Trump-Wahl in den USA
EZB und Bundesregierung sorgen sich um den Aufschwung

Was bedeutet die Wahl von Donald Trump für den deutschen Aufschwung? Zunächst nichts negatives, glaubt die Bundesregierung. Doch die EZB mahnt bereits: Europa müsse „die Kontrolle über sein Schicksal behalten“.

BerlinDie Bundesregierung erwartet nach dem Wahlsieg von Donald Trump bei der US-Präsidentenwahl vorerst keine negativen Folgen für den deutschen Aufschwung. „Nach der Brexit-Entscheidung und der US-Wahl bleibt das weltwirtschaftliche Umfeld zwar von Unwägbarkeiten geprägt“, erklärte das Wirtschaftsministerium am Freitag in seinem Monatsbericht. „Bedeutende wirtschaftliche Beeinträchtigungen sind aus heutiger Sicht aber erst einmal nicht zu erwarten.“ Das Bruttoinlandsprodukt dürfte in der zweiten Jahreshälfte aber „etwas gemäßigter“ wachsen als in der ersten.

Das Ministerium sieht Hinweise darauf, dass die für die Exportnation Deutschland so wichtige globale Konjunktur wieder anzieht. „Das weltwirtschaftliche Umfeld ist weiterhin schwierig, scheint sich aber allmählich aufzuhellen, so dass sich die Exportaussichten etwas verbessern“, hieß es. So sei die weltweite Industrieproduktion im Sommer gestiegen, vor allem in den Schwellenländern.

Die Statistische Bundesamt veröffentlicht kommenden Dienstag eine erste Schätzung für das Wirtschaftswachstum im dritten Quartal. Von Reuters befragte Ökonomen rechnen mit einem Plus von 0,3 Prozent, nach 0,4 Prozent im zweiten Quartal. „Die gesamtwirtschaftliche Leistung dürfte im dritten Quartal weiter leicht zugenommen haben“, erwartet auch das Ministerium.

Nach Einschätzung von EZB-Ratsmitglied Benoit Coeure birgt die Wahl Donald Trumps zum US-Präsidenten Lehren für Europa. „In einer Welt, in der die Schocks zunehmen, muss Europa die Kontrolle über sein Schicksal behalten“, sagte Coeure der Zeitung „Le Progres de Lyon“ vom Freitag. „Damit Europa bei Verteidigung und Sicherheit stark sein kann, braucht es eine starke Wirtschaft. Und damit die Wirtschaft stark sein kann, sind Reformen in jedem Land nötig, und die Euro-Zone muss besser funktionieren.“ Derzeit gebe es Anzeichen, dass der Aufschwung an Stärke gewinne.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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