformationen und geplatzte Schecks. Denn ein Teil der Manager verwaltete angeblich das Geld vermögender US-Kunden. Ging da was nicht mit rechten Dingen zu?

    Morgan Stanley ist nämlich der größte Vermögensverwalter der USA. Befürchtungen werden laut, dass hier sogar Kundengelder verzockt wurden. Eine andere Spekulation geht in die Richtung, dass sich Morgan Stanley offenbar in ähnlicher Weise wie JP Morgan mit Credit Default Swaps (CDS) verzockt hat.

    Bei JPM drohen deshalb Milliardenverluste. Falls sich die Spekulationen um Morgan Stanley bewahrheiten sollten, droht Lehman 2.0 – mit wahrscheinlich noch schlimmeren Konsequenzen.

    Die Pleite von Lehman konnte das Finanzsystem noch verkraften. Eine Schieflage von Morgan Stanley könnte allerdings ungeahnte Dimensionen erreichen."





  • Ich fordere auf jeden, der fordert unsere Ersparnisse und Renten wegzuinflationieren, wegen Staatsfeindlicher Aktivitaeten per Haftbefehl zu suchen und wenn moeglich festzunehmen und vor Gericht zu stellen! Diese reichen Amis (nicht die normalen, die sind einfach nur unwissend) wollen doch, das in Europa wieder Krieg ausbricht, wie in den 30er Jahren, der 2. Weltkrieg hat denen auch damals schon gut in den Kram gepasst, diesen verlogenen Kriegstreiber bekommen hier auch noch Presse! Schafft endlich den unuetzen euro ab und macht die Pleiten offiziell, dann kann sich alles langsam wieder aufrappeln. Wenn Europa ganz am Boden liegt, gint's wieder Krieg, wie schon!

  • Deutsche Politiker sind gut beraten, das exakte Gegenteil dessen zu tun, was Soros vorschlägt. Denn seine Vorschläge sind auf den maximalen Schaden für Deutschland ausgerichtet.

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