Nachrichten

_

Streit um Hilfe: Bundesbank erneuert Kritik an EZB-Anleihekäufen

Die Bundesbank stellt sich weiter gegen die Pläne der EZB, Staatsanleihen kriselnder Länder zu kaufen. Ankaufprogramme seien kein Ersatz für die „Wiederherstellung der Zahlungsfähigkeit“ eines Staates, hieß es.

Der Plan der EZB, Staatsanleihen von Krisenländern zu kaufen, gefällt der Bundesbank gar nicht. Dadurch würde die Zahlungsfähigkeit der Staaten nicht gewährleistet. Quelle: dpa
Der Plan der EZB, Staatsanleihen von Krisenländern zu kaufen, gefällt der Bundesbank gar nicht. Dadurch würde die Zahlungsfähigkeit der Staaten nicht gewährleistet. Quelle: dpa

FrankfurtDie Bundesbank hat ihre Kritik an der Krisenpolitik der EZB bekräftigt. „Staatsanleihen-Ankaufprogramme erhöhen Abhängigkeiten, und Brandschutzmauern sind kein Ersatz für die Wiederherstellung der Zahlungsfähigkeit und des Investorenvertrauens“, sagte Bundesbank-Vorstand Andreas Dombret am Freitag auf einer Finanzkonferenz in Frankfurt. Die Bundesbank ist strikt gegen das von der Europäischen Zentralbank (EZB) im September beschlossene Anleihenkaufprogramm zur Unterstützung von in der Schuldenkrise ins Visier der Märkte geratenen Euro-Ländern.

Anzeige

EZB-Chef Mario Draghi hatte erst am Donnerstag nach einer turnusmäßigen Sitzung des EZB-Rats wieder betont, die EZB sei bereit zu handeln und bei Bedarf in großem Stil Staatsanleihen eines Landes zu kaufen, wenn dieses vorher unter den Euro-Rettungsschirmn ESM schlüpft und Auflagen akzeptiert. Als erster Kandidat dafür gilt Spanien.

Bundesbank

Bundesbank-Vorstand Dombret erinnerte daran, dass die Maßnahmen der EZB letztlich nur Zeit kaufen können und keine nachhaltige Lösung der Schuldenkrise bedeuten. „Dies lässt sich nur durch wirtschaftliche Anpassungen, durch strukturelle Reformen und durch Bilanzbereinigungen erreichen – hier sind nationale Regierungen und Banken gleichermaßen gefordert.“

 

  • 09.11.2012, 13:42 UhrHofmannM

    Da hat Herr Andreas Dombret zu 100% Recht!
    Das Aufkaufen von Schulden löst keine poliitsch geschaffene Probleme sondern verschärft diese noch mehr.
    Durch das Schuldenaufkaufen wird zum Schluss die ganze EU/EZB geschwächt und der Druck auf politische Strukturreformen im jeweiligen Schuldenland wird gering gehalten. Die Abhängigkeit einer fatalen Abwärtsspirale aus Schuldenschnitt und neuen EU-Gemeinschaftszahlungen nimmt damit seinen unheilvollen Lauf. Dies schadet zum Schluss uns und unsere nachfolgenden Generation!

  • 09.11.2012, 16:59 Uhrr-tiroch@t-online.de

    das OMT-Programm des ESm-Vertrages macht es möglich, dass die EZB bei extremen Szenarien unbegrenzt marode Anleihen aufkauft. will heißen, dass wir bereits mit dem AAA-Schirm in die AAA-Pleite segeln, obwohl Mutti, und Schäuble uns immer auf dem richtigen Weg sehen, gell? die Masse der menschen glaubt das auch noch.

  • 09.11.2012, 17:29 Uhrgerhard

    Staatsanleihen-Ankaufprogramme erhöhen Abhängigkeiten, und Brandschutzmauern sind kein Ersatz für die Wiederherstellung der Zahlungsfähigkeit und des Investorenvertrauens“, sagte Bundesbank-Vorstand Andreas Dombret (Zitat)
    Warum reagiert aber die Bundesregierung nicht darauf? Wenn es zudem hier noch heißt:–„ hier sind nationale Regierungen und Banken gleichermaßen gefordert.“
    Also dann wieder einmal: „das geht aus wie das Hornberger Schießen“ (Die Worte werden gebraucht, wenn eine Angelegenheit mit großem Getöse angekündigt wird, aber dann nichts dabei herauskommt und sie ohne Ergebnis endet. -Erklärung laut Wikipedia-)

  • Die aktuellen Top-Themen
Griechenland-Wahl im Liveblog: „Fünf Jahre auf diesen Moment gewartet“

„Fünf Jahre auf diesen Moment gewartet“

Favorit Alexis Tsipras kommt kaum ins Wahllokal, so groß ist der Andrang der Journalisten. Regierungschef Antonis Samaras gibt sich siegessicher. Die Ereignisse des Wahltages in Griechenland im Liveblog.

Griechenland und die Syriza-Forderungen: Wählt Griechenland Europa ab?

Wählt Griechenland Europa ab?

Heute wird in Athen gewählt – und Links liegt vorn. Das Programm der Linken enthält neun Punkte, die ihrem Anführer Alexis Tsipras im Wahlkampf helfen, aber Europa und vor allem Deutschland schaden. Hier der Überblick.

Tillich widerspricht Merkel: „Der Islam gehört nicht zu Sachsen“

„Der Islam gehört nicht zu Sachsen“

Angela Merkels Islam-Aussage spaltet die Union immer mehr. Nun widerspricht ausgerechnet der sächsische Ministerpräsident seiner Kanzlerin. Stanislaw Tillich stellt Forderungen an die muslimischen Verbände auf.

  • Konjunkturtermine
Konjunkturtermine: Wochenvorschau

Wochenvorschau

Die wichtigsten Ereignisse und Indikatoren in Europa und International