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Wie Amerika wieder auf die Beine kommt

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Die Auguren korrigieren ihre Wachstumsprognose teils kräftig nach oben, zwischen einem halben und einem ganzen Prozentpunkt legten sie drauf. So erwartet etwa Goldman Sachs 2011 nun ein Wachstum in den USA von 3,4 Prozent und sogar 3,8 Prozent im Jahr darauf. Kein Grund zum Überschwang, aber immerhin. Die Inflation soll dabei im Zaum bleiben. Und vor 2013 erwarten die Experten des Investmenthauses ohnehin nicht, dass die Fed an der Leitzinsschraube dreht.

Bei aller Hoffnung - mindestes zwei dicke Fragezeichen bleiben. Eines steht hinter dem Schicksal des gebeutelten Immobilienmarktes, den die Zentralbank Mitte Dezember erneut schlicht als "notleidend" charakterisierte. Das andere massive Problem bleibt die hohe Arbeitslosigkeit, im November lag die Quote bei schwindelerregenden 9,8 Prozent. Zwar wachse die US-Wirtschaft, stellte die Federal Reserve nach ihrer letzten Sitzung des Jahres fest. "Aber mit einer Rate, die nicht ausreicht, die Arbeitslosenquote zu verringern."

Zuvor hatte Fed-Chef Ben Bernanke nicht ausgeschlossen, es könnte vier oder fünf Jahre dauern, bis sich in den USA die Lage auf dem Arbeitsmarkt normalisiert - was eine Quote von etwa fünf bis sechs Prozent bedeutet. Das dürfte sich zu einem massiven politischen Problem für Präsident Obama auswachsen, der 2012 zur Wiederwahl antritt. Bereits bei den Kongresswahlen Anfang November ließen die Amerikaner ihren Wirtschaftsfrust die Obama-Partei spüren und machten die Republikaner zur stärksten Kraft im Abgeordnetenhaus.

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Bleibt noch das gigantische Etatloch. Dass es nächstes Jahr bei dramatischen 1,3 Billionen Dollar (eine Billion Euro) liegen und damit höher als bislang erwartet ausfallen wird, glauben die Goldman- Sachs-Experten. Grund unter anderem: Obamas Steuerkompromiss. "Die Aussichten für das Bundesdefizit haben sich verdüstert", meint auch Gene Epstein, Kolumnist des Finanzmagazins "Barron's". Man habe das Problem einfach vertagt. "Aber der (Steuer-)Deal hat einen Steuerschock verschoben, der den Aufschwung gehemmt hätte."

  • 02.01.2011, 18:28 UhrEberhard

    Herrn Eichners Kommentar ist typisch Deutsch. Er sitzt im Glashaus Europa und hofft insgeheim dass die USA mit ihrer Geldpolitik scheitern. Es sei ihm gesagt: Zugpferd ist und bleibt die USA und Europäisches brot wird knapp, wenn die USA scheitern.
    Das Gegenteil wird in bälde eintreffen. Europa wird froh sein über das wiedererstarkte Amerika, aber es wird Chinesisch gesprochen werden in Griechenland und Co.

  • 27.12.2010, 14:28 UhrTuxton

    Es überrascht mich hier eine Analyse zu den US-amerikanischen Wachstumsperspektiven für 2011 zu lesen, deren positiver Ausblick allein auf zunehmenden Konsumausgaben, QE2 und Steuererleichterungen basiert. bezieht man in die Analyse jedoch auch das US-Leistungsbilanzdefizit ein, einen Leitzins der FED zwischen 0 und 0,25%, ein Haushaltsdefizit in Rekordhöhe, eine leider wirklich ziemlich bemitleidenswerte investitionsquote sowie die Situation auf Arbeits- und immobilienmärkten, so ergibt sich weiterhin ein Gesamtbild mit einer nahe am Abgrund stehenden US-Ökonomie und geradezu verzweifelt agierenden Entscheidungsträgern, die geld- und fiskalpolitisch jedes erdenkliche Mittel versuchen auszuschöpfen. Diese Form der Voodoo-Ökonomie mag vielleicht kurzfristig für etwas Entspannung sorgen. Was ihr mittel- bis langfristiges Ergebnis ist, sollte nach der Erfahrung der letzten zehn Jahre allgemein bekannt sein. Mit Sicherheit ist dies kein Modell, dass nachhaltiges Wachstum berspricht.

  • 27.12.2010, 12:45 UhrStefan L. Eichner

    Es ist hinreichend bekannt, dass die Amerikaner Weltmeister im Aufhübschen ihrer Wirtschaftsdaten sind. Man denke nur an die offiziellen Zahlen zur US-Arbeitslosigkeit. Etwa 15 Millionen Amerikaner haben demnach keinen Job. Doch zugleich sind mehr als 40 Millionen US-bürger zum Überleben auf Essensmarken angewiesen und Voraussetzung für den Erhalt von Essensmarken ist Arbeitslosigkeit (siehe dazu: http://stefanleichnersblog.blogspot.com/2010/08/us-arbeitsmarkt-und-wirtschaft-und-sog.html).

    Die Lage in den USA ist keinesfalls rosig. Sie ist erheblich schlechter als die der Europäischen Union. Was die Aussichten jedoch wirklich stark eintrübt, ist die Tatsache, dass Regierung, Fed und Ökonomen bisher kein Mittel gefunden haben, die USA aus dem Keller zu holen und dass sie deswegen seit Monaten ein bild der Ahnungs- und Ratlosigkeit abgeben ( siehe dazu: http://stefanleichnersblog.blogspot.com/2010/12/die-amerikanische-krise-wie-die-us.html).

    Es braucht nicht viel, damit Talfahrt der USA sich erneut verschärft. Man denke beispielsweise an das nicht über Ende 2010 hinaus verlängerte Hilfsprogramm „build America bonds“-Programm für klamme US-bundesstaaten und Kommunen, die sich bisher nur deswegen noch über Wasser halten konnten – zum beispiel Kalifornien. Viele von ihnen stehen nun mit beginn des Neuen Jahres vor der Zahlungsunfähigkeit.

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