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Wachstumsprognose: Drastischer Wirtschaftsabsturz erwartet

Die deutsche Wirtschaft wird nach Einschätzung der Deutschen Bank in diesem Jahr noch drastischer einbrechen als bisher befürchtet. Chefvolkswirt Norbert Walter fordert nun ein globales Konjunkturprogramm unter der Führung von US-Präsident Barack Obama. Die Bundesregierung reagierte leicht angesäuert und lehnte es ab, "eine kurzatmige Anpassung von irgendwelchen Prognosen" vorzunehmen.

Der Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Norbert Walter, war bislang schon pessimistisch. Nun korrigiert er seine Wachstumsprognose erneut nach unten. Quelle: ap
Der Chefvolkswirt der Deutschen Bank, Norbert Walter, war bislang schon pessimistisch. Nun korrigiert er seine Wachstumsprognose erneut nach unten. Quelle: ap

HB FRANKFURT. Statt minus vier Prozent geht Walter nun von fünf Prozent Rückgang beim Bruttoinlandsprodukt (BIP) aus. Der "Bild"-Zeitung sagte Walter: "Die deutsche Wirtschaft wird nur dann 2009 um lediglich fünf Prozent schrumpfen, falls wir ab Sommer einen richtigen Aufschwung haben. Aber es ist nicht auszuschließen, dass dieser Aufschwung ausbleibt. Deshalb ist auch ein höheres Minus nicht mehr auszuschließen."

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Die Bundesregierung sieht trotz der düsteren Prognose keinen Anlass, ihre Schätzung vom Januar zu revidieren. Danach rechnet die Regierung für das gesamte Jahr 2009 mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung um 2,25 Prozent. Der stellvertretende Regierungssprecher Thomas Steg sagte, die nächste Schätzung werde im April vorgenommen - auf der Basis der dann bekannten Indikatoren. Es gebe im Moment „keine belastbaren Hinweise“, dass die Januar-Prognose jetzt schon korrigiert werden müsste. Steg hielt „externen Experten“ wie Deutsche-Bank-Chefvolkswirt Walter indirekt vor, allwöchentlich Prognosen abzugeben, sich dann aber auch Woche für Woche zu korrigieren. „Da setzen wir doch auf eine gewisse Stetigkeit und nicht auf eine kurzatmige Anpassung von irgendwelchen Prognosen. Da wollen wir doch vernünftige Daten, belastbare Daten ... aus dem ersten Quartal abwarten.“

Zwar befürchten auch andere Volkswirte in diesem Jahr den schwersten Konjunktureinbruch in Deutschland seit dem Zweiten Weltkrieg, doch sind sie weniger pessimistisch als Walter: Zwischen minus zwei und minus drei Prozent bewegen sich derzeit viele Prognosen. Walter hatte im Dezember einen BIP-Rückgang um bis zu vier Prozent für 2009 vorhergesagt.

Die deutsche Wirtschaft steckt derzeit in einer tiefen Rezession. Nach vorläufigen Zahlen des Statistischen Bundesamtes schrumpfte das BIP im vierten Quartal 2008 um 2,1 Prozent. Das war der dritte Rückgang der Wirtschaftsleistung gegenüber einem Vorquartal in Folge und der größte seit der Wiedervereinigung. An diesem Mittwoch (25.2.) gibt das Amt detaillierte Ergebnisse für das vierte Quartal bekannt.

Walter warf Unternehmen und Politikern vor, die Lage schönzureden. Er forderte ein global abgestimmtes Programm, um die Konjunktur wieder anzuschieben. "Wir müssen uns weltweit zusammensetzen, am besten unter Führung von US-Präsident Obama", sagte Walter. Es müsse ein koordiniertes Konjunkturprogramm auf den Weg gebracht werden, das "zu mehr privaten und staatlichen Ausgaben führt".

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