_

US-Wirtschaft: Fed kämpft mit frischem Geld gegen den Abschwung‎

Geld bleibt weiterhin billig, auch in den USA: Die Notenbank Fed belässt den Leitzins auf seinem Rekordtief. Psychologisch wichtiger jedoch ist: Auf die Verlangsamung der Konjunkturerholung in den Staaten reagieren die Währungshüter um Fed-Chef Ben Bernanke mit weiterer Unterstützung. Top-Ökonomen in Deutschland jedoch sehen die Fed auf dem Weg in die Inflationsfalle.

Nachdenklicher Notenbankchef: Ben Bernanke will die US-Wirtschaft nicht auf sich alleine stellen. Quelle: dpa
Nachdenklicher Notenbankchef: Ben Bernanke will die US-Wirtschaft nicht auf sich alleine stellen. Quelle: dpa

HB WASHINGTON. Die US-Notenbank reagiert auf die Verlangsamung der Konjunkturerholung in den Vereinigten Staaten mit einem eher kleinen, aber psychologisch wichtigen Manöver. Der Umfang der bisherigen Unterstützung werde nicht wie geplant zurückgefahren, teilte die Federal Reserve nach einer Sitzung ihres Offenmarktausschusses (FOMC) am Dienstag mit.

Anzeige

Vielmehr werde durch die Fälligkeit bereits gekaufter Wertpapiere flüssig werdendes Geld wieder reinvestiert und damit neue Staatsanleihen erworben, Im Klartext heißt dies, dass hypothekenbesicherte Anleihen und Papiere der staatlichen Hypothekenfinanzierer, die zur Stützung des taumelnden Häusermarktes erworben wurden, bei Fälligkeit von der Notenbank durch Staatspapiere ersetzt werden. Dadurch bleibt der Umfang der Hilfen für die Wirtschaft auf dem Papier zwar gleich, jedoch verschiebt sich die Gewichtung weg vom Immobilienmarkt hin zur allgemeinen Belebung der Konjunktur per Notenpresse.

Die Erholung der US-Wirtschaft von der schwersten Krise seit vielen Jahrzehnten war zuletzt ins Stocken geraten. Entsprechend positiv fiel die Reaktion der Börsen auf den von vielen Experten erhofften, aber dann doch überraschenden Schritt der Fed vom Dienstag aus. An der Wall Street drehte der Dow Jones-Index zumindest kurzzeitig ins Plus. Am Anleihemarkt zogen die Kurse kräftig an, während es am Devisenmarkt für den Dollar zu wichtigen Weltwährungen abwärts ging.

Ihren Leitzins beließen die Notenbanker um Fed-Chef Ben Bernanke wie erwartet bei 0 bis 0,25 Prozent. Sie bekräftigten zudem erneut, dass er „noch für einen längeren Zeittraum extrem niedrig“ bleiben soll. Im Begleitkommentar zum Zinsbeschluss hieß es, die Erholung der Wirtschaft habe sich in jüngster Zeit stärker als erwartet verlangsamt und der kurzfristige Ausblick habe sich stärker als erwartet eingetrübt. Probleme gibt es in den USA beispielsweise nach wie vor am Arbeitsmarkt.

  • 12.08.2010, 00:59 UhrAnonymer Benutzer: Stefan Wehmeier

    "Wenn wir einmal die Natürliche Wirtschaftsordnung erleben, dann braucht man sie nicht mehr in büchern zu studieren, dann wird alles so klar, so selbstverständlich. Wie bald wird dann auch die Zeit kommen, wo man den Verfasser bemitleiden wird, nicht aber, wie es heute noch geschieht, weil er solch utopischen Wahngebilden nachstrebt, sondern weil er seine Zeit der Verbreitung einer Lehre widmete, die ja doch nur aus einer Reihe banalster Selbstverständlichkeiten besteht."

