Trüber Ausblick: Deutsche Industrie mit stärksten Auftragsrückgang seit einem Jahr

Trüber Ausblick
Deutsche Industrie mit stärksten Auftragsrückgang seit einem Jahr

Euro-Krise und schwache Weltwirtschaft setzen der deutschen Industrie zu. Die Aufträge im September sind deutlich zurückgegangen. Für 2013 rechnen die Wirtschaftsweisen nur mit einem Mini-Wachstum.
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DüsseldorfDie deutsche Industrie kämpft mit dem stärksten Auftragsrückgang seit einem Jahr. Im September erhielten die Industrieunternehmen 3,3 Prozent weniger Aufträge als im Vormonat, wie das Wirtschaftsministerium am Dienstag in Berlin mitteilte. „Das schwache wirtschaftliche Umfeld des Euroraums, aber auch der übrigen Weltwirtschaft schlägt sich mittlerweile deutlicher als im ersten Halbjahr bei der Nachfrage nach deutschen industriellen Erzeugnissen nieder“, hieß es. Die Nachfrage aus dem Ausland war mit minus 4,5 Prozent besonders stark rückläufig, aus dem Euroraum kamen sogar 9,6 Prozent weniger Aufträge.

Trübe Aussichten nicht nur für die deutsche Industrie: Auch der Sachverständigenrat zur gesamtwirtschaftlichen Entwicklung ist mit seinen Konjunkturerwartungen für Deutschland noch vorsichtiger als die Bundesregierung. Für kommendes Jahr erwarten die „fünf Weisen“ lediglich 0,8 Prozent reales Wachstum, genauso viel wie dieses Jahr. Dies berichtet das Handelsblatt in seiner Mittwochausgabe.

Am Mittwoch wollen die Wirtschaftsweisen ihr Jahresgutachten mit dem Titel „Stabile Architektur für Europa – Handlungsbedarf im Inland“ vorstellen. Die Bundesregierung rechnet für 2013 mit einem Prozent Wachstum.

Zuletzt fielen die Frühindikatoren für Deutschland sehr unterschiedlich aus. Es gibt einen deutlichen Gegensatz zwischen der Lage an den Finanzmärkten und der Einschätzung der Unternehmen. Der ZEW-Index über die Erwartungen der Finanzexperten ist zuletzt gestiegen. Die im ifo-Index erfassten Erwartungen der Unternehmen sanken hingegen im Oktober zum sechsten Mal in Folge. Auch der Einkaufsmanagerindex verschlechterte sich.

Ökonomen rechnen vor allem für das Winterhalbjahr mit einer schwachen Entwicklung. Im Frühjahr 2013 soll die Wirtschaft hingegen wieder etwas Fahrt aufnehmen.

 

Kommentare zu " Trüber Ausblick: Deutsche Industrie mit stärksten Auftragsrückgang seit einem Jahr"

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  • Bitte immer dran denken:

    Ohne Euro ginge es uns viel schlechter!



    © Ihre deutsche Politik

  • Aktien kaufen, das ist aternativlos und risikofrei. Wenn selbst an einem Tag wie heute es nach oben geht, kann gar nichts passieren.

  • Die "Weisen" sind alle regierungs-gesteuerte Professoren a la Bofinger. Wunsch-Gutachten lassen grüssen !

  • Ich habe von Volkswirtschaft wenig Ahnung, aber mein gesunder Menschenverstand sagt mir folgendes :
    - die Japanische Autoindustrie hat sich nach Fukushima ( Exportbeschränkung wegen Radioaktiver Bestrahlung ) wieder gefangen und wird die Nische, in die die Deutsche Autoindustrie weltweit eingesprungen ist, wieder an sich reissen ( Toyota läßt grüßen ).
    - in den Club-Med Ländern bricht die Industrie verstärkt durch Rezession und eisernes sparen ( EU-Politik) zusammen und entsprechend brechen für uns die EU-Märkte weg.
    - die Inlandsnachfrage geht wegen fehlender Kaufkraft der Bevölkerung ( Agenda 2010 läßt grüssen ) gewaltig zurück.
    Von welchem Wachstum wird hier gelabert ? Um diese Desinformation zu verstehen, muß man weder Weise sein, noch promoviert haben.

  • Ich promoviere im Fach Volkswirtschaft und finde es ein Unding, dass solche Prognosen in der Presse gehör finden. Man schaue sich doch mal bitte die "Prognose-historie" an... da kann man auch gleich in eine Glaskugel schauen.

  • Auch wenn man kein Professor ist, erkennt man, dass der Trend "seitwärts" geht. ob 0,8 oder 1,0 macht nicht viel unterschied. Aus meiner täglichen Erfahrung kann ich nur sagen, das Investitionen sehr vorsichtig getätigt werden.
    Und dann auch nur, um das nötigste abzuarbeiten.
    Investitionen "in die Zukunft" (Anpassung der Geschäftsmodelle, Komponenten basierte Produkte, innovative Maschinenparks, etc.) werden "auf später" verschoben. "Wenn es wieder berechenbarer ist." Wann dies der Fall sein wird, kann heute aber niemand abschätzen. Also wird nichts gemacht.
    Wo soll also das Wachstum herkommen ?
    Momentan haben wir nicht das passende Umfeld (Stichwort: Berechenbarkeit). Also wird das Geld zusammengehalten. Somit werden auch zukunftsfähige Produkte nicht in Angriff genommen bzw. zur marktreife gebracht.
    Wo soll dann bitte das künftige Wachstum herkommen ?
    Oder auch die benötigte Produktivität, um den demographischen Tatsachen Rechnung zu tragen ?
    Trübe Aussichten - nicht nur für 2013...
    Wann bitte wachen wir endlich auf und bringen unsere "PS auf die Strasse..."?
    Noch haben wir das passende Know-How. Noch...

  • Die "Weisen" haben noch nie eine richtige Prognose abgegeben.
    Die bemerken eine Rezession auch dann nicht, wenn man sich schon darin befindet.
    Die Prognose für das nächste Jahr kann man deswegen auch vergessen.

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