_

Steuerschätzung: Öffentlichen Kassen fehlen 39 Milliarden Euro

Die öffentlichen Haushalte müssen in den kommenden Jahren Steuerausfälle in Höhe von rund 39 Milliarden Euro verkraften. Damit wichen die Steuerschätzer deutlich von ihrer Herbst-Prognose ab. Die schwarz-gelben Pläne für umfangreiche Steuersenkungen stehen damit vor dem Ende.

Euroscheine: 39 Milliarden fehlen. Quelle: dpa
Euroscheine: 39 Milliarden fehlen. Quelle: dpa

HB BERLIN. Bund, Länder und Gemeinden müssen sich bis Ende 2013 auf 38,9 Mrd. Euro weniger Steuereinnahmen einstellen als bisher geplant. Das teilte das Bundesfinanzministerium am Donnerstag in Berlin nach Abschluss der Beratungen des Steuerschätzerkreises mit. Die Pläne der schwarz-gelben Koalition für weitere Steuersenkungen in Milliardenhöhe erhalten damit einen weiteren schweren Dämpfer.

Anzeige

Für dieses Jahr rechnen die Steuerschätzer mit einem Minus im Vergleich zur früheren Prognose aus dem Herbst 2009 von 1,2 Mrd. Euro. Für 2011 wird mit Ausfällen von 11,7 Mrd. Euro gerechnet. Im Jahr 2012 wird mit Mindereinnahmen von 12,3 Mrd. Euro gerechnet und für 2013 mit einem Rückgang um 13,7 Mrd. Euro. Für 2014 wurde erstmal eine Prognose über die Steuereinnahmen des Staates abgegeben.

Vor allem die Union hat sich zuletzt davor gescheut, vor der wichtigen Wahl in Nordrhein-Westfalen am Sonntag Details zu nennen, wie sie die Haushaltslöcher stopfen will und wie Bürger entlastet werden könnten.

Jetzt ließ Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) wissen, dass der deutsche Staat erst in drei Jahren wieder so viele Steuern einnehmen werde wie vor der Finanzkrise. „Die Steuereinnahmen werden frühestens 2013 wieder das Niveau erreichen, das sie 2008 hatten“, sagte Schäuble. Die Steuerschätzung, die bis 2013 Mindereinnahmen des Staates gegenüber der vorherigen Schätzung von rund 39 Mrd. Euro vorhersagt, mache die Herausforderungen der angestrebten Konsolidierung noch größer. Einer klaren Antwort zur Möglichkeit von Steuersenkungen, wie sie die FDP will, enthielt sich der CDU-Minister allerdings auch heute.

Grundsätzlich biete auch die Steuerschätzung trotz der erwarteten Mindereinnahmen Spielräume für politisches Handeln, an welcher Stelle auch immer, machte Schäuble klar. Das müsse sich aber in den finanzpolitischen Rahmen der geplanten und durch die Schuldenbremse vorgeschriebenen Rückführung der Neuverschuldung bewegen. „Es bleibt beim Koalitionsvertrag, und wir werden ihn schrittweise umsetzen“, sagte Schäuble. In dem ist der Wille zur Steuersenkung ebenso enthalten wie der Hinweis, dass alle Projekte unter einem generellen Finanzierungsvorbehalt stehen. „Es ist nicht Sache des Bundesfinanzministers, über Prioritäten der Politik zu entscheiden“, sagte Schäuble mit Blick auf bestehende Zielkonflikte zwischen verschiedenen kostenwirksamen Projekten. Es sei aber Sache des Ministers darauf zu achten, dass alle Entscheidungen sich in den finanzpolitischen Gesamtrahmen der Stabilität einpassten.

  • 11.05.2010, 09:42 UhrAnonymer Benutzer: Ausbader - Normaler Bürger

    Da wird Geld nach Griechenland geschmissen und bei uns fehlt es, was soll denn das?