    Silvio Gesell

    So genannte "Spitzenpolitiker" und "Wirtschaftsexperten", die der größtmöglichen Dummheit frönen, sich für "schlauer" zu halten als der bedeutendste Ökonom aller Zeiten, kommen gar nicht erst bis zur Alles entscheidenden Frage:

    Welcher kollektive Wahnsinn hielt die Menschheit sogar noch bis ins 21. Jahrhundert hinein davon ab, die ideale Makroökonomie (freie Marktwirtschaft ohne Kapitalismus) zu verwirklichen?

    Der gleiche Wahnsinn, der die halbwegs zivilisierte Menschheit überhaupt erst "wahnsinnig genug" für die benutzung von Geld machte - die Religion:

    http://www.deweles.de/files/anww194.pdf

  • 11.08.2010, 10:46 UhrAnonymer Benutzer: Richie

    Handelsdefizit, Haushaltsdefizit, Schuldenberg, Sinkende Produktivität ... Die USA haben mit Problemen an allen Fronten zu kämpfen. Darüber wurde ja genug geschrieben. Für mich wäre ja interessant zu überdenken, was passiert, wenn die Ratingagenturen ihrer eigentlichen Aufgabe - dem objektiven und neutralem Rating - gerecht werden und den Daumen senken würden? Ach ich vergaß: Das passiert natürlich nicht im eigenen Land (US-Agenturen / USA).

  • 11.08.2010, 10:12 UhrAnonymer Benutzer: Krieger

    Die USA wird uns aufgrund ihrer militärischen Macht noch mindestens die nächsten 100 Jahre kontrollieren.
    Geld und Wirtschaft spielen dabei keine Rolle, denn was ich nicht selber habe, hole ich mir einfach!!!
    Die USA ist vergleichbar mit dem römischen Reich, die sich auch sehr stark militärisch, politisch und wirtschaftlich ausgebreitet haben. Die USA ist auch noch nicht solange Großmacht und Weltpolizei!

  • Video

Politik Bundestag stärkt Organspende

Krankenversichterte ab 16 Jahren werden in Zukunft häufiger gefragt, ob sie Organspender werden wollen. Dieses Gesetz hat der Bundestag mit großer Mehrheit verabschiedet - und noch einige weitere Entscheidungen gefällt.

  • Die aktuellen Top-Themen
Die Linke: Ulrich Maurer greift Parteispitze an

Ulrich Maurer greift Parteispitze an

In der Linken mehrt sich der Protest gegen die Parteispitze und den Zustand der Partei. Fraktionsvize Ulrich Mauer fordert eine radikale Verjüngungskur - und mehr Frauen. Denn in diesem Punkt hapert es gewaltig.

Gastkommentar: Die CDU muss weiter nach links rücken

Die CDU muss weiter nach links rücken

Nach der NRW-Wahl muss die Union neue Prioritäten setzen: Sie muss auf die Sorgen der Menschen reagieren. Sonst verliert sie noch mehr Vertrauen - und ihren Status als Volkspartei.

Studie: Bei Übernahmeschlachten gewinnt der Verlierer

Bei Übernahmeschlachten gewinnt der Verlierer

Wenn zwei Unternehmen um ein anderes streiten, bedeutet das oft nicht Gutes für den Gewinner. Denn bei Übernahmen können die Sieger die Erwartungen oft nicht erfüllen. Profiteur ist - der Verlierer.

Handelsblog Feuert die Dicke Bertha in die falsche Richtung?

Ein Kernproblem im Euro-Raum ist, dass es in den Krisenstaaten einen gefährlichen Link gibt zwischen dem Bankensystem und den Staatsfinanzen dieser Länder. Geldinstitute in Griechenland, Spanien, Irland und anderen Ländern stehen mit dem... Von Olaf Storbeck. Mehr…

Handelsblog Das Versagen von Bayern München, ökonomisch erklärt

Der Ausgang des Champions-League-Finales ist nicht nur peinlich für die Bayern, sondern auch für mich persönlich. Ausgehend vom Marktwert der Spieler hatte ich prognostiziert, dass Bayern gewinnen wird - weil die Mannschaft rund 30% mehr... Von Olaf Storbeck. Mehr…

  • Konjunkturtermine
Konjunkturtermine: Wochenvorschau

Wochenvorschau

Die wichtigsten Ereignisse und Indikatoren in Europa und International