US-Arbeitsmarkt
161.000 neue Jobs – Zinserhöhung in Sicht

Die frischen Arbeitsmarktdaten in den USA für den Monat Oktober sind gut genug, um einer Erhöhung der US-Leitzinsen im Dezember den Weg zu bereiten. Die Stundenlöhne legen deutlich zu.

WashingtonKurz vor der Präsidentschaftswahl in den USA kommt ein weiterer Arbeitsmarktbericht heraus, der beweist, dass die wirtschaftliche Situation dort nicht so schlecht ist. Im Oktober wurden außerhalb der Landwirtschaft 161.000 zusätzliche Stellen geschaffen. Die Wert für den Vormonat wurde revidiert auf ein Plus von netto 191.000. Die Arbeitslosigkeit sank ganz leicht auf 4,9 Prozent.

Der Stundenlohn in der Privatwirtschaft wuchs im Vergleich zum Vorjahr um 2,8 Prozent, das ist der stärkste Wert seit Juni 2009. Insgesamt sind im Jahr 2016 jetzt pro Monat im Durchschnitt 181.000 Stellen neu geschaffen worden. Das ist weniger als im Jahr 2015 mit 229.000 – aber das ist auch nicht erstaunlich. Wenn eine Volkswirtschaft sich der Vollbeschäftigung nähert, wird es immer schwieriger, zusätzliche Jobs zu schaffen.

Ob die neuen Zahlen die Wahl am Dienstag beeinflussen, ist fraglich. Sie sind zwar gut, aber auch nicht spektakulär. Außerdem wird die Wahl ohnehin, den Anschein erweckt jedenfalls sie politisch Diskussion, mehr von Fiktionen als von Fakten bestimmt. Aber die Ergebnisse dürften ausreichen, um der US-Notenbank (Fed) den Weg zu einer Zinserhöhung im Dezember offen zu lassen.

Der genau Blick zeigt auch einige Schwächen. Die Zahl von 161.000 neuen Stellen lag etwas niedriger als von Ökonomen erwartet. Die Arbeitslosigkeit pendelt seit einiger Zeit knapp fünf Prozent herum, zeigt aber keinen klaren Trend mehr. Die sogenannte Partizipationsrate, also die Teilnahme der Amerikaner am Arbeitsmarkt, ist sogar leicht gesunken. Die umfassendere Prozentzahl für Arbeitslosigkeit plus Unterbeschäftigung liegt mit 9,7 Prozent leicht über dem Septemberwert. Sie berücksichtigt auch Arbeitnehmer, die Teilzeit arbeiten, obwohl sie gerne eine Vollzeit-Stelle hätten.

Trotzdem dürften die Zahlen gut genug sein, um für die Fed die Tür weit offen für eine Zinserhöhung zu lassen. Davon gehen auch Ökonomen in ihren ersten Reaktionen aus. Vor der nächsten Sitzung der Fed Mitte Dezember werden noch die November-Zahlen bekannt gegeben werden. Außerdem ist bis dahin das Wahlergebnis bekannt. Die Fed wird sich auf jeden Fall bemühen, ihre Entscheidung abhängig von den Daten zu treffen und nicht von der Politik. Und sie hatte bereits am Mittwoch unverhohlen angedeutet, dass sie eine Zinserhöhung anstrebe.

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