_

Wachstum im 4. Quartal: Deutsche Wirtschaft schrumpft weniger als befürchtet

Ökonomen hatten für den Winter einen deutlichen Dämpfer für die deutsche Wirtschaft erwartet. Dieser fiel nun aber doch nicht so stark aus. In der Eurozone konnte auch Frankreich positiv überraschen.

Ein Arbeiter schweisst bei der Hüttenwerke Krupp Mannesmann GmbH (HKM) in Duisburg. Quelle: dapd
Ein Arbeiter schweisst bei der Hüttenwerke Krupp Mannesmann GmbH (HKM) in Duisburg. Quelle: dapd

Wiesbaden/LuxemburgDie deutsche Wirtschaft ist zum Jahresende 2011 wie erwartet geschrumpft. Insbesondere die Unsicherheiten infolge der Euro-Schuldenkrise und der weltweite Konjunkturabschwung brachten der Wirtschaft einen Dämpfer ein. Allerdings fiel das Minus etwas geringer aus als ursprünglich vermutet. Im vierten Quartal 2011 sank das Bruttoinlandsprodukt (BIP) preis-, saison- und kalenderbereinigt um 0,2 Prozent zum Vorquartal, wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte.

Anzeige

In einer ersten Schätzung vom Januar hatten die Statistiker einen Rückgang der Wirtschaftsleistung um 0,25 Prozent erwartet. Für das Gesamtjahr 2011 bestätigte das Statistische Bundesamt das BIP-Wachstum von 3,0 Prozent.

Basisdaten Deutschland

Quelle: Information Research

Der Rückgang der Wirtschaftsleistung in der Euro-Zone fiel mit 0,3 Prozent etwas stärker aus als in Deutschland, wie die europäische Statistikbehörde Eurostat am Mittwoch in Luxemburg mitteilte. Im dritten Quartal 2011 war die Wirtschaft noch um 0,1 Prozent gewachsen. Besonders stark war der Rückgang in Portugal wo das Bruttoinlandsprodukt im vierten Quartal um 1,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal schrumpfte. Überraschend positiv entwickelte sich dagegen die Wirtschaft in Frankreich. Zwischen Oktober und Dezember legte die französische Wirtschaftsleistung um 0,2 Prozent
gegenüber dem Vorquartal zu, wie die französische Statistikbehörde Insee am Mittwoch in Paris mitteilte. Volkswirte hatten zuvor einen Rückgang um 0,2 Prozent erwartet. Im dritten Quartal hatte das BIP den Angaben zufolge um 0,3 Prozent zugelegt. Im Jahresvergleich zeigte sich die französische Wirtschaft im vierten Quartal ebenfalls stärker als erwartet. Laut Insee betrug das Wachstum zum Vorjahr 1,4 Prozent. Hier
hatten Ökonomen zuvor nur mit einem Zuwachs von 1,1 Prozent gerechnet.

In Deutschland kamen die positiven Impulse im Schlussquartal vor allem von den Investitionen. Der Bausektor investierte deutlich mehr als im Vorquartal. Hingegen wirkte sich der Außenhandel insgesamt negativ auf das BIP-Wachstum aus, und auch die zuletzt starken Konsumausgaben waren leicht rückläufig. Anfang 2012 hat der Aufschwung nach Einschätzung von Volkswirten aber wieder etwas an Fahrt gewonnen. „Das 4. Quartal 2011 dürfte den Tiefpunkt markiert haben“, glauben etwa Experten der Unicredit. Darauf deuteten starke Daten vom Arbeitsmarkt hin. Der Inlandskonsum dürfte deshalb wieder anziehen, zumal sich die Verbraucherstimmung zuletzt aufhellte. Auch die Exporterwartungen hätten wich wieder deutlich verbessert, betonte Unicredit-Ökonom Alexander Koch.

Damit würde vermieden, dass die bisherige Konjunkturlokomotive Europas in eine „technische Rezession“ schlittern könnte, bei der das BIP in zwei aufeinanderfolgenden Quartalen schrumpft. Allzu große Sprünge dürfte die deutsche Konjunktur zum Jahresbeginn aber noch nicht machen. „Ein schwacher Start in das Jahr und der frostige Februar werden die Wirtschaftsleistung wohl auch im ersten Quartal belasten“, betont DIW-Konjunkturexperte Simon Junker.

