Steuereinnahmen
Volle Kassen beim Bund

Bund und Länder haben Steuern im Wert von 44,4 Milliarden Euro eingenommen – ein Plus von über acht Prozent im Vergleich zum Vormonat. Besonders die gute Konjunktur und die hohe Beschäftigung sorgen für volle Kassen.
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BerlinDie gute Konjunktur in Deutschland lässt die Steuerkassen weiter klingeln. Der Bund und die Länder nahmen im Oktober mit 44,4 Milliarden Euro 8,2 Prozent mehr ein als im Vorjahresmonat, wie das Bundesfinanzministerium am Montag mitteilte. Ursache für den steilen Anstieg waren neben der hohen Beschäftigung auch die Tariflohnerhöhungen in diesem Jahr. So legten allein die Lohnsteuereinnahmen um neun Prozent auf 14,2 Milliarden Euro zu. Die Bundesbank erwartet, dass sich die Staatsfinanzen weiter verbessern, auch dank der niedrigen Zinsen auf die Altschulden.

Dem Finanzministerium zufolge kletterten im Oktober die vom privaten Konsum angetriebenen Umsatzsteuereinnahmen um 9,2 Prozent auf 18,3 Milliarden Euro. Zudem brachten auch die von großen Unternehmen gezahlten gewinnabhängigen Steuern wie die Körperschaftsteuer erheblich mehr Geld ein als vor einem Jahr.

Damit nahmen der Bund und die Länder in den ersten zehn Monaten dieses Jahres bereits 516,9 Milliarden Euro ein. Das sind 4,5 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum 2015. Für das Gesamtjahr 2016 hat die Steuerschätzung nur ein Plus von 3,6 Prozent vorhergesagt, das voraussichtlich übertroffen wird. Die guten Finanzdaten dürften die Debatte über Steuersenkungen nach der Bundestagswahl im kommenden Herbst weiter beflügeln.

Für die Konjunktur zeichnete das Ministerium in seinem Monatsbericht ein positives Bild: "Die nach wie vor günstigen gesamtwirtschaftlichen Rahmenbedingungen sowie die monatlichen Konjunkturindikatoren (...) sprechen für eine Fortsetzung der konjunkturellen Aufwärtsbewegung in den kommenden Monaten." Für das Gesamtjahr 2016 geht die Bundesregierung von einem realen Wirtschaftswachstum von 1,8 Prozent aus. Vor allem die robuste Binnenwirtschaft stärke weiterhin das Wirtschaftswachstum.

Zuversichtlich ist auch die Bundesbank. Der positive Konjunktureinfluss und weiter sinkende Zinsausgaben dürften die öffentlichen Haushalte zusätzlich entlasten, schrieb die Experten der Zentralbank in ihrem Monatsbericht. Zugleich würden die Flüchtlingsausgaben wohl weitgehend stabil bleiben. Denn der Unterstützungsbedarf für die bislang zugewanderten Menschen sinke, während in den kommenden Monaten weniger Flüchtlinge erwartet würden. Die Bundesbank rechnet allerdings mit deutlich höheren Ausgaben etwa bei Pflegeleistungen oder bei den Renten.

Das Einnahmeplus und die niedrigen Zinsen helfen nicht nur dem Bund, sondern auch den Ländern. Nach einer Aufstellung des Bundesfinanzministeriums wiesen die 16 Länder zum Ende des dritten Quartals insgesamt einen Überschuss von 3,6 Milliarden Euro aus. Das war eine Milliarde Euro mehr als ein Jahr zuvor. Bisher gehen die Länder-Planungen für das Gesamtjahr 2016 noch von einem Defizit von 10,6 Milliarden Euro aus. Dem Ministerium zufolge dürfte das Ergebnis jedoch deutlich besser ausfallen.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Die Steuereinnahmen des Bundes und der Länder sind im Oktober 2016 um über 8 Prozent gestiegen!

    Weia denn noch jemand was die Steuerschätzer bot zwei Wochen für 2ß17 und folgende Jahre errechnet haben?

    Jedes Prozent mehr Steuereinnahmen sind fast 7 Milliarden. Wieviel sind dann acht Prozent?

    In einer Woche ist der November mit dem Weihnachtsgeld vorbei. Schon 2016 können es rund 700 Mrd. Euro für Bund und Länder sein. Im nächsten Jahr schon 735 Milliarden, ohne Steuereinnahmen der Kommunen. Die Steuerschätzung war also wieder zu pessimistisch.

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