US-Wirtschaft
Konsumausgaben befeuern das Wachstum

Das Bruttoinlandsprodukt der USA hat im vergangenen Quartal um mehr als zwei Prozent zugelegt. Befeuert wurde das Wachstum durch die Konsumausgaben, die den stärksten Zuwachs seit 2006 erfahren haben.
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WashingtonDie Kauflust der Amerikaner befeuert das Wachstum der US-Wirtschaft. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte von Oktober bis Dezember mit einer auf das Jahr hochgerechneten Rate von 2,2 Prozent zu, wie das Handelsministerium am Freitag in Washington zu endgültigen Berechnungen mitteilte. Damit wurde eine vorige Schätzung bestätigt.

Die Konsumausgaben, die mehr als zwei Drittel der Wirtschaftsleistung ausmachen, zogen allerdings noch etwas kräftiger an als gedacht: Mit plus 4,4 Prozent wurde der größte Zuwachs seit Anfang 2006 erreicht. Auch das Exportwachstum war stärker als zunächst von den Statistikern angenommen. Sie mussten allerdings die Zahlen zur Lagerhaltung nach unten revidieren: Die Firmen stockten ihre Warenvorräte weniger kräftig auf als angenommen.

Im Sommer 2014 lag das Wirtschaftswachstum jenseits des Atlantiks noch bei satten 5,0 Prozent. Im Gesamtjahr war das Tempo jedoch nicht einmal halb so hoch: Das BIP legte um 2,4 Prozent zu. Ökonomin Christiane von Berg von der BayernLB erwartet, dass das Wachstum zu Jahresbeginn 2015 an Schwung verlieren wird, da die Konsumlust der Verbraucher allmählich nachlässt.

Das Barometer für die Verbraucherstimmung fiel im März um 2,4 auf 93,0 Zähler, wie die Universität von Michigan mitteilte. Zu Jahresbeginn war das Barometer auf ein Elf-Jahres-Hoch gestiegen - befeuert von steigender Beschäftigung und sinkenden Benzinpreisen. Seither ist es zweimal in Folge gesunken.

Auch der starke US-Dollar könnte zum Hemmschuh für die Wirtschaft werden, da sich amerikanische Produkte auf den Weltmärkten verteuern. Wie aus jüngsten Regierungsdaten hervorgeht, sind die Nach-Steuer-Gewinne der US-Firmen im vierten Quartal um mehr als 57 Milliarden Dollar geschrumpft - der stärkste Rückgang seit Anfang 2011. International aufgestellte US-Großkonzerne wie IBM, Intel und Procter&Gamble hatten bereits gewarnt, dass der starke Dollar auf die Ergebnisse durchschlagen werde.

Angesichts der absehbaren Zinswende in den USA könnte sich diese Sorge noch vergrößern: Denn wegen der anhaltenden konjunkturellen Erholung könnte das historisch niedrige Zinsniveau von null bis 0,25 Prozent bereits im Sommer angehoben werden. Damit würde der Dollar als Anlagewährung tendenziell noch attraktiver, denn in Europa und den USA ist ein Ende der Nullzinsära derzeit nicht absehbar.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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