Prognosen im Überblick So wird die deutsche Konjunktur 2012

  • Prognosen im Überblick: So wird die deutsche Konjunktur 2012
  • Prognosen im Überblick: So wird die deutsche Konjunktur 2012
  • Prognosen im Überblick: So wird die deutsche Konjunktur 2012
  • Prognosen im Überblick: So wird die deutsche Konjunktur 2012

  • 15.02.2012, 17:20 UhrAnonymer Benutzer: no.7

    Da sie schall und rauch ja offensichtlich bestens kennen, braucht man es ihnen ja nicht mehr zu empfehlen.
    "Fakten oder die Wahrheit"
    - da verschluckt man sich ja fast, wenn einer wie sie von wegen "die Wahrheit" kommt.
    Viel spaß noch beim bildzeitungslesen. bildzeitung ist wichtig für sie, damit ihr vernagelte hirnchen nicht überbeansprucht wird, nicht ?
    und ihre links können sie für sich behalten.

  • 15.02.2012, 16:55 UhrAnonymer Benutzer: ProJurist

    @ no.7
    sie scheinen ideologisiert zu sein. Fakten oder die Wahrheit werden sie ohnehin nicht beeinflussen, sondern so oder so nur eine weitere Bestätigung ihrer Weltanschauung darstellen. sie sind glaub ich bei "Schall-und-rauch.de" ganz gut aufgehoben, vllt schauen sie da mal vorbei.
    Achso, googlen sie mal "bielefeldverschwörung"...
    Beste Grüße

  • 15.02.2012, 15:15 UhrAnonymer Benutzer: no.7

    Sie sind jedenfalls geflosen. Mit welcher begründung, spielt keine rolle. begründungen kann man sich viele einfallen lassen. - Daß der anteil bei ihren dividenden nicht extra ausgewiesen werden, ist wohl logisch ? Das geld kommt in die kasse des unternehmens und daraus werden die dividenden bezahlt. Sehen sie nicht daß diese "Begründungen", die sie als so furchtbar wichtig erachten, nichts als bla-bla sind ?? Das kapital ist eben einfallsreich und schlau, wenn es darum geht, dinge propagandistisch zu verbrämen und den leuten ein märchen vom umweltschutz daherzufaseln. in wahrheit wollen sie nur möglichst viel geld aus dem staatshaushalt in ihre tasche ziehen.

  • Video

Politik Bundestag stärkt Organspende

Krankenversichterte ab 16 Jahren werden in Zukunft häufiger gefragt, ob sie Organspender werden wollen. Dieses Gesetz hat der Bundestag mit großer Mehrheit verabschiedet - und noch einige weitere Entscheidungen gefällt.

  • Die aktuellen Top-Themen
Die Linke: Ulrich Maurer greift Parteispitze an

Ulrich Maurer greift Parteispitze an

In der Linken mehrt sich der Protest gegen die Parteispitze und den Zustand der Partei. Fraktionsvize Ulrich Mauer fordert eine radikale Verjüngungskur - und mehr Frauen. Denn in diesem Punkt hapert es gewaltig.

Gastkommentar: Die CDU muss weiter nach links rücken

Die CDU muss weiter nach links rücken

Nach der NRW-Wahl muss die Union neue Prioritäten setzen: Sie muss auf die Sorgen der Menschen reagieren. Sonst verliert sie noch mehr Vertrauen - und ihren Status als Volkspartei.

Studie: Bei Übernahmeschlachten gewinnt der Verlierer

Bei Übernahmeschlachten gewinnt der Verlierer

Wenn zwei Unternehmen um ein anderes streiten, bedeutet das oft nicht Gutes für den Gewinner. Denn bei Übernahmen können die Sieger die Erwartungen oft nicht erfüllen. Profiteur ist - der Verlierer.

Handelsblog Feuert die Dicke Bertha in die falsche Richtung?

Ein Kernproblem im Euro-Raum ist, dass es in den Krisenstaaten einen gefährlichen Link gibt zwischen dem Bankensystem und den Staatsfinanzen dieser Länder. Geldinstitute in Griechenland, Spanien, Irland und anderen Ländern stehen mit dem... Von Olaf Storbeck. Mehr…

Handelsblog Das Versagen von Bayern München, ökonomisch erklärt

Der Ausgang des Champions-League-Finales ist nicht nur peinlich für die Bayern, sondern auch für mich persönlich. Ausgehend vom Marktwert der Spieler hatte ich prognostiziert, dass Bayern gewinnen wird - weil die Mannschaft rund 30% mehr... Von Olaf Storbeck. Mehr…

  • Konjunkturtermine
Konjunkturtermine: Wochenvorschau

Wochenvorschau

Die wichtigsten Ereignisse und Indikatoren in Europa und International