Umfrage: Mehrheit vertraut amtlicher Preis-Statistik nicht

Umfrage
Mehrheit vertraut amtlicher Preis-Statistik nicht

Die Deutschen ärgern sich an der Supermarktkasse über stark steigende Preise. Der amtlichen Inflations-Statistik vertrauen sie kaum noch. Gefühle und Wirklichkeit können allerdings weit auseinanderdriften.
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Hamburg/ FrankfurtNach Ansicht einer Mehrheit der Deutschen steigen die Verbraucherpreise schneller als in der offiziellen Statistik festgehalten. In einer am Mittwoch vom Magazin „Stern“ veröffentlichten Forsa-Umfrage äußerten 58 Prozent der Befragten das Gefühl, dass im vergangenen Jahr die Preise stärker gestiegen seien, als es die amtlich festgestellte Inflationsrate von 1,5 Prozent ausdrückt. Nur 35 Prozent gaben an, dass sich ihr persönlicher Eindruck mit der tatsächlichen Teuerungsrate deckt.

Am häufigsten (80 Prozent) hätten sich die Menschen über höhere Kosten fürs Wohnen (Miete, Wasser, Strom, Gas), für Verkehr und für Lebensmittel geärgert. Knapp die Hälfte habe die Sorge geäußert, wegen der steigenden Preise weniger Geld zum Leben zu haben.

Die Inflationsrate wird über einen Warenkorb ermittelt, für den das Statistische Bundesamt monatlich über 300.000 Einzelpreise für verschiedene Produkte und Dienstleistungen feststellt. Nach ihrer wirtschaftlichen Bedeutung gewichtet, fließt die Preisentwicklung dann in den Verbraucherpreisindex ein, dessen Veränderung auch Inflationsrate genannt wird.

Fachleute weisen auf das Phänomen der „gefühlten Inflation“ hin, die stärker an Produkten und Dienstleistungen hängt, die häufiger gekauft und meist bar bezahlt werden. Dies trifft etwa auf Lebensmittel, Treibstoffe oder Friseurbesuche zu. Kaum registriert werden hingegen Zahlungen, die regelmäßig und automatisch abgebucht werden wie etwa die Kaltmiete, die bei vielen Mietern kaum oder nur in sehr geringem Umfang steigt. Im Warenkorb des Bundesamtes macht sie aber mehr als ein Fünftel (21 Prozent) aus.

Nach einer Beispielrechnung der Großbank Unicredit können Gefühl und Wirklichkeit weit auseinanderdriften. Beim Vergleich eines nur mit häufig und typischerweise bar bezahlten Gütern gefüllten Warenkorbs ergab sich im Dezember 2010 eine fast doppelt so hohe Preissteigerung wie in dem realistisch zusammengesetzten Korb. 2013 haben sich insbesondere Lebensmittel stark verteuert. Sie machen im Warenkorb aber nur 9,1 Prozent aus. Sinkende Treibstoffpreise haben laut Bundesamt die Preissteigerung gedämpft.

Nach einer YouGov-Umfrage im Auftrag der Vermögensverwaltung M&G sind aber die Inflationsängste der Deutschen in den vergangenen Monaten zurückgegangen. Im November erwarteten die Befragten noch eine Inflationsrate von 2,1 Prozent nach 2,5 Prozent im Februar. Die Europäische Zentralbank sieht die angestrebte Preisstabilität bei einem Wert von knapp unter 2 Prozent gewährt. Die Bundesbank erwartet für dieses Jahr zunächst 1,3 Prozent und für 2015 dann 1,5 Prozent.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Umfrage: Mehrheit vertraut amtlicher Preis-Statistik nicht"

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  • Ergebnis dieses Artikels ist:

    Mit ihrem Gefühl stimmt was nicht!!


    Dieser des HB unwürdige Artikel unterschlägt dem Leser, daß der neue Warenkorb nach hedonischem Prinzip variabel ist. Somit ist der Manipulation Tür und Tor geöffnet.
    Z. B. Ist eine Gruppe wie Frischgemüse erheblich teurer geworden, ersetzt der offizielle Warenkorb sie durch Dosen oder Tiefkühlware. Kaufen sie sich auch desöffteren im Jahr einen neuen Flachbildschirm oder einen neuen PC, weil billiger geworden?

    Einen sehr guten, verständlichen und ehrlichen Artikel finden sie im HB Online von Christine Bortenlänger: Inflation - Ein Leerstück

    Ich kann sie beruhigen. Mit ihrem Gefühl ist alles völlig in Ordnung.

    Schönen Abend noch.

  • Zitat : Mehrheit vertraut amtlicher Preis-Statistik nicht

    EUROSTAT ====> ADAC

    Und wenn maqn 100 mal das Thema bringt und die 1,5 % Inflationsrate festschreibt : Beschiß bleibt BESCHIß !!!

    Die Inflationsrate beträgt mittlerweile an die 10 %, und kein Eurostat kann diese Tatsache SCHÖN rechnen !

  • Es wird nirgendwo soviel gelogen und getrickst wie bei der Errechnung der wirklichen Inflation, sofort danach folgen die gesetzlichen Renten, die runtermanipuliert werden.

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