Verbraucherpreise in Deutschland
Minimale Inflation dank billiger Energie

Günstige Preise für Sprit und Heizöl halten die Teuerungsrate im Mai gerade einmal knapp über der Nulllinie. Auch für Lebensmittel musste nicht mehr bezahlt werden als im April. Doch das wird nicht so bleiben.

BerlinDie Inflation in Deutschland bleibt wegen billigerer Energie und stabiler Lebensmittelpreise minimal. Waren und Dienstleistungen kosteten im Mai durchschnittlich 0,1 Prozent mehr als ein Jahr zuvor, bestätigte das Statistische Bundesamt am Freitag eine frühere Schätzung.

Im April waren die Verbraucherpreise sogar um 0,1 Prozent gefallen. Die Teuerungsrate verharrt damit weit unter dem Ziel der Europäischen Zentralbank (EZB), die erst bei Werten von knapp zwei Prozent von stabilen Preisen spricht.

„Dämpfend auf die Gesamtteuerung wirkte wie bereits in den Vormonaten die Preisentwicklung von Energie“, erklärten die Statistiker. „Der Preisrückgang im Vergleich zum Vorjahresmonat hat sich jedoch den dritten Monat in Folge leicht abgeschwächt.“

Leichtes Heizöl kostete diesmal ein Viertel weniger, während sich Kraftstoffe wie Benzin um zwölf Prozent verbilligten.

Die Preise für Nahrungsmittel stagnierten, nachdem sie in den Vormonaten noch gestiegen waren. Für Obst wurde 1,8 Prozent und für Gemüse 2,8 Prozent mehr verlangt. „Deutlich billiger wurden hingegen Molkereiprodukte“, gab das Bundesamt bekannt. Quark verbilligte sich beispielsweise um 13,1 Prozent, H-Milch um 9,4 Prozent sowie Butter um 15,2 Prozent.

Der zuletzt gestiegene Ölpreis dürfte sich Experten zufolge in der zweiten Jahreshälfte bemerkbar machen, so dass um den Jahreswechsel herum Inflationsraten um die zwei Prozent zu erwarten seien.

Die EZB will in der Euro-Zone eine Deflation - einen Preisverfall auf breiter Front mit negativen Folgen für die Wirtschaft - unbedingt vermeiden. Mit einem Bündel von Maßnahmen versucht sie, die Kreditvergabe in Schwung zu bringen. So setzte sie im März ihren Leitzins auf null. Das billige Geld soll die Nachfrage stimulieren und die Preise anschieben.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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