US-Konjunktur
Steigender Konsum beschert USA wieder Wachstum

Die US-Wirtschaft läuft wieder: Nach den schwachen ersten Quartal ist sie zuletzt vor allem dank des steigenden Konsums um 2,3 Prozent gewachsen. Die Zeichen für eine baldige Zinswende der US-Notenbank stehen somit gut.
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Der US-Konsument tut endlich wieder das, was alle Ökonomen von ihm verlangen: Er konsumiert. Der Anstieg der privaten Ausgaben war einer der Gründe dafür, dass die amerikanische Wirtschaft nach der ersten offiziellen Schätzung im zweiten Quartal um 2,3 Prozent gewachsen ist. Zugleich hat die Regierung die Zahl für das erste Quartal von minus 0,2 auf 0,6 nachrevidiert.

Das zeigt: Die US-Konjunktur läuft wieder rund. Die Erwartung der meisten Experten, dass sich die Schwäche im ersten Quartal als vorübergehend erweist, hat sich bestätigt. Vor allem der starke Dollar, gerade auch im Vergleich zum Euro, hatte für einen Dämpfer gesorgt. Außerdem bremste der Fall der Ölpreise die Förderindustrie in den USA, während der positive Effekt niedriger Benzinpreise zunächst nicht so recht auf das Wachstum durchzuschlagen schien.

Aber jetzt hellt sich das Bild auf. Damit wird es auch für die US-Notenbank (Fed) leichter, sich zu der lange erwarteten ersten Zinserhöhung seit neun Jahren durchzuringen. Ihre Verlautbarung nach der Sitzung am Dienstag und Mittwoch gab zarte Hinweise, dass dieser Schritt im September erfolgen könnte. Erwartet wird eine erste Erhöhung von Null auf 0,25 Prozent und danach ein langsamer, sehr vorsichtiger weiterer Anstieg.

Die Zahlen für das Wachstum des Bruttoinlandprodukts werden jeweils auf Jahresraten hoch gerechnet, was zu relativ großen Schwankungen führt. Außerdem werden sie oft mehrfach revidiert. Deutlich ist aber trotzdem, dass das zweite Quartal wesentlich besser lief als das erste.

Die US-Wirtschaft hat sich in den letzten Monaten besser entwickelt als die der meisten europäischen Länder. Weil auch die Dynamik großer Schwellenländer wie China, Russland und Brasilien nachgelassen hat, spielen die USA mal wieder ihre traditionelle Rolle als Lokomotive der Weltwirtschaft.

Und anders als in Deutschland dient dabei nicht der Export als Treibstoff, sondern der Konsum. In der Vergangenheit, zuletzt bei der großen Finanzkrise 2008, hat das auch immer wieder zu einer Überschuldung der US-Haushalte geführt.

Sie haben sich in den letzten Jahren aber zurückgehalten und ihre Verschuldung etwas abgebaut – ein Grund dafür, dass die Erholung der US-Wirtschaft langsamer lief als nach früheren Schwächephasen. Jetzt haben die Verbraucher aber offenbar ihre alte Stärke zurückgewonnen ¬ ein Signal für die gesamte Weltwirtschaft.

Kommentare zu " US-Konjunktur: Steigender Konsum beschert USA wieder Wachstum"

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  • Herr Tom Schmidt@
    Richtig erkannt, Geld und ausgeben nur so geht es. Das Geld auf dem Sparbuch
    ist sinnlos, so sinnlos wie die deutsche Politik.

  • Das Gas der USA kennen wir ja.... Geld drucken und ausgeben. Das ist 2001 das erste Mal zusammengebrochen, 2009 das zweite Mal, also jetzt ist noch mal ca. 2 Jahre Party. Das nächste Mal fällt der Staat als Retter aus.

    Inzwischen ist aber der amerikanische Mittelstand eigentlich komplett ausradiert worden, der Lebensstandard der Amerikaner deutlich gesunken. Nur beim Euro wird da laut losgeheult, das machen die Amis eben nicht, wenns einem da sch... geht, ist der halt selber schuld!

  • Läuft wie geplant, die Amis geben Gas und Euro-Land wird abgebrannt.
    Mit einem 40% aufgewerteten Dollar gegenüber dem Euro, das zeigt die
    völlige Unfähigkeit der Eurozone Wohlstand zu schaffen. Mit jeden Euro mehr
    der in dieses "EU-Projekt" fließt, wird es weiter schneller abwärts gehen.

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