    Wer darf es ausbaden? Wir, die Steuerzahler.
    in der Forschung und vorallem in der bildung wird gespart? bildung, das einzigste Gut was Deutschland besitzt, hier wird gespart!!
    Wir leben in keiner Demokratie, das ist schon eine Digtatur, was wollen wir tun, wenn Oberhaupt Merkel und Westerwelle entscheiden, dann wird dies auch durchgesetzt.

    Warum hat Merkel und Co. ein Hochsicherheits Trackt um sich, sind das nicht auch nur Menschen? Nein, sie hauen noch hier und da etwas Steuergeld raus für den ein oder anderen Sicherheitsfritzel um Sie rum. Naja wir habens ja ;)

    ich könnte mich den ganzen Tag aufregen, doch was bringt es mir?? Nichts, hört ja eh keiner drauf...

  • 06.05.2010, 17:57 UhrAnonymer Benutzer: kyniker

    ich sag nur eins:

    Gestern lief "Hart aber fair" und Plasberg's Schlussfrage an die Runde war, wie hoch die Schulden der bRD denn nun während der Sendezeit gestiegen sei.

    Frau Koch-Mehrin, promovierte Volkswirtin (!) und Spitzen-FDP-Politikerin, sagte 6000€.

    Was soll mann dazu noch sagen?

    Schande über die FDP!Pfui, kann mann da nur sagen.

  • 06.05.2010, 17:30 UhrAnonymer Benutzer: Marc K.

    Wahrscheinlich wäre es deutlich hilfreicher den Hebel bei den Sozialtransfers anzusetzen. in diesem Land erhalten viel zu viele Leute staatliche Unterstützung - jedes Jahr werden dort dreistellige Milliardenbeträge versenkt.
    Wenn kein Geld da ist muß man eben sparen. Das weiß jedes Kindergartenkind!

  • Video

Politik Bundestag stärkt Organspende

Krankenversichterte ab 16 Jahren werden in Zukunft häufiger gefragt, ob sie Organspender werden wollen. Dieses Gesetz hat der Bundestag mit großer Mehrheit verabschiedet - und noch einige weitere Entscheidungen gefällt.

  • Die aktuellen Top-Themen
Die Linke: Ulrich Maurer greift Parteispitze an

Ulrich Maurer greift Parteispitze an

In der Linken mehrt sich der Protest gegen die Parteispitze und den Zustand der Partei. Fraktionsvize Ulrich Mauer fordert eine radikale Verjüngungskur - und mehr Frauen. Denn in diesem Punkt hapert es gewaltig.

Gastkommentar: Die CDU muss weiter nach links rücken

Die CDU muss weiter nach links rücken

Nach der NRW-Wahl muss die Union neue Prioritäten setzen: Sie muss auf die Sorgen der Menschen reagieren. Sonst verliert sie noch mehr Vertrauen - und ihren Status als Volkspartei.

Studie: Bei Übernahmeschlachten gewinnt der Verlierer

Bei Übernahmeschlachten gewinnt der Verlierer

Wenn zwei Unternehmen um ein anderes streiten, bedeutet das oft nicht Gutes für den Gewinner. Denn bei Übernahmen können die Sieger die Erwartungen oft nicht erfüllen. Profiteur ist - der Verlierer.

Handelsblog Feuert die Dicke Bertha in die falsche Richtung?

Ein Kernproblem im Euro-Raum ist, dass es in den Krisenstaaten einen gefährlichen Link gibt zwischen dem Bankensystem und den Staatsfinanzen dieser Länder. Geldinstitute in Griechenland, Spanien, Irland und anderen Ländern stehen mit dem... Von Olaf Storbeck. Mehr…

Handelsblog Das Versagen von Bayern München, ökonomisch erklärt

Der Ausgang des Champions-League-Finales ist nicht nur peinlich für die Bayern, sondern auch für mich persönlich. Ausgehend vom Marktwert der Spieler hatte ich prognostiziert, dass Bayern gewinnen wird - weil die Mannschaft rund 30% mehr... Von Olaf Storbeck. Mehr…

  • Konjunkturtermine
Konjunkturtermine: Wochenvorschau

Wochenvorschau

Die wichtigsten Ereignisse und Indikatoren in Europa und International