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Über 3 Prozent: Arbeitgeber rechnen mit Traumwachstum

Wegen der guten Auftragslage in wichtigen Wirtschaftszweigen in Deutschland rechnet Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt mit einem BIP-Plus von über drei Prozent und weniger Arbeitslosen. Auch andere teilen den Optimismus.

Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt. Quelle: dpa
Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt. Quelle: dpa

BerlinTrotz Euro-Schuldenkrise und Turbulenzen an den Börsen glauben Experten noch nicht an ein Ende des deutschen Wirtschaftsaufschwungs. „Ich gehe davon aus, dass wir für das Gesamtjahr ein Wachstum von mehr als drei Prozent verzeichnen werden“, sagte Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt dem „Hamburger Abendblatt“. „Unsere Konjunkturdaten zeigen, dass wichtige Wirtschaftszweige - die Automobil- und Zulieferindustrie, der Maschinenbau und die chemische Industrie - stark bleiben“, betonte der Chef der Bundesvereinigung deutscher Arbeitgeberverbände (BDA).

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Die Dynamik der deutschen Wirtschaft hatte sich im zweiten Quartal deutlich abgeschwächt, das Wachstum lag im Vergleich zum Jahresanfang (1,3 Prozent) nur noch bei 0,1 Prozent. Volkswirte hatten ein Plus von bis zu 0,5 Prozent erwartet. Als Gründe gelten die Schuldenkrise im Euroraum und die schwächelnde US-Konjunktur.

Europa-Konjunktur

Auf dem deutschen Arbeitsmarkt bleibe die Lage aber weiter entspannt, betonte Hundt. „Wir werden in diesem Jahr deutlich unter drei Millionen (Arbeitslosen) bleiben.“ Für 2012 halte er es sogar für denkbar, dass die Arbeitslosenzahl vorübergehend auf 2,6 Millionen sinkt - wenn die Konjunktur stabil bleibt.

Arbeitsagentur: Arbeitsmarkt erholt sich weiter

Dieser Einschätzung schließt sich die Bundesagentur für Arbeit (BA) an. „Die jüngsten Ereignisse zeigen, dass es weiter Risiken für den Arbeitsmarkt gibt. Wir bleiben aber bei unserer Einschätzung, dass sich der Arbeitsmarkt dieses und nächstes Jahr günstig entwickelt“, sagte BA-Vorstandschef Frank-Jürgen Weise der dpa. Die Exportaussichten der deutschen Industrie seien weiter gut, die Binnenkonjunktur stabil und die Unternehmen dadurch weiterhin bereit, neue Arbeitsplätze zu schaffen.

Zwar werde sich der Job-Aufschwung 2012 nicht mehr im bisherigen Tempo fortsetzen. „Wir sehen aber auch nach den Turbulenzen an den Finanzmärkten derzeit keinen Anlass, von unserem bisherigen Korridor für nächstes Jahr abzuweichen“, sagte Weise. Danach würde die Arbeitslosigkeit im Durchschnitt auf 2,7 Millionen sinken - das wären im Jahresschnitt rund 200.000 weniger Jobsucher als 2011. Was dem Arbeitsmarkt neben der guten Konjunktur helfe, sei die wachsende Sorge vieler Unternehmen vor einem Fachkräftemangel. Jeder Firmenchef sei daher bestrebt, qualifizierte Mitarbeiter zu halten.

Aus Sicht der Einzelhandelsbranche lassen sich auch die Verbraucher durch die Börsenkrise nicht vom Geldausgeben abhalten. „Die deutschen Konsumenten trotzen bisher allen Krisen, ihre Kauflaune ist stabil. Daher rechnen wir im Einzelhandel weiterhin mit einem Wachstum von rund 1,5 Prozent für das Gesamtjahr 2011“, sagte Stefan Genth, Hauptgeschäftsführer des Handelsverbandes Deutschland (HDE), der „Wirtschaftswoche“.

Ifo: Energiewende bremst Wirtschaftswachstum

Nach einem Bericht der „Bild“-Zeitung hat unter anderem die Energiewende der Bundesregierung die Konjunktur im zweiten Quartal gebremst. Die Energieerzeugung sei durch das Atom-Moratorium auf den tiefsten Wert seit 1991 gefallen, schreibt das Blatt unter Berufung auf Daten des Statistischen Bundesamtes und des Münchner ifo-Instituts. Das Stilllegen der sieben Atommeiler habe das Wachstum nach ifo-Schätzungen im zweiten Quartal von 0,3 Prozent auf 0,1 Prozent gedrückt.

  • 22.08.2011, 13:40 UhrW.Fischer

    Lieber Herr Arbeitgeberpräsident Hundt,
    vergessen sie bei aller Euphorie über das Wachstum, die Löhne und Gehälter ihrer Mitarbeiter nicht, ohne sie wäre das Wachstum nichts.
    Danke

  • 21.08.2011, 19:54 UhrAnonymer Benutzer: Maidag

    Sie bezeichnen sich als Ökonomen. Dann sollten Sie wissen, daß die 58% des deutschen Exports auf die EU, nicht auf den EURO-Raum beziehen. da sind es so um die 44%. Mit übrigens schon seit Jahren abnehmender Tendenz. Auch die Zinsen in den Peripheriestaaten wurden nicht "künstlich niedrig gehalten". Den langfristigen Zinssatz bestimmt der Markt. Die EZB legt nur die sog. Leitzinsen fest. Drittens ist Exportstärke absolut kein Ausweis für eine gesunde Wirtschaft und sind dauerhafte Leistungsbilanzüberschüsse für sie in Summe schädlich, ... Herr Oekonom!

  • 21.08.2011, 10:40 UhrAnonymer Benutzer: Alfred_H

    Neulich im Bundeskanzlerinnenamt. Merkel, Ackermann und Hundt liegen sich lachend in den Armen und tanzen einen Reigen. Dazu singen sie immerzu aus voller Kehle: "...das ist das Wirtschaftswunder...das ist das Wirtschaftswunder...das ist das Wirtschaftswunder...". Schäuble fährt die Reihen der sie umringenden Medienvertreter ab und gibt jedem Journalisten oder den Zeitungspraktikanten einen 10-Euro-Schein zur Belohnung für ihre treuen, obrigkeitshörigen Dienste. Die Medienvertreter sind aus dem Häuschen und freuen sich darüber. Endlich können sie mal wieder etwas Positivies berichten.

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