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US-Konjunktur: Bernanke hofft auf die Verbraucher

Ben Bernanke, Chef der amerikanischen Notenbank, sieht erste Anzeichen für ein langsames Ende der Talfahrt der US-Wirtschaft. Insbesondere der private Konsum könnte sich in den kommenden Monaten stabilisieren. Aber es gibt immer noch Unwägbarkeiten.

Kann wieder lachen: Ben Bernanke, der Chef der US-Notenbank Federal Reserve. Quelle: ap
Kann wieder lachen: Ben Bernanke, der Chef der US-Notenbank Federal Reserve. Quelle: ap

NEW YORK. „Wir erwarten weiterhin, dass die Wirtschaft ihren Boden findet und Ende des Jahres wieder nach oben dreht“, sagte Bernanke bei seinem turnusmäßigen Bericht zur Lage der US-Konjunktur im Parlament. Allerdings warnte er vor zu großem Optimismus. Die USA würden bei der Wachstumsrate vermutlich über längere Zeit unter ihren Möglichkeiten bleiben.

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Amerikas Wirtschaftsleistung geht seit Sommer 2008 zurück. Der Kollaps der Preise am heißgelaufenen Immobilienmarkt führte zu einem Einbruch des privaten Konsums und einer Destabilisierung des Finanzsystems. Im ersten Quartal war die US-Wirtschaft zwar aufs Jahr hochgerechnet noch um mehr als sechs Prozent geschrumpft, aber nicht mehr ganz so stark wie im Schlussquartal 2008. Die Daten legten nahe, dass die Geschwindigkeit, mit der die Wirtschaft schrumpfe, möglicherweise sinke, sagte Bernanke.

Vor allem die Nachfrage der privaten Haushalte könnte sich stabilisieren und dürfte durch die Konjunkturprogramme gestützt werden, fügte er hinzu. Ein Anstieg der Verbraucherausgaben gehörte im ersten Quartal zu den wenigen Lichtblicken der Wirtschaftsentwicklung. Da der private Konsum 70 Prozent der US-Wirtschaftsleistung ausmacht, könnte eine weitere Zunahme den freien Fall der US-Konjunktur abbremsen. Zuletzt war das von verschiedenen Forschungsinstituten gemessene Vertrauen der Verbraucher in die Wirtschaft angestiegen, was von Experten als Vorbote einer Konsumerholung angesehen wird.

Gestützt wurde die Hoffnung auf die Verbraucher gestern durch positive Nachrichten aus dem Dienstleistungssektor. So stieg der Einkaufsmanagerindex für April überraschend stark auf 43,7 Punkte von zuvor 40,8 Zählern. Dies lässt eine Zunahme der Wirtschaftsaktivität in dem Sektor erwarten. Bernanke verwies allerdings darauf, dass diese Entwicklung sich erst noch als Trend etablieren müsse. Die Arbeitslosigkeit sowie der Einbruch am Aktien- und Häusermarkt der vergangenen Jahre belasteten den Verbraucher weiter. Positiv bewertete Bernanke Zeichen für eine Stabilisierung des Finanzsystems sowie des Häusermarktes.

Der Fed-Chef versuchte, angesichts der massiven Verschuldung des Staates für Konjunkturprogramme und der Flutung des Geldmarktes durch die Notenbank Furcht vor einer bald massiv nach oben schießenden Inflation zu zerstreuen: „Es ist unwahrscheinlich, dass die Inflation ohne Wirtschaftswachstum nach oben schnellt“, sagte er. Die Fed hatte zur Ankurbelung der Wirtschaft zunächst den Leitzins praktisch auf Null reduziert und dann begonnen, für hunderte von Mrd. Dollar Kreditpapiere am Markt aufzukaufen. Damit sollen die Zinsen für die Wirtschaft gesenkt werden. Dadurch hatte sich die Bilanzsumme der Fed auf gut zwei Billionen Dollar mehr als verdoppelt. „Wir arbeiten an einer Strategie, dies wieder abzubauen“, sagte Bernanke.

Zugleich hatte sich die Regierung weiter verschuldet, um ein fast 800 Mrd. Dollar großes Konjunkturpaket auf den Weg zu bringen. Anders als die Europäische Zentralbank (EZB) ist die Fed nicht allein der Geldwertstabilität verpflichtet, sondern auch der Wachstumsförderung. Die EZB lehnt solche Aufkaufprogramme unter anderem aus Angst vor Geldentwertung ab. „Wir navigieren auf einem Kurs zwischen Deflation und Inflation“, erklärte Bernanke.

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