_

Trendwende: IfW erwartet 2011 weniger als drei Millionen Arbeitslose

Das Institut für Weltwirtschaft rechnet für nächstes Jahr mit weniger als drei Millionen Arbeitslosen. Das gab es zuletzt 1992. Die Wende ist geschafft.

Daumen hoch für den Arbeitsmarkt: Das IfW erwartet für 2011 weniger als drei Millionen Arbeitslose. Quelle: dpa
Daumen hoch für den Arbeitsmarkt: Das IfW erwartet für 2011 weniger als drei Millionen Arbeitslose. Quelle: dpa

DÜSSELDORF. Nach zwei Jahrzehnten hat der Arbeitsmarkt die deutsche Einheit verdaut. Das Institut für Weltwirtschaft (IfW) erwartet in den nächsten Quartalen kräftig sinkende Arbeitslosenzahlen in Deutschland. Nächstes Jahr werden im Jahresschnitt nur noch 2,952 Millionen Menschen ohne Arbeit sein, heißt es in der neuen Konjunkturprognose der Kieler Wirtschaftsforscher. Das wäre der tiefste Stand seit 1991.

Anzeige

Die IfW-Ökonomen waren die Ersten, die vor einem Jahr vorhergesagt hatten, dass der Einbruch auf dem Arbeitsmarkt trotz Rezession ausbleiben werde. Tatsächlich sinkt die saisonbereinigte Arbeitslosigkeit bereits seit dem Frühjahr 2009 von Quartal zu Quartal. Bis Ende 2011 dürfte in nur zehn Quartalen die saisonbereinigte Arbeitslosenzahl um 600 000 sinken. „Und unsere Modelle signalisieren, dass der Rückgang sogar noch größer ausfallen könnte“, sagte der Kieler Ökonom Carsten-Patrick Meier dem Handelsblatt. „Die Trendwende ist vollzogen.“

Historisch einmalige Entwicklung

Die Entwicklung sei sowohl im historischen als auch im internationalen Vergleich einmalig. Verantwortlich dafür sei „eine Kombination aus ausgeprägter Lohnzurückhaltung in den Jahren vor Ausbruch der Krise, stärkerer Flexibilisierung der tariflichen Arbeitszeit, Fachkräftemangel und günstigen Kurzarbeiterregelungen“, so das IfW.

Die Bundesregierung geht bislang davon aus, dass die Arbeitslosenzahl dieses Jahr konstant bleibt und bei 3,44 Millionen Menschen verharrt. Nach den guten Mai-Daten hatte der Chef der Arbeitsagentur Frank-Jürgen Weise aber angedeutet, „es könnte einen Tick besser werden“. Und DIHK-Geschäftsführer Martin Wansleben erwartet 100 000 zusätzliche Jobs.

  • 17.06.2010, 23:38 UhrAnonymer Benutzer: my2cent

    @denkerist

    ich weiss ;)

    deswegen ist die zeit auch reif für 'nen "bewusstseinssprung"... http://tinyurl.com/3akeaay

    wird 'nen schweres stück "arbeit" ...

    grundeinkommen is 'ne variante. wenn 80% der mitmenschinnen wüssten, wie geld "entsteht" und was es ist, würde ein potentieller protest gegen "geschenke" vll auch im keim ersticken. die "mitte" der gesellschaft bräuchte nicht zwingend mehr zukunftsängste haben, das bringt keinem was...

    wettbewerb is auf'm sportplatz okay, in anderen bereichen in der tendenz ein auslaufmodell... die erde war auch mal 'ne scheibe ;)

    allerdings hätten die politclowns dann auch nicht mehr viel zu tun... "die menschen" könnten selbst "gestalten" bzw würden's vll das erste mal drauf kommen das sie's können... utopie :)

    so long ...

  • 17.06.2010, 21:48 UhrAnonymer Benutzer: Denkerist

    So einen blödsinn habe ich lange nicht gelesen: Z.Zt werden über 6 Mio Menschen von den Argen betreut, sind also arbeitslos. 30% arbeiten für Hungerlöhne (Lohndumping und Sklavenhalter). Wenn das kein Grund zum Jubeln ist!!

