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US-Konjunktur: Verbraucherpreise und Produktion steigen

Den stärksten Anstieg seit zwei Jahren verzeichneten die US-Verbraucherpreise im Dezember. Der Anstieg zum Vormonat war jedoch gering, extreme Inflation ist nicht zu befürchten. Zeichen anspringender Konjunktur kommen zudem aus dem verarbeitenden Gewerbe.

US-Konsumenten: Verbraucherpreise auf Zwei-Jahres-Hoch. Quelle: Reuters
US-Konsumenten: Verbraucherpreise auf Zwei-Jahres-Hoch. Quelle: Reuters

HB WASHINGTON. Die Verbraucherpreise in USA sind im Dezember so stark gestiegen wie seit zwei Jahren nicht mehr. Sie zogen um 2,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat an, wie das Arbeitsministerium am Freitag in Washington mitteilte. Ein größeres Plus hatte es zuletzt im Dezember 2007 mit 4,1 Prozent gegeben. Analysten hatten eine Inflationsrate von 2,8 Prozent erwartet, nachdem sie im November noch 1,8 Prozent betragen hatte.

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Preistreiber war vor allem Öl. Die weltweite Konjunkturerholung und die höhere Nachfrage wegen des kalten Winters hatten den Rohstoff verteuert.

Im Vergleich zum Vormonat stiegen die Preise nur noch um 0,1 Prozent. Im November hatten sie um 0,4 Prozent angezogen. "Das sieht nicht nach einem deutlichen Preisdruck aus", sagte Analyst Michael Woolfolk von New York Mellon. "Die Notenbank Fed muss sich derzeit keine Sorgen machen." Die Fed hatte ihren Leitzins wegen der Rezession praktisch auf Null gesenkt, um Konsum und Investitionen anzukurbeln. Bei anziehender Konjunktur kann ein niedriger Zins für Inflationsgefahr sorgen.

Das von der Uni Michigan erhobene Konsumklima hellte sich im Januar indes nicht so stark wie erwartet auf. Der entsprechende Index sei von 72,5 Punkten im Vormonat auf 72,8 Zähler geklettert, teilte die Universität Michigan am Freitag in einer vorläufigen Erhebung mit. Volkswirte hatten mit 73,9 Punkten gerechnet. Der Index der Universität Michigan gilt als Stimmungsbarometer für das Kaufverhalten der US-Verbraucher. Der private Konsum wird wegen der Auswirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise derzeit besonders stark beachtet. In den vergangenen Jahren war der Konsum die wichtigste Konjunkturstütze der weltweit größten Volkswirtschaft.

Die US-Produktion stieg hingegen im Dezember wegen des kalten Wetters. Im Verarbeitenden Gewerbe legte der Ausstoß um 0,6 Prozent im Vergleich zum Vormonat zu, wie die US-Notenbank am Freitag mitteilte. Analysten hatten im Schnitt mit einem Plus von 0,6 Prozent gerechnet. Grund für den Anstieg sei, dass Versorger wegen der ungewöhnlich kalten Temperaturen deutlich mehr produzierten. Die Industrie stellte dagegen 0,1 Prozent weniger her.

Im gesamten vierten Quartal stieg die Produktion aufs Jahr hochgerechnet um sieben Prozent. Das dürfte Erwartungen bekräftigen, wonach die US-Wirtschaft im Schlussquartal 2009 spürbar an Schwung gewonnen hat.

Die Kapazitätsauslastung lag im Dezember bei 72,0 Prozent und damit höher als von Experten erwartet. Dennoch ist sie immer noch um 8,9 Prozentpunkte niedriger als im langjährigen Durchschnitt von 1972 bis 2008.

Konjunkturelle Entspannung signalisieren auch die Geschäftsaussichten des Verarbeitenden Gewerbes im US-Bundesstaat New York. Sie haben sich im Januar überraschend deutlich aufgehellt. Der Empire-State-Index sei von revidiert 4,5 Punkten im Vormonat auf 15,9 Punkte geklettert, teilte die regionale Vertretung der US-Notenbank am Freitag in New York mit. Volkswirte hatten mit 13,0 Punkten gerechnet.

Der Empire-State-Index misst die Geschäftstätigkeit des produzierenden Gewerbes im Staat New York. Ein Indexstand über Null deutet einen Ausweitung der Aktivität an.

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