US-Verbraucher
Gute Stimmung, enttäuschende Zahlen

Das Verbrauchervertrauen in den USA steigt auch im November weiter, auch die nahende Zinswende kann die Stimmung der US-Konsumenten nicht eintrüben. Doch die Zahlen des Einzelhandels für den Oktober enttäuschen.

New YorkTrotz der näher rückenden Zinswende in den USA hellt sich die Stimmung der Amerikaner deutlich auf. Das Barometer für das Verbrauchervertrauen stieg im November um 3,1 auf 93,1 Punkte, wie eine am Freitag veröffentlichte Umfrage der Universität von Michigan ergab. Das ist der höchste Wert seit Juli. Experten hatten nur mit 91,5 Zählern gerechnet. Das Auf und Ab der US-Konjunktur hängt stark von den Verbrauchern und deren Kauflaune ab. Denn der private Konsum steht hier für rund 70 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP). Führungskräfte der Notenbank Fed signalisierten zuletzt, dass angesichts der Stärke der Wirtschaft eine Zinsanhebung im Dezember anstehen könnte.

„Die Verbraucherstimmung lässt auf stabile Konsumausgaben schließen“, sagte Ökonom Ulrich Wortberg von der Landesbank Helaba. Die jüngsten Zahlen vom Einzelhandel, der wiederum etwa 30 Prozent des privaten Verbrauchs in den USA ausmacht, fielen jedoch eher durchwachsen aus. Die Umsätze legten im Oktober nur um 0,1 Prozent zum Vormonat zu. Experten hatten mit einem drei Mal so großen Plus gerechnet. Hauptgrund für das schwache Abschneiden waren sinkende Auto-Umsätze.

„Das kommt überraschend“, sagte BayernLB-Ökonomin Christiane von Berg. Sie geht allerdings davon aus, dass das kommende Thanksgiving- und Weihnachtsgeschäft den Konsum beleben wird. Die Kauflust befeuerten auch die anhaltend niedrigen Benzinpreise, höhere verfügbare Einkommen und die damit verbundene stärkere Kaufkraft. Bei einer Zinsanhebung der Fed werden jedoch die Kreditkosten steigen: Damit dürfte vielen Amerikanern das Zurückzahlen von Hypotheken und Verbraucherdarlehen schwerer fallen.

Die US-Notenbank wähnt sich bei einer Arbeitslosenquote von zuletzt 5,0 Prozent praktisch am Ziel: Sie strebt Vollbeschäftigung an. Die Fed kurbelt die Wirtschaft nunmehr seit fast sieben Jahren mit Zinsen nahe dem Nullpunkt an. Mit einer Erhöhung im Dezember, die Fed-Vizechef Stanley Fischer als "durchaus möglich" bezeichnet, würde diese Schubkraft abnehmen. Kritiker warnen seit langem, dass die Notenbank mit einer zu lockeren Geldpolitik den Nährboden für Vermögenspreisblasen legt - zum Beispiel am Aktienmarkt.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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