„The World in 2050“
Studie sagt Deutschlands Abstieg voraus

Deutschland und Europa verlieren im weltweiten Vergleich weiter an wirtschaftlichem Gewicht. Das ist das Ergebnis der Studie „The World in 2050“. Die Forscher gehen davon aus, dass Asien in Zukunft noch dominanter wird.
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FrankfurtDeutschland und Europa werden in den kommenden Jahrzehnten nach einer Studie im weltweiten Vergleich erheblich an wirtschaftlichem Gewicht verlieren. Während Europa aktuell mit Deutschland (Rang fünf), Frankreich (Rang acht) und dem Vereinigten Königreich (Rang zehn) noch hinter Asien die stärkste Region im Ranking der Top-Volkswirtschaften ist, werde 2050 nur noch Europas größte Volkswirtschaft unter den Top-Ten bleiben, wie die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers (PwC) in ihrer am Mittwoch in Frankfurt veröffentlichten Studie „The World in 2050“ voraussagt.

Allerdings wird Deutschland 2050 laut dieser Studie nur noch die zehntgrößte Volkswirtschaft der Welt sein – hinter Nigeria, der es als erster afrikanischer Staat in die Spitzengruppe schaffen wird. „Unsere Prognose zeigt deutlich, dass Europa im weltweiten Vergleich weiter an wirtschaftlichem Gewicht verliert. Die Kraftzentren der Weltwirtschaft verschieben sich auch in Zukunft weiter nach Asien“, sagte Norbert Winkeljohann, Sprecher des Vorstands von PwC Deutschland.

China wird demnach seine Rolle als weltgrößte Wirtschaftsmacht verteidigen, die USA werden bis 2050 von Indien auf Rang drei verdrängt. Noch vor Nigeria (Rang neun) folgen Indonesien, Brasilien, Mexiko, Japan und das derzeit kriselnde Russland.

Für die Prognose gehen die PwC-Volkswirtschaftler von einem durchschnittlichen Wachstum der Weltwirtschaft von rund drei Prozent pro Jahr aus - Deutschland wächst laut Prognose nur um etwa 1,5 Prozent. „Der demografische Wandel wird ab etwa 2020 das Wachstum in weiten Teilen der Welt deutlich abkühlen“, sagte Winkeljohann. Das werde auch das deutsche Wachstum bremsen: Deutschland müsse sich auf eine ähnliche Entwicklung einstellen, wie sie Japan bereits erlebe.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Wenn wir weiter mit Bürokratie und Staatsgängelei unsere Wirtschaft bremsen, statt vorausschauende Macher in die Regierung wählen, wird es noch schneller bergab gehen. Viele haben die Situation noch nicht begriffen. Wenn wir jetzt rechtzeitig reagieren, haben wir eine Chance. Investitionen in Bildung und Forschung statt in beleuchtete Spinde und Krötentunnel sind notwendig.

  • Den prognostizierten Abstieg Deutschlands in der Eurozone würde ich noch viel früher als PWC erwarten.
    Die Export-Produkte, die noch eine Domäne der Deutschen sind, werden in absehbarer Zeit zu wesentlich günstigeren Herstellungskosten in vergleichbarer oder besserer Qualität von den Asiaten produziert, wenn auch in vielen Fällen durch arglosen Know-how-Transfer oder Produktpiratie.

  • Dabei fängt die Zukunft mit Industrie 4.0 erst richtig an. Man sollte sich nicht die Frage stellen, wer damit fährt, sondern wer damit nicht fahren kann.

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