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Umfrage unter Experten: EZB wird Zinsen in diesem Jahr nur leicht erhöhen

Finanzmarktexperten rechnen nicht mit einer raschen Anhebung des europäischen Leitzinses. Erst gegen Ende des Jahres wird die EZB nach ihrer Meinung die Kosten für geliehenes Geld moderat erhöhen.

EZB-Chef Trichet: Leitzins wird kaum steigen. Quelle: dpa
EZB-Chef Trichet: Leitzins wird kaum steigen. Quelle: dpa

HB LONDON. Trotz des einsetzenden Aufschwungs wird die EZB nach Ansicht von Experten den Leitzins bis zum Spätsommer nicht antasten. Wie aus einer am Mittwoch veröffentlichten Umfrage der Nachrichtenagentur Reuters hervorgeht, erwarten alle 86 befragten Ökonomen, dass die Europäische Zentralbank (EZB) auf ihrer Sitzung nächste Woche den Schlüsselzins bei einem Prozent belassen wird. Der EZB-Rat trifft sich am 4. Januar in Frankfurt und entscheidet über den weiteren Kurs der Notenbank. Die Währungshüter halten den Leitzins für die Versorgung der Finanzwirtschaft mit Liquidität seit dem vergangenen Frühjahr auf dem historisch niedrigen Niveau von einem Prozent.

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Daran wird sich nach Ansicht der von Reuters befragten Volkswirte erst gegen Ende dieses Jahres wieder etwas ändern: Im Schnitt rechnen die befragten Ökonomen damit, dass die EZB den Leitzins erst im vierten Quartal um einen Viertelprozentpunkt auf 1,25 Punkt anheben werden. Bis März 2011 soll das Zinsniveau dann auf 1,75 Prozent steigen. Zuletzt hatten die Fachleute für das Jahresende noch ein etwas höheres Zinsniveau veranschlagt und 1,5 Prozent prognostiziert.

Die Experten sehen zudem nur eine geringe Wahrscheinlichkeit, dass es dieses Jahr zu einer Rettungsaktion der EU oder des IWF für das hoch verschuldete Griechenland kommen wird. Im Mittel sehen die dazu befragten 60 Experten die Chancen, dass es 2010 zu einem solchen Szenario kommen wird, bei 20 Prozent. Auf Sicht von fünf Jahren taxieren sie die Wahrscheinlichkeit hingegen auf immerhin 25 Prozent.

Der Lissabon-Vertrag schließt ein gegenseitiges Einstehen der Mitgliedsstaaten für Staatsschulden aus. Sollten alle Anstrengungen scheitern, ist die EU aber möglicherweise doch bereit, die Reißleine zu ziehen: Voriges Jahr erklärte der damalige EU-Wirtschaftskommissar Joaquin Almunia, es gebe einen Notfallplan der Euro-Länder. Details wurden aber nie bekannt.

Experten vermuten, andere Staaten könnten Problemländern mit Überbrückungskrediten einspringen. Griechenland gilt in der EU als chronischer Defizitsünder. Wegen der ausufernden Staatsverschuldung haben die Ratingagenturen die Bonität des Landes herabgestuft, womit sich neue Kredite für Griechenland verteuern. Die Regierung in Athen will den Haushalt mit einem Sparplan binnen drei Jahren wieder in Ordnung bringen.

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