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Verbraucher: GfK-Konsumklima für März legt zu

Die Verbraucher in Deutschland haben trotz der schwersten Rezession seit dem Zweiten Weltkrieg etwas mehr Lust zum Einkaufen. Insbesondere die rückläufige Inflation und die Abwrackprämie für Altautos heben die Stimmung.

Noch zeigen sich die deutschen Konsumenten von den düsteren Konjunkturprognosen kaum beeindruckt. Quelle: dpa
Noch zeigen sich die deutschen Konsumenten von den düsteren Konjunkturprognosen kaum beeindruckt. Quelle: dpa

HB BERLIN/MÜNCHEN. Das Konsumklima werde im März auf von 2,3 auf 2,6 Punkte steigen, prognostizierten die Marktforscher der Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) am Donnerstag. Analysten hatten dagegen im Schnitt mit einem Rückgang auf 2,0 gerechnet. „Somit verstärken sich die Anzeichen, dass der Konsum in diesem Jahr hilft, den Konjunktureinbruch etwas abzumildern“, sagte GfK-Experte Rolf Bürkl. „Das Konsumklima ist aber auf einem zu niedrigen Niveau, um die stark rückläufigen Exporte und Investitionen in vollem Umfang kompensieren zu können.“

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Angesichts des 50 Milliarden Euro schweren Konjunkturpakets der Bundesregierung blicken die Verbraucher nicht mehr ganz so pessimistisch in die Zukunft: Nach vier Rückgängen in Folge stieg der Index für die Konjunkturerwartung im Februar um fünf Punkte auf minus 27,9 Zähler. Es sei aber noch zu früh, um von einer Trendwende zu sprechen, sagte Bürkl.

Die Abwrackprämie stütze die Bereitschaft für größere Käufe, hieß es weiter. Auch wenn der entsprechende Indikator leicht zurückging, hielt er sich mit 14,6 Zählern weiter klar im Plus. „Der erstaunlich starke Anstieg der Anschaffungsneigung zu Beginn dieses Jahres war keine Eintagsfliege“, sagte Bürkl. Neben den finanziellen Anreizen des Staates beim Verschrotten alter Autos versetzten eine stabile Kaufkraft sowie Rabattangebote von Einzelhändlern die Verbraucher in Kauflaune.

„Die Verbraucher erhalten die Nachrichten über die Krise aus den Medien, aber bei ihnen selbst ist sie noch nicht angekommen“, sagte der GfK-Vorstandsvorsitzende Klaus Wübbenhorst. Noch hätten die Bürger Geld in der Tasche und seien bereit, es auch auszugeben. Dies sorge dafür, dass die Kaufneigung bislang konstant bleibe.

„Trotz des Anstiegs ist keine nachhaltige Belebung des privaten Verbrauchs zu erwarten, meint Analystin Antje Hansen von HSBC Trinkaus. Sonderfaktoren wie die Abwrackprämie hätten das Konsumklima zwar gestützt. Doch das sei ein temporärer Effekt. Ausschlaggebend für die Konsumentwicklung werde der Arbeitsmarkt sein. Und hier werde es eine deutliche Verschlechterung geben. „Das wird dazu führen, dass mehr gespart als konsumiert wird“, sagt Hansen. Die Sparquote sei zuletzt gestiegen. Dieser Trend werde sich wohl fortsetzen. Andreas Scheuerle, Analyst der Dekabank meint: „Die Haushalte sind relativ zuversichtlich. Sie haben eine hohe Anschaffungsneigung.“ Für Scheuerle ist das Ausdruck der Tatsache, dass die Verbraucher derzeit vom Konjunkturprogramm der Bundesregierung beeindruckt sind. Es gebe ihnen Zuversicht. „Es ist eine gute Botschaft, dass es in diesen schwierigen Zeiten gelungen ist, den Haushalten zumindest vorübergehend Halt zu geben“, sagt der Analyst. Auch er fürchte aber, dass das Konsumklima auf mittlere Sicht einen Dämpfer wegen der steigenden Arbeitslosigkeit bekommen wird.

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