    @ my2cent:
    Die einigen, die über ihre Verhältnisse gelebt haben und leben sind die Reichen und die beamten. Alle anderen zahlen das ganze und werdenb permanent um ihren Lohn betrogen.

  • 17.06.2010, 21:21 UhrAnonymer Benutzer: Mariana mayer

    Die Arbeitsmarktproblematik in Deutschland wird dadurch gelöst das Arbeitsplätze in Kindergärten aufgebaut und notwendige Arbeitsplätze in der industrie gleichzeitig abgebaut bzw durch Leiharbeit ersetzt wurden.

    Mariana Mayer, Dipl. inf. FH

    seit 5,5 Jahren aufgrund von zahlreichen Mobbingattacken arbeitslos, mein Arbeitsleben wurde zielgerichtet lediglich ausgebeutet und anschließend durch "Akademiker" vernichtet,

    hochsicherheitskritische Systeme werden in diskriminierender Leiharbeit durchgeführt

    die Folge sind zahlreiche vermeidbare bahnunfälle

    ich tauche in keiner "arbeitslosenstatistik" auf, weil Frauen und andere aus den systemen gedrängt werden oder garnicht erst richtig eingestellt, sondern nur in missbräuchlicher Leiharbeit verheizt werden

    ebenso tauchen die viele arbeitslose Akademiker nicht in den Statistiken auf, dazu kommen die Obdachlosen etc, etc...

  • Video

Politik Bundestag stärkt Organspende

Krankenversichterte ab 16 Jahren werden in Zukunft häufiger gefragt, ob sie Organspender werden wollen. Dieses Gesetz hat der Bundestag mit großer Mehrheit verabschiedet - und noch einige weitere Entscheidungen gefällt.

  • Die aktuellen Top-Themen
Die Linke: Ulrich Maurer greift Parteispitze an

Ulrich Maurer greift Parteispitze an

In der Linken mehrt sich der Protest gegen die Parteispitze und den Zustand der Partei. Fraktionsvize Ulrich Mauer fordert eine radikale Verjüngungskur - und mehr Frauen. Denn in diesem Punkt hapert es gewaltig.

Gastkommentar: Die CDU muss weiter nach links rücken

Die CDU muss weiter nach links rücken

Nach der NRW-Wahl muss die Union neue Prioritäten setzen: Sie muss auf die Sorgen der Menschen reagieren. Sonst verliert sie noch mehr Vertrauen - und ihren Status als Volkspartei.

Studie: Bei Übernahmeschlachten gewinnt der Verlierer

Bei Übernahmeschlachten gewinnt der Verlierer

Wenn zwei Unternehmen um ein anderes streiten, bedeutet das oft nicht Gutes für den Gewinner. Denn bei Übernahmen können die Sieger die Erwartungen oft nicht erfüllen. Profiteur ist - der Verlierer.

Handelsblog Feuert die Dicke Bertha in die falsche Richtung?

Ein Kernproblem im Euro-Raum ist, dass es in den Krisenstaaten einen gefährlichen Link gibt zwischen dem Bankensystem und den Staatsfinanzen dieser Länder. Geldinstitute in Griechenland, Spanien, Irland und anderen Ländern stehen mit dem... Von Olaf Storbeck. Mehr…

Handelsblog Das Versagen von Bayern München, ökonomisch erklärt

Der Ausgang des Champions-League-Finales ist nicht nur peinlich für die Bayern, sondern auch für mich persönlich. Ausgehend vom Marktwert der Spieler hatte ich prognostiziert, dass Bayern gewinnen wird - weil die Mannschaft rund 30% mehr... Von Olaf Storbeck. Mehr…

  • Konjunkturtermine
Konjunkturtermine: Wochenvorschau

Wochenvorschau

Die wichtigsten Ereignisse und Indikatoren in Europa und International